Root Ecophysiology
Die Gemeine Quecke
(Agropyron repens, Elytrigia repens, Elymus repens)
gehört zur Familie der Süßgräser( Poaceae), wie auch der Mais, Hafer oder Weizen.
Der lateinische Name weist auf die Lebensweise und Ausbreitungsfreudigkeit dieser Pflanze hin. Agropyron repens bedeutet so viel wie kriechendes Ackerfeuer. Gemeint ist damit die Färbung eines mit Quecke besetzten Feldes, die im Spätsommer und Herbst braun-rötliche Töne annimmt.
Die Quecke ist bereits seit der Jungsteinzeit bei uns als Ackerwildkraut bekannt.
Biologie:
Die Quecke ist eine ausdauernde Pflanze, die 25-130cm hoch wird. Sie wächst aufrecht und hat grün bis blaugrüne Blätter; diese sind meist behaart.
Die Vermehrung erfolgt v.a. über Wurzelausläufer, die Pflanze ist ein Rhizomgeophyt. Neue Ausläufer entstehen ebenfalls aus den Knospen alter Ausläuferabschnitte oder sie gehen vom Grund der Pflanze aus.
Die Pflanze kann jederzeit austreiben, das Wachstum wird nur bei Frost eingestellt.
Die Wurzeln reichen nur relativ flach in den Boden (auf leichten Böden 9-12 cm, auf schweren Böden 6-8 cm), breitet sich flächenmäßig aber sehr stark aus. Eine Studie besagt, dass 14 Rhizome von einer Pflanze auf einer Fläche mit 10 dm Durchmesser 206 neue Schösslinge in einer Saison gebildet haben.
Der Blütenstand steht in einer lockeren, zweireihigen Ähre. Die Ährchen sind dem Stängel mit der Breitseite zu gewandt.
Die Blütezeit ist Juni bis Juli, die Verbreitung erfolgt durch Wind- und Selbstbestäubung.
Für ein “Beikraut” relativ ungewöhnlich ist die geringe Anzahl an Samen, die pro Pflanze etwa bei 30-400 liegen. ( durchschnittlich etwa 50 Samen).
Die Keimung erfolgt bei Temperaturen von 3-35°C fast ganzjährig und die Samen können aus bis zu 3 cm Tiefe auflaufen.
Vorkommen:
Die Quecke hat ihren Verbreitungsschwerpunkt als Problemunkraut in Halmfruchtkulturen.
Sie ist als N-Anzeiger bekannt und bevorzugt basenreiche, oft verdichtete Lehm- und Tonböden.
GEFAHR liegt v.a. in der Konkurrenz um Nährstoffe für die Ackerpflanzen; oft werden 50% von N, P und K die zur Verfügung stehen, von der Quecke beansprucht.
Die Samen können unter Umständen bis zu 4 (Andere Quelle:10Jahre) Jahre im Boden überleben und bei der Zerteilung der Rhizome können Stücke ab 1 cm Länge bereits wieder austreiben.
Das alles sind sehr ungünstige Voraussetzungen der Quecke Herr zu werden.
Natürlich gibt es aber Bekämpfungsmaßnahmen
Ich möchte die BEKÄMPFUNGSMASSNAHMEN zunächst unterteilen:
Bereits die VORBEUGUNG stellt einen großen Teil der Bekämpfung dar, deshalb möchte ich diese auch in die Aufstellung aufnehmen.
Des Weiteren wird unterteilt in CHEMISCHE und MECHANISCHE BEKÄMPFUNG.
Vorbeugung:
Vorbeugung ist der erste Weg, einen zu starken Ausbruch der Quecke zu verhindern.
Um einen guten Überblick zu behalten und zu bekommen, Veränderungen im Bestand möglichst rasch zu bemerken und auch über einen längeren Zeitraum Daten vergleichen zu können, ist es sinnvoll Pläne über Unkräuter im Feld anzufertigen.
Einerseits lässt sich der Unkrautdruck an einem bestimmten Standort in den letzten Jahren zurückverfolgen, andererseits lässt sich auch der Verlust an Ernte besser abschätzen.
Die Planausführung reicht von Handzeichnungen bis hin zu Hightech GPS systemunterstützten Arbeiten.
Gewisse Parameter auf dem Feld begünstigen den Bewuchs durch die Quecke. Als Beispiele sind zu nennen: schlechter Garezustand des Bodens (die Bodengare ist ein gärtnerischer Begriff für einen Boden, der Voraussetzungen für kräftigen Pflanzenwuchs bietet), reichliche Belichtung oder geringe Durchwurzelung des Oberbodens.
Werden diese Situationen durch eine geeignete Fruchtfolge und garefördernde Düngung verhindert, wird das Aufkommen oder eine starke Ausbreitung der Quecke erschwert.
Eine weitere Möglichkeit der Vorbeugung besteht in der Pflanzung einer Zwischenfrucht. Eine Rotation von Winterroggen und Bunter Kronwicke, gefolgt von Buchweizen ist eine gute Lösung ein Gebiet von Quecke zu reinigen.
Man muss zwar eine Verzögerung des Anbaus in Kauf nehmen, aber es wird noch zusätzlich organisches Material für den Acker produziert.
- Grundsätzlich sollte außerdem darauf geachtet werden, dass die Samen nicht ausreifen können oder sich überhaupt bilden. ( denn auch nur halbausgereifte Samen können zur Keimung gelangen)
Deshalb sollten auch Wiesen- oder Grasstreifen entlang der Felder frühzeitig gemäht werden.
Falls alle vorbeugenden Maßnahmen fehlgeschlagen sind und die Quecke sich im bestand breit gemacht hat greift man entweder zu chemischen oder mechanischen Mitteln.
Mechanische Bekämpfung:
Das grundsätzliche Problem bei der Quecke besteht darin, dass sich selbst noch sehr kleine Wurzelstücke regenerieren können.
Deshalb ist von allen rotierenden Bodenbearbeitungsgeräten abzuraten, da sie die Wurzelstücke vervielfältigen und über das Feld verteilen können, was zu neuen Unkrautherden führt.
Ein Fräsen der Fläche, um Wurzeln an die Bodenoberfläche zu befördern, wo sie an der Sonne vertrocknen sollen, ist , aus den schon genannten Gründen wie die leichte Verbreitung der Wurzelstücke, sehr riskant.
Es sollten deshalb möglichst nur gezogene Bodenbearbeitungsgeräte wie Grubber und Federzackenegge eingesetzt werden.
Die häufigste Methode ist das Stoppelschälen mit anschließendem mehrmaligen Eggen.
Ein gleichmäßiges Unterschneiden mit einem Grubber und anschließendes Trocknen der Wurzelstücke führt ebenfalls zum Erfolg. Bei unsicheren Wetterbedingungen kann anschließend mit einem Striegel zusammengerecht werden.
Danach sorgt ein schnellwüchsiges Zwischenfutter wie Alexandriner-Perserklee oder Chinakohlrübsen für den Lichtenzug, was eine Neuentwicklung der Queckentriebe erschwert.
Im Herbst sollte etwas tiefer gepflügt werden, damit noch vorhandene Rhizome tiefer eingegraben werden.
Zusammenfassend sind drei Maßnahmen sehr wirkungsvoll im Kampf gegen die Quecke:
1. Austrocknen der empfindlichen Ausläufer
2. Ersticken der Ausläufer durch tiefes Unterpflügen
3. Starke Beschattung der jungen Triebe
Chemische Maßnahmen:
Bei der chemischen Bekämpfung durch Herbizide stehen sehr viele verschiedene Mittel zur VerfügungN
Ich greife ein Produkt heraus, um die Wirkungsweise auf die Quecke zu beschreiben.
Als Beispiel soll Roundup dienen, ein Breitband- oder Totalherbizid.
Bei der Applikation ist größte Vorsicht geboten, da der Wirkstoff alle grünen Pflanzen tötet und deshalb sehr selektiv nur auf die zu beseitigenden Pflanzen aufzutragen ist. Außerdem darf kein starker Wind die präzise Aufbringung verhindern; des weiteren sollte es bis zu 48 Stunden danach nicht regnen.
Bei der Verwendung von Herbiziden muß vor allem auch auf die Größe der Unkrautpflanzen geachtet werden. Es darf nicht zu früh appliziert werden. Erst ab einer Größe von 6-8 cm, im Falle der Quecke, wird die Substanz in die Wurzeln transportiert und schädigt so die ganze Pflanze. Sind die Schößlinge noch zu klein( 2-3 cm) , wird alle Energie und somit auch Saftstrom in die jungen Blätter geleitet, was zur Folge hat, daß die Wurzeln überleben und wieder austreiben.
Bei der Quecke besteht ein weiteres Problem:
95% der Lateralknospen bei den Rhizomen befinden sich in Knospenruhe, obwohl die Pflanze aktiv wächst. Da Herbizide nur von des Blättern in aktiv wachsendes Gewebe wandern, werden diese Knospen nicht beeinflußt. Deshalb würden diese etwa nach 7 Tagen wieder zu wachsen beginnen.
Es ist deshalb ratsam, mehrere Applikationen durchzuführen. Wenn vorher außerdem eine Düngung mit N vorgenommen wird, kann die Knospenruhe gebrochen und so mehr Gewebe zerstört werden.
Die Quecke als nützliche Pflanze!?
Nach der Vorstellung der Quecke als unnützliches Kraut auf dem Acker hier nun einige positiver Beispiele der Verwendung:
Aufgrund ihres guten Futterwertes wurde die Quecke als Viehfutter sehr geschätzt. Die stärkereichen Ausläufer dienten in Notzeiten sogar als Nahrung.
In der Pflanzenheilkunde ist die Pflanze als blutreinigendes und harntreibendes mittel bekannt. Sie wird eingesetzt bei Hautausschlägen, Rheuma, Gicht und zur Entschlackung.
Eine Pflanzung von Quecke mit Gerste beschützt diesen vor Befall mit Blattläusen.

