Institute of Epidemiology (EPI)

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Oktober 2005:

Im Rahmen der Autumn Lecture wurden 2005 wieder Doktorandinnen und Doktoranden für ihre hervorragenden Arbeiten ausgezeichnet

Zwei der drei Preisträger kommen aus dem Institut für Epidemiologie

Dr. Ulrike Gehring, GSF-Institut für Epidemiologie, untersuchte in ihrer Disseration bei Prof. Dr. Dr. H.-Erich Wichmann den Zusammenhang zwischen der Exposition mit Endotoxinen und dem Risiko, an Asthma oder Allergien zu erkranken.
Endotoxine sind Bestandteile der Zellwand gramnegativer Bakterien. Diese Stoffe können sowohl das Immunsystem stimulieren als auch Entzündungen auslösen. Eine Exposition gegenüber erhöhten Endotoxin-Konzentrationen kann einerseits Entzündungen der Atemwege hervorrufen und dadurch Asthma begünstigen, andererseits durch die Aktivierung von Typ I T-Helfer-Zellen vor Allergien schützen. Neben der Dosis scheint der Zeitpunkt der Exposition von besonderer Bedeutung zu sein. Die Ergebnisse der INGA-Studie (Innenraumfaktoren und Genetik des Asthma bronchiale) weisen deutlich auf einen protektiven Effekt erhöhter Endotoxin-Konzentrationen im Hausstaub auf die allergische Sensibilisierung von Schulkindern und Erwachsenen hin. Die Assoziationen zwischen Endotoxinen und Asthma und Heuschnupfen sind weniger deutlich. Es wurde keine Assoziation zwischen Endotoxin-Exposition und atopischem Ekzem gefunden.

Dr. Henning Gohlke, GSF-Institut für Epidemiologie, untersuchte bei Prof. Dr. Dr. H.-Erich Wichmann die genetischen Ursachen von Asthma. Asthma ist eine inflammatorische Erkrankung der Atemwege, die momentan eine der häufigsten chronischen Erkrankungen von Kindern in Industrieländern darstellt. Obwohl erwiesen ist, dass Umweltfaktoren einen Beitrag zur Krankheitsentwicklung leisten, weisen epidemiologische Studien zusätzlich auf eine bedeutende genetische Komponente hin. Nach einer genomweiten Suche innerhalb einer deutschen Familienstudie konnte eine Kopplung mit Asthma in der chromosomalen Region 2q12-2q14 gefunden werden. Das Interleukin-1-Cluster auf dem menschlichen Chromosom 2q12-2q14 beinhaltet verschiedene viel versprechende Kandidatengene für Asthma und andere inflammatorische Erkrankungen. In der Arbeit wurde eine systematische Assoziationsstudie mit SNPs durchgeführt, die in Kandidatengenen dieses Clusters lokalisiert sind. Die Resultate zeigen, dass bestimmte SNPs und Haplotypen im menschlichen IL1RN Gen Risikofaktoren für die Ausprägung von Asthma sind.

 

Verleihung der Doktorandenmedaille
Die beiden Preisträger des Instituts für Epidemiologie mit ihren Betreuern, dem Institutsdirektor und dem Präsidenten der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Von links: Prof. Wichmann, Dr. Heinrich, Prof. Mlynek, Frau Dr. Gehring, Dr. Illig, Dr. Gohlke.