Institut für Epidemiologie (EPI)

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25. Februar 2010; zitiert aus Newsletter Paediatrie

Neurodermitis weg, Probleme bleiben

Schätzungsweise 60% der Kinder, die in frühen Jahren an Neurodermitis leiden, haben als Jugendliche keine Beschwerden mehr. Doch was man an der Haut nicht mehr sieht, kann offensichtlich in der Psyche Spuren hinterlassen, wie eine neue Studie zeigt.

Hinweise darauf, dass Neurodermitis nicht selten mit psychischen Problemen einhergeht, haben bereits einige Querschnittstudien ergeben. Wissenschaftler, unter anderem vom Helmholtz-Zentrum in München, wollten nun Genaueres über die zeitlichen Zusammenhänge erfahren. Sie werteten Daten der "German Infant Nutrition Intervention Plus" (GINIplus)-Studie aus, in der knapp 6.000 Kinder der Geburtsjahrgänge 1995 bis 1998 über zehn Jahre hinweg beobachtet worden waren. In regelmäßigen Abständen hatten die Eltern Fragebögen ausgefüllt - unter anderem gaben sie dabei Auskunft über Ernährung und allergische Erkrankungen. Im zehnten Lebensjahr der Kinder wurden sie außerdem gebeten, die deutsche Fassung des "Strengths and Difficulties Questionnaire" (SDQ) zu beantworten, in dem Fragen zum Verhalten der Kinder gestellt werden

Die Wissenschaftler konnten Daten von nahezu 3.000 Kindern für ihre Berechnungen auswerten. Das Ergebnis: Kinder, die im Säuglingsalter an Neurodermitis erkrankt waren, hatten ein signifikant höheres Risiko, im Alter von zehn Jahren unter psychischen Problemen zu leiden als Gleichaltrige ohne die Hauterkrankung. Es handelte sich dabei vorwiegend um Verhaltensauffälligkeiten und emotionale Probleme. Außerdem zeigte sich ein - allerdings nicht signifikanter - Trend zu Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen. Der Zusammenhang bestand auch, wenn das Ekzem nach dem zweiten Lebensjahr bereits abgeheilt war. Kinder, deren Hauterkrankung noch über das Säuglingsalter hinaus andauerte, litten besonders häufig unter emotionalen Problemen

Die genauen Ursachen für die psychischen Probleme sind bisher nicht bekannt. Laut den Autoren könnten es z. B. neuroendokrine Veränderungen sein, die den beiden Erkrankungen zugrunde liegen. Auch eine aufgrund der Hauterkrankung veränderte Mutter-Kind-Beziehung könnte mit verantwortlich sein. Nicht zuletzt könnten sich auch Folgeerscheinungen der Neurodermitis auf das Gefühlsleben der Kinder auswirken.

Originalpublikation:
Schmitt J et al. Infant-onset eczema in relation to mental health problems at age 10 years: results from a prospective birth cohort study (German Infant Nutrition Intervention Plus). J Allergy Clin Immunol 2010; 125: 404-10


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