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Augsburger Herzinfarkt-Familienstudie 1996/97
Der akute Herzinfarkt
(HI)
hat neben verhaltensbedingten Rsikofaktoren mit hoher
Wahrscheinlichkeit auch erbliche (genetische) Ursachen. Zu der Identifizierung
von infarkttypischen Genveränderungen sind Familienstudien die Methode
der Wahl. Das bevölkerungsbasierte Augsburger Herzinfarktregister bietet
die Möglichkeit, Personen mit einem überlebten Herzinfarkt als "Schlüssel-
person"(Indexproband) für eine Familienstudie zu kontaktieren, deren
Familienstruktur zu erfragen und dann die Personen zur Studie einzuladen,
bei denen mindestens ein weiterer Geschwister zur Studienteilnahme bereit
ist.
Für
genetische Analysen geeignete Familienstrukturen:
(Quadrate
= Männer, Kreise = Frauen; durchgestrichen = verstorben;,
rot = erkrankt)
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Kernfamilie:
Genotyp- und Phänotyp-Informationen sind
von beiden Eltern und von mindestens zwei (in diesem Fall
erkrankten) Kindern vorhanden.
Geschwisterpaarstudie:
(affected sibpair study) Beide Eltern sind verstorben, aber
Genotyp- und Phänotyp-Informationen sind von 2 erkrankten
Geschwistern vorhanden.
Trio‘s:
Informationen von beiden Eltern und einem erkrankten
Kind sind vorhanden.
Trio‘s:
Genotyp- und Phänotypinformationen gibt es von 1 Elternteil,
1 erkrankten und 1 nichterkrankten
Kind
Geschwisterstudie:
Beide Eltern sind verstorben und Genotypinformationen sind
von mindestens 1 erkrankten und
1 nichterkrankten Kind vorhanden.
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Zeitlicher Ablauf der Identifizierung
von Herzinfarktfamilien:
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Krankengeschichte:
Die für die Augsburger Familienstudie erreichbaren
Indexprobanden (IP) waren bis zum Herzinfarkt seltener Zigarettenraucher,
sind beim Akutinfarkt moderner behandelt worden und hatten häufiger
eine für die Familienstudie vorteilhafte positive Herzinfarkt-Elternanamnese
als die IP, welche die Einschlusskriterien für die Studie nicht
erfüllten.
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Insgesamt konnten
1188 Probanden aus 618 Familien untersucht
werden. Für die Familienanalysen stehen 315 Familien
zur Verfügung, bei denen immer der Indexproband und mindestens ein weiterer
Geschwister untersucht wurde.
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Risikofaktoren
in Herzinfarktfamilien
Frauen:
78 mit HI, 292 ohne HI
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mit
HI
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ohne
HI
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| Mittl.
Alter (Jahre) |
57,2
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55,7
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| Zigarettenrauchen
(>1 Zig./d) |
13%
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18%
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| Hypertonie
(>160/95 mm HG) |
22%
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29%
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| Hypercholesterinämie
(TC >250 mg/dl)) |
33%
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35%
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| Übergewicht
(BMI >2.8/27.3 - <30) |
63%
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47%
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| Fettsucht
(BMI >= 30) |
35%
|
29%
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| Harnsäureerhöhung
(>6.1mg/dl) |
26%
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12%
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| APC-Resistenz |
18%
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13%
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Risikofaktoren
in Herzinfarktfamilien
Männer:
543 mit HI, 258 ohne HI
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mit
HI
|
ohne
HI
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| Mittl.
Alter (Jahre) |
56,2
|
54,0
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| Zigarettenrauchen
(>1 Zig./d) |
15%
|
33%
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| Hypertonie
(>160/95 mm HG) |
16%
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27%
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| Hypercholesterinämie
(TC >250 mg/dl)) |
26%
|
28%
|
| Übergewicht
(BMI >2.8/27.3 - <30) |
54%
|
41%
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| Fettsucht
(BMI >= 30) |
30%
|
22%
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| Harnsäureerhöhung
(>6.1mg/dl) |
60%
|
50%
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| APC-Resistenz |
12%
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15%
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Schlussfolgerungen:
Die Indexprobanden und ihre Geschwister
haben zum Zeitpunkt der Untersuchung ein unbedingt präventionswürdiges
Risikoprofil. Insbesondere der höhere Anteil an Rauchern und Hypertonikern
bei den Geschwistern bedarf der konsequenten Intervention.
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Beteiligte
Personen und Institutionen:
GSF: H. Löwel, S. Engel, B. Gneiting, J. Stieber, A. Döring, A. Schuler,
D. Lukitsch, A. Schneider, M. Heier,; Universität Regensburg: S. Holmer,
C. Hengstenberg, H. Schunkert;
Universität Ulm: W. Koenig; Zentralklinikum
Augsburg: B. Kuch, M. Tietze, R. Banos, W. Ehret, W. Behr, E. Christoph
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