Institut für Epidemiologie (EPI)

Schriftgröße »A . A+ . A++ .

Newsletter

3. März 2010

Spitzencluster m4: Helmholtz Zentrum München bringt seine Biobanken-Kompetenz in Strukturprojekt ein

Neben sieben weiteren Projekten ist das Helmholtz Zentrum München an der Biobank Alliance beteiligt, einem der Strukturprojekte im Rahmen des Münchner Biotech Clusters. Im Spitzencluster-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hatte sich der Standort München unter den Gewinnern der zweiten Runde platzieren können. Dieser Erfolg bedeutet 100 Millionen Euro an Forschungsförderung, die der Region München zu Gute kommt.



Die Biobank Alliance soll insbesondere die Target-Validierung bei der Wirkstoffentwicklung unterstützen. In der Allianz haben sich das Helmholtz Zentrum München, das Institut für Medizinische Statistik und Epidemiologie der Technischen Universität München und die Kliniken von Technischer Universität München und Ludwig-Maximilians-Universität München zusammengeschlossen. Ziel des Projekts ist es, alle am Standort München befindlichen Gewebe- und blutbasierten Bioprobenbanken in einer gemeinsamen Datenbanklösung nach einem einheitlichen Standard zu erfassen und gemeinsame Maßstäbe für Probengewinnung und -verwertung zu entwickeln. Damit werden die infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen, um Probensammlung und Lagerung marktorientiert durchzuführen und so der Industrie künftig Best Practice-Verwertungsmodelle anbieten zu können.



Im besonderen Fokus der Forschung stehen heute verbreitete Volkskrankheiten wie Herzinfarkt, Diabetes, Krebs oder Asthma. Diese komplexen Erkrankungen werden von einer Vielzahl externer Umweltbedingungen und Lebensstilfaktoren, aber auch der genetischen Ausstattung eines Menschen beeinflusst. Die Effekte einzelner genetischer Faktoren sind meist klein und können nur in ausreichend großen Patientenkollektiven gefunden und statistisch an Bioproben (Blut, Serum, Plasma, Urin, Gewebe, Zelllinien etc.) nachgewiesen werden. Biobanken, in denen die Proben gelagert und zusammen mit krankheitsrelevanten Daten von Patienten/Probanden der Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden, sind ein wichtiges Instrument für die Epidemiologie, aber auch die Grundlagen- und die Klinische Forschung allgemein.

Das Helmholtz Zentrum München verfügt über umfangreiche Expertise beim Aufbau und bei der Bereitstellung von Biobanken. Prof. Dr. Dr. H.-Erich Wichmann, Direktor des Instituts für Epidemiologie, koordiniert bereits mehrere Biobank-Projekte des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Die Projekt werden nach internationalen Standards betreut, um sie in das europäische Netzwerk, das Biobanking and Biomolecular Resources Research Infrastructure (BBMRI; Münchner Verbund) eingliedern zu können. Deutscher Koordinator des europäischen Biobanken-Infrastrukturprojektes BBMRI ist Prof. Wichmann.

 

zurück