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Neuherberg, 21. Oktober 2011 (in german only)
Prof. Dr. Dr. H.-Erich Wichmann, Gründungsdirektor des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München, geht in Ruhestand
Der international renommierte, langjährige Direktor des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München, Prof. Dr. Dr. H.-Erich Wichmann, geht in den Ruhestand. Auf seinem Abschiedskolloquium am 21. Oktober würdigten Politiker, Weggefährten und Wissenschaftler seine herausragenden Leistungen. Wichmann bleibt weiterhin beratend für die Wissenschaft tätig. Dr. Joachim Heinrich, langjähriger Stellvertreter Wichmanns, übernimmt kommissarisch die Leitung des Instituts.
Prof. Dr. Dr. H.-Erich Wichmann ist einer der weltweit führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Umweltepidemiologie und umweltbezogenen Gesundheitsforschung. Er ist und war mehrfach Präsident wissenschaftlicher Fachgesellschaften und Mitglied in nationalen und internationalen Beratergremien. Mit über 500 Publikationen in renommierten Fachjournalen hat er maßgeblich zur Etablierung epidemiologischer Ansätze in der Environmental Health-Forschung beigetragen.
Lange, bevor chronische Volkskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen in den Fokus der Gesundheitsforschung rückten, hat Wichmann die Dringlichkeit ihrer Erforschung erkannt und ihre Ursachen in großen Bevölkerungsstudien untersucht.
Unter den Gästen, die sich in aller Form und Dankbarkeit von Wichmann verabschiedeten, befand sich neben Prof. Dr. Maximilian Reiser, Dekan der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München auch Ministerialdirigent Ulrich Hörlein, der sich im Namen des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst bei Wichmann für Forschungsergebnisse wie beispielsweise das gesundheitliche Risiko von Radon und verkehrsbedingten Schadstoffen wie Dieselruß bedankte.
Prof. Dr. Dr. H.-Erich Wichmann übernahm 1990 am Helmholtz Zentrum München das neu gegründete Institut für Epidemiologie und damit auch die Leitung der Studienplattform KORA, Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg. KORA ist eine Untersuchungs-Plattform für bevölkerungsbasierte Gesundheitsforschung in Epidemiologie, Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung. Unter Wichmanns Leitung wurde gemeinsam mit internationalen Partnern Datenmaterial von rund 20.000 Studienteilnehmern systematisch erhoben und ausgewertet. Mit KORA steht heute ein einzigartiges Instrument zur Verfügung, um frühzeitig Risikofaktoren und Ursachen für häufige Volkskrankheiten wie Diabetes zu identifizieren.
KORA und ihr langjähriger Leiter werden auch in Zukunft wesentliche Beiträge zur weiteren Erforschung dieser Krankheiten leisten. Insbesondere wird sich Wichmann mit dem Aufbau der nationalen Kohorte befassen.
