Root Ecophysiology
Chenopodium album – weißer Gänsefuß (Melde)
Familie: Chenopodiaceae – Gänsefußgewächse
Bedeutung des Namens:
griechisch chen = Gans und pons, podos = Fuß;
lateinisch albus = weiß
Andere Bezeichnungen:
Melde, Acker- , Falsche- , Dreck- , Mist- , Saumelde; Mell, Schißmelle, Hundsschiß, Muldakraut
Bestimmung:
- einjährig
- kräftige Pfahlwurzel
- Keimblätter: fleischig, langoval, gestielt, ca. 15 mm lang, unterseits rotviolett, oberseits silbrig, mehlig bestäubt.
- Laubblätter: erst länglich bis eiförmig, blaugrün, mehlig bestäubt, ungleich gezähnt, zum Stiel hin sich verschmälernd, erstes Blattpaar lanzettlich und ganzrandig.
- Stängel: stumpfkantig, aufrecht-ästig, bis 150 cm hoch
- Blüte: unscheinbar, grünlich, in dichten blattachselständigen Knäueln; Blütezeit: Juli – September
- Frucht: Schließfrucht, einfächerig, einsamig, von Blütenhülle eingeschlossen; Samen linsenförmig, glänzend, 1 – 1,4 mm lang, tiefschwarz, oft noch von Teilen der häutigen Fruchtschale umgeben, dann schwarzgrau und matt;
- Samen je Pflanze: 200 – 20000; bleiben sehr lange im Boden keimfähig und beginnen ihre Entwicklung im zeitigen Frühjahr; Jungpflanzen sind oft so zahlreich, dass ein Teppich von Pflanzen gebildet wird, welcher die Kulturpflanzen ersticken lässt
- Keimzeit: spätes Frühjahr – September; keimtiefe bei 0,5 – 3 cm
Keimtemperatur: min 2 – 5° C; opt. 20 –25° C; max. 35° C
Vorkommen:
- Getreide (besonders Sommergetreide), Hackfrüchte, Mais und Raps; verbreitet auch in Gärten, Weinbergen und auf Schuttplätzen
- wächst auf allen Böden, bevorzugt aber gut gedüngte, stickstoff- und kalkreiche, humose Lehm- und Sandböden
- entzieht dem Boden besonders große Mengen an Nährstoffen
Kornertragsverlust:
- Winterweizen: 2 – 4 kg/ ha je Unkrautpflanze /m2
- Sommergerste: 1 – 4 kg/ ha je Unkrautpflanze /m2
- Hafer : 1 – 4 kg/ ha je Unkrautpflanze /m2
Bekämpfung:
indirekte Maßnahmen:
- Verhinderung des Eintrages von Unkrautsamen durch Saatgutreinigung
- Vernichtung der beim Erntevorgang aufgenommenen Unkrautsamen
- Reduzierung des Eintrages von Unkrautsamen bei organischer Düngung
- Verhinderung der Ausbreitung von auf den Ackerrändern bzw. einzelnen Schlagteilen vorkommenden Unkräutern
- Ausgewogene Fruchtfolge, keine Monokulturen
- Beachtung der Vorfrucht und der standortgerechten Kulturauswahl
direkte Maßnahmen:
mechanische Verfahren:
- Egge und Striegel: Herausreißen und Verschütten junger Pflanzen
- Hacke und Hackbürste: Herausbürsten der Unkräuter aus der obersten Bodenschicht, größere Teil der Pflanze wird verschüttet, Rest vertrocknet
thermische Verfahren: Abflammen
- direktes Abflammen mit offener Flamme
- indirektes Abflammen mit Infrarotstrahlern
- Kombination beider Verfahren
chemische Verfahren:
- Rüben: Pyramin WG (Chloridazon), tötet Chenopodium ab, verschont aber die Beta – Rüben
- Getreide: U 46 D-Fluid (2,4-D), U 46 M-Fluid (MCPA)
- Winterraps: Butisan (Metazachlor)
- Kartoffeln: Pataron FL (Metobromuron)

