ImmunDiabRisk - Studie zur Reifung des Immunsystems im Mutterleib und im frühen Kindesalter
Perinatale Faktoren beeinflussen das Risiko, Typ 1 Diabetes zu entwickeln. Kinder von Vätern mit Typ 1 Diabetes (T1D) haben ein höheres Risiko, selbst Diabetes oder Inselautoimmunität zu entwickeln als Kinder von Müttern mit Diabetes. Die Pankreasreifung und -entwicklung scheint bei Kindern von Müttern mit Typ 1 Diabetes im Mutterleib und im ersten Lebensjahr schneller und zu einem früheren Zeitpunkt stattzufinden. Möglicherweise unterscheidet sich die Thymusreifung dieser Kinder, darstellbar in Größe und Wachstum, von der Entwicklung bei Kindern gesunder Mütter. Unsere Hypothese ist, dass Kinder von Müttern mit Typ 1 Diabetes eine höhere Zahl an regulatorischen T-Zellen sowie ein unterschiedliches Zytokinmuster aufweisen und höhere c-Peptid- und Insulin-, aber geringere Proinsulinspiegel haben. Bei ihnen sind für Typ 1 Diabetes spezifische Autoantikörper seltener nachweisbar.
Ziel der Studie ist es, Unterschiede in der Reifung des Immunsystems zu untersuchen und Mechanismen zu identifizieren, die therapeutisch zur Verhinderung der Entstehung von Autoimmunität genutzt werden können. Teilnehmen können alle Frauen, die ein Kind erwarten. Das betrifft Schwangere, die selbst an Typ 1 Diabetes, Typ 2 Diabetes, Gestationsdiabetes oder MODY- (Mature onset diabetes of the young) Diabetes erkrankt sind, ebenso wie Familien, bei denen ein Mitglied an Typ 1 Diabetes erkrankt ist oder Familien ohne einen Diabetesfall. Da die Untersuchungen zum überwiegenden Teil in München stattfinden, werden in erster Linie Familien aus dem Großraum München angesprochen.
In der 20. und 28. Schwangerschaftswoche, im Alter von zwei Wochen, sechs und zwölf Monaten nach der Geburt werden Volumen und Größe von Thymus und Pankreas mittels Ultraschall gemessen. Im mütterlichen Blut werden DNA, RNA, PBMC, HbA1c und Blutbild untersucht. Nach der Geburt erfolgen umfangreiche Untersuchungen der Plazenta. Von der Mutter werden Stuhlproben während der Schwangerschaft und nach der Geburt, vom Kind werden Stuhlproben bis zum zweiten Lebensjahr untersucht. Außerdem werden Nabelschnurblut und kindliches Blut im Drei-Monats-Rhythmus bis zum Erreichen des zweiten Lebensjahres bezüglich derselben Parameter wie zur Analyse des mütterlichen Blutes untersucht. Teile der Plazenta, Zellen, Stuhl, Plasma und Serum werden asserviert.
Demographische sowie Daten zu perinatalen Faktoren (Kaiserschnitt, Infektionen, Medikamente, Ernährung, Impfungen) werden mit Fragebögen analysiert.
Teilnehmen können alle Frauen, die ein Kind erwarten. Diese erhalten während der Schwangerschaft zwei für sie kostenlose umfangreiche Ultraschalluntersuchungen in einer renommierten Münchner Pränatalpraxis sowie kompetente und individuelle medizinische Beratung während der gesamten Studiendauer.
Ansprechpartner: Dr. med. Katharina Warncke
Tel.: 0800 / 8 28 48 68 (kostenlose Hotline)
E-Mail: prevent.diabetes@lrz.uni-muenchen.de
