department of radiation sciences

Folgen für die Umwelt

     


    Was bedeutet das für die Umwelt? Wie lange bleibt alles verstrahlt?

    Die Radionuklide Jod 131 und Jod 133 sind aufgrund ihrer kurzen Halbwertszeiten von 8 Tagen nach drei Monaten praktische nicht mehr nachzuweisen und spielen dann keine Rolle mehr für die Strahlenexposition. Längerlebeige Nuklide wie Cäsium 134 und 137 sowie Strontium- und Plutoniumisotope bleiben hingegen viele Jahrzehnte in der Umwelt.

     

    Wie gelangt Radioaktivität in Grund- und Trinkwasser, was bewirkt sie dort?

    Bei einem Unfall freigesetzte Radionuklide binden sich an Aerosolpartikel in der Luft und lagern sich mit dem Niederschlag auf dem Boden, auf Pflanzen, Gebäuden und Oberflächen ab. Dort werden sie von weiteren Niederschlägen abgewaschen und in Gewässer bzw. in tiefere Bodenschichten eingeschwemmt. Abhängig von den  Sorptionseigenschaften der Nuklide können sie im Lauf von Jahren und Jahrzehenten in tiefere Bodenschichten und damit auch in das Grundwasser verlagert werden. Über Nahrungsketten und Trinkwasser gelangt ein Teil der abgelagerten Aktivität wieder zum Menschen. Zum Teil gibt es oberflächliche Trinkwasserreservoirs, in die durch Regen radioaktives Material gespült wurde. 

     

    Auswirkungen des Reaktorunfalls in Japan auf die Umwelt (Land und Meer; kurz-, mittel-, langfristig), Vergleich mit den Auswirkungen der Tschernobyl

    Ist im Moment für Japan noch nicht abzuwägen. Deutschland ist nicht gefährdet.

     

    Wie/ auf welchem Weg/ in welcher Form können radioaktive Teilchen in die Nahrungskette gelangen?

    Pflanzen, Boden und Gewässer werden durch Regen und trockenen Niederschlag aus der Luft kontaminiert. Über Nahrungspflanzen gelangt Aktivität direkt oder über den Weg der Nahrungskette bei landwirtschaftlichen Nutztieren zum Menschen. Auf dem Boden deponierte längerlebige Radionuklide diffundieren von der Erdoberfläche mit dem Sickerwasser in den Wurzelbereich hinein und werden dort wieder über die Wurzeln aufgenommen. Das Nuklid Cäsium wird stark an Tonminerale im Boden gebunden. Dadurch verbleibt es lange im Wurzelbereich der Pflanze, gelangt aber kaum in das Grundwasser.

     

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