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Glossar

A

Adipositas: medizinische Bezeichnung für extremes Übergewicht. Nach einer Definition der WHO ab einem Body Mass Index (BMI) über 30.

Allele: Alternative Formen eines Gens, die auf dem gleichen Chromosomenort gelegen sind, sich aber in der Sequenz unterscheiden. Allele können zu gleichartigen oder unterschiedlichen Merkmalen (Phänotypen) führen. Verschiedene Zustandsformen entstehen durch Mutation.

Allergene: Stoffe, die eine Antwort des Immunsystems auslösen können.

Allergenkarenz: Vermeidung von Allergenen

Allergie: Spezifische Änderung der Immunitätslage im Sinne einer krankmachenden Überempfindlichkeit. Allergien richten sich gegen Fremdstoffe (Allergene), die auf den Körper einwirken.

Allergiediagnostik: Erkennen einer allergischen Erkrankung und Identifizierung der auslösenden Faktoren.

Alveolen: Lungenbläschen, die am Ende des Bronchialbaums im Lungengewebe an den Bronchiolen sitzen.

Aminosäuren: Grundbausteine der Eiweiße (Peptide und Proteine), Moleküle mit Carboxylgruppe (-COOH) und einer Aminogruppe (-NH2). Für Erwachsene sind acht der 20 verschiedenen Aminosäuren essentiell d.h. lebensnotwendig und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte, u.a. Art, Beginn, Verlauf der Erkrankung im Gespräch zwischen Arzt und Patient.

Anaphylaktischer Schock: Die heftigste allergische Reaktion, bei der es zu Kreislaufversagen, vereinzelt sogar zum Tod kommen kann.

Antigene: Moleküle, die von einem spezifischen Antikörper gebunden werden. Antikörper werden beim ersten Kontakt des Körpers mit dem als "fremd" erkannten Antigen durch das Immunsystem gebildet. Die Antigen-Antikörper-Reaktion findet aufgrund ihrer hohen Spezifität in der klinischen Diagnostik Verwendung (z.B. bei Virus-Infektionen: Nachweis der körpereigenen Antikörper).

Antikörper: Proteine mit einer spezifischen Bindungsstelle für Antigene. Antikörper sind meist im Blut gelöst, können aber auch an Membranen gebunden vorliegen. Beim Kontakt des Körpers mit Antigenen werden durch eine komplexe Immunreaktion Antikörper synthetisiert. Sie binden an das Antigen und "neutralisieren" bereits dadurch oftmals schon dessen Wirkung. Schließlich "verdauen" Fresszellen (Phagozyten) den Antigen-Antikörper-Komplex enzymatisch.

Aneurysma: Ballonartige Erweiterung eines Teils einer Arterie, meist verursacht durch eine Arteriosklerose.

Angina Pectoris: ein Symptom der Koronaren Herzkrankheit. Schmerz in der Brust, der durch eine Durchblutungsstörung des Herzens ausgelöst wird.

Apoplex: siehe Schlaganfall

ARDS: Akutes Lungenversagen (Adult Respiratory Distress Syndrome)

Arteriosklerose: Arterienverkalkung bzw. Ablagerungen von Cholesterin, Blutzellen und Bindegewebe, auch als Plaque bezeichnet, führen zur Verhärtung der Blutgefäßwand und schließlich zur Gefäßverengung der mittleren und großen Arterien. Arteriosklerose tritt am häufigsten in Arterien von Herz, Bauchraum, Beinen und Gehirn auf. Bei fortschreitender Arteriosklerose nimmt der Gefäßdurchmesser und damit auch der Blutstrom in der Arterie ab. Reißt der Plaque auf, bildet sich ein Blutgerinnsel, das das Blutgefäß verstopfen kann und zum Absterben von Gewebe und damit zum Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann.

Asthma bronchiale: Erkrankung der Atemwege, die häufig, aber nicht ausschließlich auf einer allergischen Reaktion beruht. Ursache für die in Anfällen auftretende Atemnot sind Entzündungen und Schwellungen der Bronchialschleimhaut mit einhergehender Verengung der Atemwege.

Atopie: Tendenz zur Entwicklung bestimmter Erkrankungen auf dem Boden einer familiären Überempfindlichkeit von Haut und Schleimhäuten gegen Stoffe der Umwelt. Zu den atopischen Erkrankungen zählen das allergisch bedingte Asthma, der Heuschnupfen (allergische Rhinitis) und Neurodermitis (atopische Dermatitis).

Assoziationsstudie: eine Studie, die genetische Zusammenhänge überprüft, beispielsweise ob ein Allel eines Kandidatengens mit der untersuchten Erkrankung assoziiert ist.

B

Body Mass Index (BMI): Der BMI ist eine Maßzahl für die Bewertung des Körpergewichts eines Menschen. Er berechnet sich in dem das Körpergewicht (in kg) dividiert wird durch die Körpergröße (in m) zum Quadrat.

Bronchialkarzinom: medizinische Bezeichnung für Lungenkrebs.

Bronchialobstruktion: Verengung der Atemwege, die Atemnot verursacht.

Bronchien: Äste der Luftröhre, über die Luft in der Lunge verteilt wird.

Bronchitis: Entzündung der Schleimhäute der Bronchien, die  meistens durch Viren verursacht wird.

C

Claudicatio intermittens: Durchblutungsstörung der Beine und ein Stadium der pe-ripheren arteriellen Verschlusskrankheit. Claudicatio intermittens ist die Folge von Gefäßverengung in den Beinarterien, die meist durch Arteriosklerose verursacht wird. Der daraus entstehende Sauerstoffmangel in den Muskeln führt zu Schmerzen beim Gehen, die nach einer Ruhephase wieder nachlassen. Wörtlich bedeutet der Begriff "mit Unterbrechung auftretendes Hinken".

Chromosomen: Strukturelle Einheiten im Kern der Zelle, auf denen die Gene linear angeordnet sind. Chromosomen sind die Hauptträger der genetischen Information. Die menschliche DNA (7,8 Milliarden Basenpaare) ist in 2 x 23 Chromosomen "verpackt", davon sind zwei die Geschlechtschromosomen (XX: weiblich, XY: männlich). Der Begriff "Chromosom" weist auf die Anfärbbarkeit der Chromosomen durch Farbstoffe und damit auf ihre Entdeckung im Lichtmikroskop hin.

COPD: dauerhafte, fortschreitende Lungenerkrankung mit Einengung der Atemwege (engl: chronic obstructive pulmonary disease). Chronisch obstruktive Bronchitis und Lungenemphysem treten häufig gemeinsam auf.

D

Diabetes mellitus: Als Diabetes mellitus wird eine Regulationsstörung des Stoffwechsels bezeichnet, meist mit erhöhtem Blutzuckerspiegel. Der Regulationsstörung liegt entweder eine gestörte Insulinausschüttung und/oder eine verminderte Insulinwirkung (=Insulinresistenz) zugrunde. Die wichtigsten Komplikationen bei Diabetikern sind Herzinfarkt und Schlaganfall.

DNA: desoxyribonucleic acid (Desoxyribonukleinsäure), chemische Bezeichnung für den Träger der Erbinformation. Sie besteht aus den Basen Adenin, Thymin, Cytosin und Guanin, die über ein Zucker-Phosphat-Gerüst miteinander verknüpft sind. Die lineare Abfolge der Basen ist die "Sequenz" der DNA. Die DNA weist als Raumstruktur eine Doppelhelix auf. Gegenläufige Stränge werden durch die Wechselwirkung (Wasserstoffbrückenbindung) komplementärer Basen stabilisiert (Basenpaarung): A bindet immer an T (und umgekehrt), G bindet immer an C (und umgekehrt). Dadurch wird die chemische Erkennung der "richtigen" Base bei der Replikation und Transkription ermöglicht.

DNA-Chip-Technologie: effiziente, relativ neuartige Untersuchungsmethode zur Messung von genetischen Unterschieden. Die mit Fluoreszenzfarbstoffen markierten Nukleinsäuren einer Probe binden an komplementären Sequenzen auf einem Glasplättchen (Chip). Mit Hilfe von Lesegeräten, die i.d.R. Fluoreszenzsignale messen, können auf einem Chip bis zu 50.000 unterschiedliche DNA-Sequenzen detektiert werden.

DNA-Fingerprinting ("genetischer Fingerabdruck"): Methode zur Identifizierung eines Individuums aufgrund von DNA-Spuren, die beispielsweise an einem Tatort hinterlassen wurden. Nach der Vervielfachung (Amplifizierung) der DNA mittels PCR und anschließender Auftrennnung durch Elektrophorese. Untersucht man zahlreiche Polymorphismen, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass zwei oder mehrere Individuen die identischen Muster aufweisen, extrem gering.

E

Emphysem: siehe Lungenemphysem.

Enzyme: Proteine, die Stoffwechselreaktionen in vivo und in vitro katalysieren bzw. steuern. Enzyme sind an allen wichtigen chemischen Reaktionen des Körpers beteiligt. Die Katalyse läuft an einem aktiven Zentrum des Proteins ab.

Epidemiologie (allg.): Lehre von der Verbreitung und den Ursachen von Krankheiten in der Bevölkerung. Es wird nach der Häufigkeitsverteilung von Krankheiten (deskriptive Epidemiologie), den Entstehungsursachen (analytische Epidemiologie) und nach wissenschaftlich begründeten Handlungsmöglichkeiten (interventive Epidemiologie) von Krankheiten gefragt, um die Krankheiten erfolgreich zu bekämpfen und zu überwinden.
Neben der Krankheit selbst wird das soziale, geographische und ökonomische Umfeld der Erkrankten in die Studie miteinbezogen.

Unterschiedliche Bereiche der Epidemiologie:

  • Klinische Epidemiologie: Die klinische Epidemiologie folgt dem Auftrag, Forschungsprojekte und Lösungen zu entwickeln, die eine bessere medizinische Versorgung ermöglichen, z.B. Testen von Medikamenten oder medizinischen Geräten.
  • Genetische Epidemiologie: Ziel der genetischen Epidemiologie ist es, den Einfluss der Genetik auf die Entstehung von Krankheiten und deren Verlauf zu verstehen, z.B. konnte mit Hilfe der KORA-Studienkohorte ein Gen identifiziert werden, das an der Regulation des Harnsäurespiegels beteiligt ist und somit Einfluss auf die Gicht hat.
  • Umweltepidemiologie: Untersuchung von Umwelteinflüssen, insbesondere von beruflichen Risikofaktoren im Zusammenhang mit z.B. Krebserkrankungen, deren Verteilung und Ursachen.

Exposition (aus epidemiologischer Sicht): In der Epidemiologie steht Exposition für das Vorhandensein eines ursächlichen Faktors, der mit der Krankheit assoziiert ist. Faktoren können z.B. Umwelteinflüsse sein oder genetische Defekte, die zu einer Krankheit führen können. Für die Auswertung vergleicht man die Werte der Gruppe unter Exposition mit der Kontrollgruppe, die keinen Kontakt mit dem Risikofaktor hatten.

F

Fall-Kontroll-Studie: Hier wird untersucht, ob Personen mit einer bestimmten Krankheit (Fälle) häufiger oder die untersuchten Risikofaktorenwaren höher waren als vergleichbare Personen ohne diese Krankheit (Kontrollen). Die Gruppen sollten hinsichtlich anderer Risikofaktoren möglichst ähnlich sein.

Follow-up-Studie: Im Zuge einer Follow-up-Studie wird für jede Person aus der Kohortenstudie festgestellt, ob sie bis zu einem bestimmten Stichtag erkrankt ist (Inzidenz-Follow-up) oder ob sie verstorben ist (Mortalitäts-Follow-up).


G

Gen: Gregor Mendel definierte den Begriff Gen als die kleinste vererbbare Einheit des Erbguts. Mit der Entdeckung der DNA als Träger der Erbinformation wurde der Begriff Gen erweitert: Ein Gen ist ein Abschnitt der DNA, der für ein bestimmtes Protein kodiert und zudem regulatorische Elemente enthält (Promotor).

Genetischer Code: Die Erbinformation liegt in der DNA in Form von Nucleotid-Basen vor (A: Adenin, T: Thymin, G: Guanin, C: Cytosin). Ein Basentriplett entspricht dabei einer Aminosäure. Statistisch gesehen gibt es für die Kombination von drei Basen aus der Auswahl von vier Basen genau 4x4x4 = 64 Möglichkeiten. Da es nur 21 Aminosäuren im menschlichen Körper gibt. ist der genetische Code überbestimmt, d.h. mehr als ein Triplett kodiert für eine bestimmte Aminosäure.

Genom: Gesamtheit des genetischen Materials einer Zelle oder eines Individuums.

Genotyp: Beschreibung der genetischen Ausstattung eines Organismus im Unterschied zu dessen Phänotyp, vgl. Genom, homozygot und heterozygot.

Gentechnologie: Gentechnologische Verfahren setzen molekularbiologisches Wissen in technisch verwertbare Prozesse um, z.B. bei der Synthese des Blutgerinnungsfaktors F VIII oder des Hormons Insulin. Das entsprechende Fremdgen muss in den Organismus eingebracht werden (Vektor), dort stabil vorliegen, aber vor allem exprimiert werden (Expression). Gentechnologisch hergestellte Produkte weisen gerade im Vergleich zu Produkten aus Blutbestandteilen oder tierischen Organen den Vorteil auf, chemisch rein und infektionsfrei zu sein. Dabei muss jedoch beachtet werden, keine Fremdkontamination durch Bestandteile der Nährlösungen (z.B. Rinderserumalbumin bei tiereischen Zellkulturen) einzubringen. Gentechnologisch synthetisierte Proteine sind mit den im Organismus des Menschen synthetisierten Proteinen identisch.

Gentherapie: gentechnologische Behandlung von erblich bedingten Erkrankungen durch das Ersetzen eines defekten Gens a) in Zellen der Keimbahn: Das Individuum gibt die reparierte DNA an die Nachkommen weiter, bzw. b) im Organismus (somatische Gentherapie): Nur der Organismus des Individuums wird geheilt, die DNA-"Korrektur" wird nicht vererbt. Die "neuen" DNA-Fragmente werden mit Hilfe von Vektoren in die Zellen des Patienten geschleust. In den USA laufen zur Zeit klinische Studien zur Gentherapie der Bluterkrankheit (Hämophilie).

Gentest: vgl. PCR und DNA-Fingerprinting.

Gicht: Stoffwechselstörung, bei der sich kristallisierte Harnsäure vor allem in den Gelenken absetzt und zu Entzündung und starken Schmerzen führt. Die Ursache von Gicht ist ein Anstieg des Harnsäurespiegels im Blut (Hyperurikämie). Dieser beruht auf einer verstärkten Harnsäurebildung des Körpers, einer verminderten Ausscheidung der Harnsäure über die Niere und/oder einer erhöhten Aufnahme von purinreichen Lebensmitteln, die im Stoffwechsel zu Harnsäure abgebaut werden (v.a. Innereien, bestimmte Fischarten und die Haut von Fisch und Fleisch). Alkoholische Getränke können ebenfalls den Harnsäurespiegel erhöhen und so einen Gichtanfall auslösen. Gicht und erhöhte Harnsäurewerte im Blut sind mit einigen Risikofaktoren der koronaren Herzkrankheit, wie Übergewicht, Hypertonie, Dyslipidämien und Diabetes, verbunden.

Glukokortikosteroide: Medikamente zur Behandlung allergischer Erkrankungen. Sie sind dem Nebenrindenhormon Cortison nachempfunden und wirken entzündungshemmend.

H

Herzinfarkt: siehe Myokardinfarkt

Heterozygot: Vorliegen von verschiedenen Allelen eines Gens; "mischerbig".

Histamin: Botenstoff, der nach Kontakt mit Allergenen und IgE-Antikörpern freigesetzt wird. Er ist für Symptome wie Juckreiz oder Schnupfen verantwortlich.

Homozygot: ein Organismus mit zwei identischen Allelen eines Gens; "reinerbig".

Humangenomprojekt: internationales Projekt mit dem Ziel der Aufklärung des menschlichen Erbguts. Von dem Ergebnissen erhoffen sich Wissenschaftler sowohl ein tieferes Verständnis der Funktion und Regulation der Gene als auch der molekularen Ursachen von Erkrankungen; Internet: www.dhgp.de.

Hyperlipidämie: Fettstoffwechselstörung. Hyperlipidämie ist eine Störung des Fettstoffwechsels und durch krankhaft erhöhte Blutfettwerte gekennzeichnet. Erhöht sein können entweder die Cholesterinwerte, die Triglyceridwerte oder beide.

Hypertonie: Hypertonie bedeutet Bluthochdruck und wird anhand von zwei Werten ausgedrückt: der erste ist der systolische (oberer Wert) und der zweite der diastolische Blutdruck (unterer Wert). Hypertonie wird als ein wichtiger Risikofaktor für Schlaganfall und KHK angesehen. Hypertonie liegt vor, wenn - ohne Therapie - der obere Wert über 140mmHg und/oder der untere Wert über 90mmHg liegt. Da eine Hypertonie häufig stumm verläuft und keine Beschwerden verursacht, ist die Blutdruckmessung bei ärztlichen Routineuntersuchungen besonders wichtig. Meist ist die Ursache für eine Hypertonie unbekannt. Faktoren wie Vererbung, Ernährung und Lebensstil sind jedoch von Bedeutung. Auch besteht zwischen Übergewicht und Bluthochdruck eine enge Beziehung.

Hyposensibilisierung: Behandlung zur langfristigen Dämpfung der allergischen Reaktion. Dem Patienten wird dabei das relevante Allergen in steigender Dosierung verabreicht, um das Immunsystem daran zu "gewöhnen".

I

Immunglobuline (Ig): Proteine, die i.d.R. als Antikörper wirken. Sie werden in unterschiedliche Klassen eingeteilt, je nach Form und Funktion (z.B. IgM, IgE).

Immunmodulation: Beeinflussung des Immunsystems.

Insulin: Peptidhormon der Bauchspeicheldrüse, reguliert den Blutzuckerspiegel. Insulin wurde früher aus den Bauchspeicheldrüsen von Schweinen isoliert und kann heute gentechnologisch hergestellt werden.

Interleukine: von Leukozyten produzierte Glykoproteine, die das Wachstum, die Aktivität und die Differenzierung von Zellen des Immunsystems steuern.

Inzidenz: Inzidenz ist die Zahl der neu auftretenden Erkrankungen während eines definierten Zeitraumes innerhalb einer bestimmten Bevölkerungsgruppe im Verhältnis zur der Zahl der Personen zu Beginn der Untersuchung.

Inzidenzrate: Zahl der Personen mit Neuerkrankung pro Zeiteinheit im Verhältnis zur Zahl der exponierten Personen.

J

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K

Kardiovaskuläre Erkrankung: Erkrankungen, die Herz und/oder Blutgefäße betreffen

Kohlenhydrate: Kohlenhydrate sind einer der Hauptbestandteile unserer Nahrung und umfassen drei Gruppen: Monosaccharide (Einfachzucker, z.B. Glukose = Traubenzucker), Disaccharide (aus zwei Monosacchriden bestehend; z.B. Saccharose = Rohrzucker, Rübenzucker) und komplexe Kohlenhydrate genannt Polysaccharide; dazu gehören Stärke sowie Ballaststoffe. Zu den stärkereichen Lebensmitteln zählen Getreide, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Kartoffeln und einige Gemüsesorten. Sie sind gleichzeitig reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen und bewirken ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl als Monosaccharide. Es wird ein hoher Verzehr von Lebensmitteln mit komplexen Kohlenhydraten empfohlen.

Kohorten-Studie: In einer Kohortenstudie wird untersucht, ob bei Personen, die einem möglichen Risikofaktor ausgesetzt waren – zum Beispiel Radon – (Risikogruppe) bestimmte Erkrankungen häufiger auftreten als bei Personen, die keinen Kontakt zu diesem Risikofaktor hatten (Kontrollgruppe).

Kontaktdermatitis: Auch als Kontaktekzem bezeichnet. Nach Berührung eines Allergens mit der Haut ausgelöste Allergie, die sich in einer Entzündung äußert.

Koronare Herzkrankheit (KHK): Koronare Herzkrankheit bezeichnet eine Erkrankung, bei der die Arterien des Herzens betroffen sind. Die häufigste Ursache ist Arteriosklerose. Arteriosklerose entwickelt sich über die viele Jahre. Ein charakteristisches Symptom der KHK ist ein "krampfartiger" Schmerz in der Herzgegend, die Angina pectoris. Die Hauptursache eines Herzinfarkts ist die koronare Herzkrankheit. KHK kann jahrelang unbemerkt bleiben und sich vermeintlich plötzlich als Herzinfarkt zeigen.

Krebs: maligne (bösartige) Entartung körpereigener Zellen durch Verlust der Wachstumskontrolle. Die neu gebildeten Zellen zerstören das umgebende Gewebe, streuende Zellen aus dem Tumor gelangen über Blut- und Lymphbahnen in andere Bereiche, wo Metastasen (Tochtergeschwülste) entstehen können. Gutartige (benigne) Tumoren hingegen erzeugen keine Metastasen und durchdringen i.d.R. beim Wachstum das umgebende Gewebe nicht. Ein Modell der Krebsentstehung umfasst die Stufen Initiation (Entstehung von DNA-Schäden durch Strahlung oder Chemikalien), Promotion (Vermehrung der Zelle mit geschädigter DNA, abhängig von Promotoren wie Hormonen oder Umweltgiften) und Progression (unkontrolliertes Wachstum des Klons mit geschädigter DNA).

Kreuzallergie: gleichzeitige Allergie gegen verschiedene Allergene mit molekularen Ähnlichkeiten (z.B. Birke/Apfel).

L

Lipide: Fette; vielseitige Gruppe von Biomolekülen, die eine wichtige Rolle beim Aufbau von Zellwänden, bei der Energiespeicherung und Ernährung und bei der Kommunikation von Zellen spielen.

Lungenemphysem: Beim Lungenemphysem sind die kleinsten Bronchien und die Lungenbläschen dauerhaft erweitert (Überblähung), verbunden mit einer Zerstörung der Lungenstruktur.

Lymphozyten: eine von drei Gruppen weißer Blutkörperchen.

M

Mastzellen: hauptsächlich in der Schleimhaut lokalisierte Immunzellen, die bei Allergien des Soforttyps eine wichtige Rolle spielen. Sie setzen Botenstoffe wie Histamin frei, wenn sie nach der Sensibilisierung erneut mit dem Allergen in Kontakt kommen.

Metabolisches Syndrom: bezeichnet eine bestimmte Kombination von Risikofaktoren, wie bauchbetontes Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck und erhöhter Blutzucker.

Mikroalbuminurie: Die Mikroalbuminurie ist eine Spätfolge des Diabetes mellitus und bezieht sich auf eine Störung der Nieren, bei der der Eiweißgehalt im Urin leicht erhöht ist. Die Mikroalbuminurie ist ein frühes Zeichen für eine Nierenerkrankung bei Diabetes und gleichzeitig ein Hinweis auf ein stark erhöhtes Risiko für Arteriosklerose und koronare Herzkrankheit.

Morbidität: Unter Morbidität versteht man die Zahl von Erkrankungsfällen innerhalb einer Bevölkerung. Inzidenzrate und Prävalenzrate sind beides Kennzahlen der Morbidität.

Mortalität: Mortalität bezeichnet den Anteil von Personen, die an einer bestimmten Erkrankung in einer Bevölkerungsgruppe während eines bestimmten Zeitraums (meist für ein Jahr) gestorben sind, an der Zahl der Personen in der Bevölkerungsgruppe.

Multimorbidität: Multimorbidität bezeichnet das Vorkommen mehrerer Krankheiten bei einer Person. Insbesondere ältere Menschen sind oft von mehreren Krankheiten gleichzeitig betroffen.

Mutation: vererbbare Änderungen in der Sequenz der DNA. Man unterscheidet dabei Deletion (Verlust von Basen), Insertion (Einbau zusätzlicher Basen), Substitution (Austausch von Basen) etc. Bei Punktmutationen erfolgt der Austausch einer einzelnen Base.

Myokardinfarkt: Der Myokardinfarkt oder Herzinfarkt ist beinahe immer das Endergebnis eines langfristigen Prozesses der Arteriosklerose, die zu einer Verengung der Arterien des Herzens (Koronararterien) führt. Blutgerinsel können zum Verschluss von Koronararterien führen und die Blutzufuhr zum Herzen unterbrechen. Der Herzmuskel stirbt aufgrund des Sauerstoff- und Nährstoffmangels ab.

N

Neurodermitis: im deutschsprachigen Raum gebräuchlicher Name für atopische Dermatitis oder atopisches/ endogenes Ekzem.

O

Obstruktiv: hemmend, verstopfend (hier bei entzündlichen Prozessen).

P

PCR (polymerase chain reaction, Polymerase-Kettenreaktion): Verfahren zur Vermehrung (Amplifizierung) geringer Mengen einer DNA für diagnostische, analytische oder forensische Zwecke. Unter Verwendung eines Enzyms (Polymerase) und zweier Startermoleküle (Primer) mit komplementärer Teilsequenz zu jeweils einem Ende der zu amplifizierenden DNA erfolgt ein zyklischer Prozess, der etliche Male wiederholt wird:
1. Bindung des Primers an einen DNA-Einzelstrang,
2. enzymatische Verlängerung des Strangs,
3. thermische Spaltung des entstandenen Doppelstrangs in zwei Einzelstränge.
Durch die PCR entstehen theoretisch aus einem DNA-Molekül nach 20 Zyklen rund 1.000.000 neuer DNA-Moleküle.

Penetranz: Maß (Prozentsatz) für die Ausprägung eines bestimmten Phänotyps bei einer Gruppe von Individuen mit gegebenem Genotyp.

Phänotyp: Erscheinungsbild einer Zelle oder eines Individuums, das durch den Genotyp und/oder durch Umwelteinflüsse zustande kommt.

Prädisposition, genetisch: genetische Anlage für bestimmte Krebserkrankungen, z.B. für Brustkrebs. Die entsprechenden Gene stammen aus der Gruppe der Tumorsuppressorgene.

Prävalenz: Prävalenz ist der Anteil erkrankter Personen in einer Bevölkerungsgruppe zu einem bestimmten Zeitpunkt. Zahl erkrankter Personen im Gegensatz zur Allgemeinbevölkerung.

Prick-Test: Diagnoseverfahren zur Erkennung von Allergenen, gegen die ein Mensch sensibilisiert ist.

Proliferation: Zellteilung, Zellwachstum.

Promotor: DNA-Region, von der aus die Transkription eines Gens gesteuert wird. Die RNA-Polymerase bindet im ersten Schritt der Transkription an den entsprechenden Sequenzbereich. Promotoren sind eine Voraussetzung für die Expression eines Gens.

Protein: Molekül, das durch die Verknüpfung zahlreicher Aminosäuren mittels Peptidbindung entstanden ist. Proteine haben beispielsweise als Strukturproteine oder als Biokatalysatoren im Stoffwechsel lebender Zellen eine entscheidende Bedeutung.

Proteom: Gesamtheit der Proteine einer Zelle oder eines Individuums. Bei gegebener genetischer Ausstattung bestimmen u.a. die Umwelteinflüsse einer Zelle, welche Gene exprimiert und damit welche Proteine synthetisiert werden bzw. wie hoch die Expressionsrate dieser Gene ist. Zu den Umwelteinflüssen zählen die Ernährung des Individuums, das Klima, die mögliche Belastung mit Schadstoffen etc.

Public Health Forschung: Gegenstand der Forschung ist die Gesundheitsförderung und Prävention von Krankheiten sowie das Gesundheitswesen. Public Health Forschung ist eine angewandte wissenschaftliche Disziplin, die Erkenntnisse aus Medizin, Gesellschaft und Managementwissenschaften systematisch zusammenführt, um Forschungsergebnisse Zielgerichtet in die Praxis umzusetzen. Im Hinblick auf die gestammte Bevölkerung oder gefährdete Bevölkerungsgruppen sollen absehbare Gesundheitsrisikos und Gefahren vermieden werden. Eine der wichtigen Handlungsfelder ist die Epidemiologie, an deren deskriptiven und analytischen Forschungsansätzen sich die Public Health Forschung neben den Ansätzen anderer Richtungen orientiert. Zu den Public Health umschreibenden Disziplinen gehört neben der Epidemiologie unter anderem auch die Gesundheitsökonomie.

Q

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R

RAST: Abkürzung für Radio-Allergo-Sorbent-Test. Labormethode zum Nachweis von IgE-Antikörpern. Das Verfahren dient der Bestimmung von Allergenen, gegen die ein Patient sensibilisiert ist.

Rekombination: Neukombinierung von DNA. Bei der in vitro Rekombination werden mit molekulargenetischen Methoden DNA-Abschnitte unterschiedlicher Herkunft miteinander verknüpft.

Replikation: identische Verdopplung einer DNA unter Zuhilfenahme zahlreicher zellulärer Enzyme. Dabei wird die Doppelhelix im ersten Schritt entwunden, ein Enzymkomplex lagert sich an. Komplementäre Basen (A, T, G, C) binden und werden enzymatisch zu einem neuen DNA-Molekül verknüpft.

Rezessiv: "Verdeckte" Vererbung eines Merkmals. Ein rezessives Allel kann sich gegenüber einem dominanten Allel nicht als Merkmal im Gentyp durchsetzen (heterozygot). Rezessive Gene prägen sich nur aus, wenn sie in zweifacher Kopie (homozygot) im Genom vorliegen.

Rhinitis: Entzündung der Nasenschleimhaut, die durch einen Virusinfekt (Schnupfen) oder durch eine allergische Reaktion (Heuschnupfen, allergische Rhinitis) verursacht wird.

RNA (ribonucleic acid, Ribonukleinsäure): Nukleinsäure-Moleküle, bestehend aus einer Zucker-Phosphat-Kette, an die die Basen Adenin, Uracil, Guanin und Cytosin gebunden sind; "Botenmolekül", das den genetischen Code vom "Alphabet der Basen" (DNA) in das "Alphabet der Aminosäuren" (Proteine) überträgt (mRNA).

S

Schlaganfall: Ein Schlaganfall (Apoplex) ist eine plötzliche Unterbrechung der Gehirndurchblutung (Ischämie) oder eine Blutung im Gehirn, wobei eine umschriebene Region betroffen ist. Die Nervenzellen im Gehirn erhalten dadurch zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe und sterben ab. Leicht beschädigte Zellen können sich teilweise wieder regenerieren, abgestorbene können nicht wieder ersetzt werden.

Sensibilisierung: geht der Entwicklung einer Allergie voraus. Dabei legt das Immunsystem IgE-Antikörper oder spezielle Immunzellen an, die in der Lage sind, ein bestimmtes Allergen zu erkennen. Eine Sensibilisierung ermöglicht die Reaktionsfähigkeit auf ein bestimmtes Allergen, führt aber nicht zwangsweise zu einer Allergie.

Sequenz: Abfolge der Basen in einer Nukleinsäure (DNA, RNA) bzw. Abfolge der Aminosäuren in einem Protein.

Sequenzierung: 1. Sequenzierung von Nukleinsäuren: Verfahren zur Bestimmung der Abfolge der Basen. 2. Sequenzierung von Peptiden/Proteinen: Verfahren zur Bestimmung der Abfolge der Aminosäuren. Die Sequenzierung erfolgt i.d.R. durch geeignete chemische Abbaureaktionen.

SNP (single nucleotide polymorphism): Mutationen einer Base im Genom.

Sputum: Auswurf; Absonderungen aus den Bronchien; die Untersuchung des Sputums dient der Diagnose von Erkrankungen der Atemwege.

Stammzellen: Vorläufer differenzierter Zellen. Aus ihnen kann sich jeder Zelltyp bzw. jeder Gewebetyp entwickeln (Pluripotenz). Embryonale Stammzellen (Zellen direkt nach der Befruchtung bis zum 4-Zellen-Stadium) sind totipotent, aus ihnen kann ein ganzer Organismus entstehen. Deshalb unterliegt die Handhabung embryonaler Stammzellen dem Embryonenschutzgesetz.

T

T-Helfer-Zellen (T-Lymphozyten): Zelltyp, der für die zelluläre Immunantwort verantwortlich ist.

Thrombose: Blutgerinnsel, das zu teilweiser oder völliger Blockade einer Arterie oder Vene führt, meist verursacht durch Entzündungen, Arteriosklerose und Verletzungen. Ein solches Blutgerinnsel entwickelt sich meist an der Seite einer arteriosklerotisch veränderten Arterienwand im Herzen (Koronarthrombose) oder im Gehirn (zerebrovaskuläre Thrombose) und kann zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Eine Thrombose kann jedoch auch in einer tiefen Beinvene entstehen (Thrombophlebitis). Wenn sich das Blutgerinnsel dieser venöse Thrombose löst, kann es zum Herzen wandern und gelangt von dort in den Lungenkreislauf. Dadurch kommt es zum Verschluss einer Lungenarterie, wodurch eine Lungenembolie ausgelöst wird. Die Symptome sind Schmerzen in der Brust, Kurzatmigkeit oder Husten. In schweren Fällen kann die Person bei einer Lungenembolie das Bewusstsein verlieren oder plötzlich sterben.

Trigger: Auslöser

U

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V

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X

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Y

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Z

Zerebrovaskuläre Erkrankung: Krankheit, die die Blutgefäße zur Versorgung des Gehirns betrifft.

Zytokine: Proteine, die von Immunzellen, aber auch von nicht immunologischen Zellen gebildet und freigesetzt werden. Die Zytokine dienen den Immunzellen als "Botenstoffe", sie steuern und koordinieren die Abwehr von Krankheitserregern. Zytokine sind mitverantwortlich für den erfolgreichen Ablauf einer Immunreaktion.