Pressemitteilung/News

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ERC Consolidator Grant:

Sechs Millionen Euro für drei Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München

Neuherberg, 22.02.2016. Das European Research Council (ERC) unterstützt drei Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München (HMGU) in ihren Forschungsvorhaben mit knapp sechs Millionen Euro. Prof. Dr. Daniel Razansky, Leiter der Gruppe „Multiscale Functional and Molecular Imaging Group“ am Institut für Biologische und Medizinische Bildgebung, PD Dr. med. Irmela Jeremias, Leiterin der Gruppe „Apoptosis“ der Abteilung Genvektoren und Prof. Dr. Mathias Heikenwälder, Leiter der „Junior Group Inflammation induced tissue damage“ am Institut für Virologie erhalten jeweils knapp zwei Millionen Euro für ihre Forschungsvorhaben.

Quelle: ERC

Das HMGU hat in diesem Jahr 14 ERC Grants eingeworben. Derzeit liegt es mit der Anzahl seiner Grants an der Spitze der Helmholtz-Gemeinschaft.  Die besonders hohe dreifache Auszeichnung des Zentrums mit den ERC Consolidator Grants unterstreicht seine wissenschaftliche Exzellenz. Dieser Grant soll junge Wissenschaftler auf ihrem Weg zur eigenen, unabhängigen Forschung unterstützen und dem „Braindrain“, dem Talentschwund ins Ausland, entgegenwirken. So befasst sich Razansky mit einer neuen, nicht invasiven Methode zur Darstellung schneller, räumlich und zeitlich stattfindender Aktivitätsmuster großer, neuraler Zellpopulationen im gesamten Gehirn. „Derzeit sind Beobachtungen dieser Art nicht möglich. Ist unsere Arbeit erfolgreich, wären rasante Fortschritte im Verständnis der Funktion des Gehirns und eine Entwicklung neuer Therapien für neurologische und psychiatrische Fehlfunktionen zu erwarten“, sagt Razansky.

Jeremias untersucht, wie man Tumoren einzelner Patienten gezielt behandeln kann. „Die Herausforderung ist, zu verstehen, welche genetischen Anomalien für einzelne Tumoren entscheidend sind“, erklärt Jeremias. „Wenn wir die Therapie gegen eine lebenswichtige Läsion richten, dann schrumpft der Tumor.“ Als Modellerkrankung untersucht sie akute Leukämien und Tumorzellen von Münchener Patienten, um daraus personalisierte, präzise Therapien zu entwickeln.

Heikenwälder, der auch am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) arbeitet, hat die Auszeichnung für die Erforschung der zellulären und metabolischen Aktivierung der Immunantwort bei der Entstehung einer nicht-alkoholischen Fettleber und Lebertumoren beim Menschen bekommen. „Mit der stetigen Zunahme von Fettleibigkeit in der Bevölkerung kommt es zu einem vermehrten Auftreten der nicht-alkoholischen Fettleber und damit verbundenen metabolischen Syndrom, Diabetes und Leberkrebs“, erklärt Heikenwälder. Die Entstehung der Erkrankung ist allerdings nicht genau bekannt. So gibt es bis jetzt keine effiziente Therapie zur Verminderung der Fettleber und der Leberkrebsentstehung". Heikenwälder ist einer Wechselwirkung zwischen zytotoxische T-Zellen des Immunsystems und Leberzellen auf der Spur, die zur Erkrankung der Leber führen. Mit seinem Projekt erforscht er molekulare Mechanismen, die zu einer Fettleber und Lebertumoren führen. Ein besseres Verständnis der Vorgänge eröffnet neue Ansatzpunkte für weitere Therapien.

Weitere Informationen

Das ERC (European Research Council) unterstützt mit wettbewerbsorientierter Finanzierung Forschung höchster Qualität in Europa. Sein Ziel ist, europäische Forschung als Spitzenforschung weltweit zu behaupten und etablieren.

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören.

Das Institut für Biologische und Medizinische Bildgebung (IBMI) erforscht In-vivo-Bildgebungstechnologien für die Biowissenschaften. Es entwickelt Systeme, Theorien und Methoden zur Bildgebung und Bildrekonstruktion sowie Tiermodelle zur Überprüfung neuer Technologien auf der biologischen, vorklinischen und klinischen Ebene. Ziel ist es, innovative Werkzeuge für das biomedizinische Labor, zur Diagnose und dem Therapiemonitoring von humanen Erkrankungen bereit zu stellen.
DieZum Forscherportait und Video von Prof. Daniel Razansky

Die Abteilung Genvektoren erforscht das Epstein-Barr Virus (EBV), ein Tumorvirus des Menschen, und dessen Beitrag zu verschiedenen Erkrankungen.  Ziel ist es herauszufinden, wie das Immunsystem im gesunden Individuum EBV und andere menschliche Herpesviren in Schach hält, und welche Immunkontrollen im Patienten versagen. Die Entstehung von Tumoren des Immunsystems - Leukämien und Lymphome – ist ein weiterer Schwerpunkt. Mittelfristig sollen neue Medikamente, Impfstoffe gegen EBV und neue Zelltherapien entwickelt werden, um Infektionserkrankungen, Leukämien und Lymphome zu behandeln oder zu verhindern.

Das Institut für Virologie (VIRO) untersucht Viren, die Menschen chronisch infizieren und lebensbedrohliche Krankheiten hervorrufen können. Der Fokus liegt auf dem AIDS-Erreger HIV, endogenen Retroviren, die in unserer Keimbahn integriert sind, sowie Hepatitis-B- und C-Viren, die Leberzirrhose und hepatozelluläre Karzinome verursachen. Molekulare Studien identifizieren neue diagnostische und therapeutische Konzepte, um diese Virus-Erkrankungen zu verhindern und zu behandeln bzw. die Entstehung von virusinduzierten Tumoren zu vermeiden.
Zum Forscherportrait und Video von Prof. Dr. Mathias Heikenwälder