Generelle Zielsetzung des Instituts für Molekulare Immunologie
Das Immunsystem ist das Abwehrsystem eines Organismus und hat die Aufgabe, ihn vor eindringenden körperfremden Agentien zu schützen. Bei Allergien, Autoaggressions-krankheiten, Transplantat-Abstoßungsreaktionen oder Krebs-erkrankungen spielt das Immunsystem eine zentrale Rolle. Während für Allergien und Autoimmunerkrankungen überschießende Immunreaktionen ursächlich sind, kommt es bei malignen Erkrankungen zu einer Unterdrückung der spezifischen Antwort gegen die Tumorzellen. Zwar besitzen Krebszellen Antigene, die von immunologischen Effektorzellen als fremd erkannt werden können, jedoch entkommen die malignen Zellen auf unterschiedliche Weise dieser Immunantwort. Angesichts der schlechten Prognose vieler Krebserkrankungen besteht dringender Forschungsbedarf, um die Stimulation der Immunantwort als therapeutische Option bei Tumorpatienten nutzbar zu machen.
Das Institut betreibt anwendungsorientierte Grund-lagenforschung im Grenzgebiet zwischen Immunologie, Onkologie und Molekularbiologie. Ziel ist einerseits ein vertieftes Verständnis der Mechanismen, welche z.B. dazu führen, dass sich maligne Zellen der Immunüberwachung entziehen. Andererseits stellen die gewonnenen Erkenntnisse die Grundlage für die Entwicklung neuer Strategien zur gezielten Modulation des Immunsystems dar. Ergebnisse der experimentellen Grundlagenforschung sollen also unmittelbar in klinisch anwendbare Protokolle umgesetzt werden, und Beobachtungen am Patienten münden in neue grundlagenwissenschaftliche Fragestellungen. Das methodische Spektrum des Instituts erstreckt sich dementsprechend von immunologischen, zellbiologischen und molekularbiologischen In-vitro-Systemen über präklinische In-vivo-Modelle bis hin zu Untersuchungen am Patienten. Um dieses Konzept zu verwirklichen, wurden enge Kooperationen mit Münchener Universitätskliniken aufgebaut.
Die Arbeiten des Instituts konzentrieren sich auf urologische und hämatopoetische Neoplasien, also auf das Nieren- und Prostatakarzinom sowie auf Leukämien und Lymphome. Mittels immun- und gentherapeutischer Verfahren soll das Immunsystem manipuliert und eine Antitumor-Antwort hervorgerufen werden. Das Konzept der Gentherapie sieht eine genetische Modifikation von Tumorzellen vor, die als zelluläre Vakzine dem Patienten verabreicht werden. Für die Herstellung solcher Vakzinezellen wurde eine GMP-Einheit dem Institut angegliedert, für die immunologische Verlaufsbeobachtung nach therapeutischer Immunisierung werden innovative Diagnoseverfahren entwickelt.
Neben seinen Forschungsaktivitäten beteiligt sich das Institut an der Ausbildung von Studenten. Mehrere Mitarbeiter sind Mitglieder der Medizinischen bzw. der Biologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität und in deren Lehrbetrieb eingebunden. Das Institut verfügt über die Weiterbildungsermächtigung für Fachimmunologen.




