Überblick
Seit April 2008 kooperieren die Universität Rostock (Lehrstuhl für Analytische Chemie) und das Helmholtz Zentrum München (Kooperationsgruppe „Analysis of Complex Molecular Systems“) im Bereich der Entwicklung und Anwendung massenspektrometrischer Analysetechniken für die Charakterisierung komplexer molekularer Substanzgemische. Die dafür geschaffene Organisationsstruktur, das „Gemeinsame Massenspektrometriezentrum“ (JMSC), wird von Prof. Ralf Zimmermann geleitet. Er hat gleichzeitig den Lehrstuhl für Analytische Chemie an der Universität Rostock (UR) inne und führt die Kooperationsgruppe am Helmholtz Zentrum München (HMGU). Im Frühjahr 2011 wurde die HMGU-Einheit restrukturiert und in eine unabhängige Kooperationsgruppe namens „Comprehensive Molecular Analytics“ (CMA) übergeführt. Die CMA bildet gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Analytische Chemie (CAC) an der Universität Rostock das JMSC. Die Forschungsthemen des JMSC sind in drei Forschungseinheiten mit korrespondierenden Arbeitsgruppen jeweils an der UR und am HMGU eingeteilt (siehe Organigramm).
Gesundheitsbezogene Umweltanalyse und Aerosolforschung (HAR)
Die erste Forschungseinheit des JMSC befasst sich mit Umweltaspekten und ihrer Auswirkung auf die menschliche Gesundheit. Hauptziel der Gruppe „Umwelt- und Prozessanalytik“ in Rostock ist die Analyse chemischer Signaturen wichtiger Prozesse in Technik und Umwelt. Die entsprechende Gruppe am HMGU ist „Gesundheitsbezogene Umweltanalyse und Aerosolforschung“ (HAR). Sie ist in das Rahmenprogramm „Umwelt und Gesundheit“ des POF-Programms am HMGU eingebunden und zielt in ihren Forschungsaktivitäten auf Aerosolpartikel und deren gesundheitliche Wirkungen.
Umfassendes Molekulares Profiling (CMP)
Die zweite Forschungseinheit des JMSC befasst sich mit biomedizinischen und gesundheitsbezogenen Anwendungen. Ein besonderer Schwerpunkt der Einheit „Biomedizinische Analyse“ in Rostock, die hier eng mit der Universitätsklinik in Rostock kooperiert, ist die umfassende Analyse von Atem-Exhalat. Die korrespondierende Forschungseinheit in München heisst „Umfassendes Molekulares Profiling“ (CMP). Sie entwickelt und appliziert neue multidimensionale analytische Techniken für die ungezielte metabolische Charakterisierung, z. B. im Bereich der Diabetesforschung oder bei zellbasierten toxikologischen Studien über die Auswirkung inhalierter Aerosole. Des Weiteren entwickelt diese Einheit Werkzeuge zur statistischen Analyse der Daten aus diesen Bereichen.
Analytische Methodenentwicklung (AMD)
Die dritte Forschungseinheit ist – identisch benannt an beiden Orten – die "Analytische Methodenentwicklung" (AMD). In Rostock konzentriert sich die AMD vor allem auf die Weiterentwicklung und Implementierung der Ein- und Mehrphotonenionisierung für massenspektrometrische Technologien. Als Photonenquellen kommen auf Laser oder auf Lampen basierende Lichtquellen wie z. B. die Elektronenstrahl-gepumpte Excimer-Lichtquelle (EBEL) zum Einsatz. Am HMGU ist die Forschung auf die die Entwicklung und Anwendung gekoppelter analytischer Systeme fokussiert. Beispiele dafür sind die Kopplung der umfassenden zweidimensionalen Gaschromatographie oder der Thermogravimetrie mit der Einphotonenionisations-Flugzeit-Massenspektrometrie.

