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Informationen zum Thema Diabetes

Diabetes mellitus, auch Zuckerkrankheit genannt, ist ein Sammelbegriff für verschiedene Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels. Hauptbefund sind erhöhte Blutzuckerwerte.

Typ-1-Diabetes: Bei diesem Krankheitstyp zerstört das körpereigene Immunsystem im Rahmen einer Entzündungsreaktion (wahrscheinlich im Kleinkindalter) die insulinproduzierenden Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Dies führt nach und nach zu einem zunehmenden Insulinmangel. Ursache von Typ-1-Diabetes können rund 20 verschiedene Genveränderungen und zahlreiche umweltbedingte Faktoren sein.

Typ-2-Diabetes: Hierbei handelt es sich um eine Störung, bei der Insulin zwar vorhanden ist, aber an seinem Zielort, den Zellmembranen, nicht richtig wirken kann (Insulinresistenz). Viele Typ-2-Diabetiker haben jahrelang nur unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Schwäche, häufiges Durstsgefühl, Gewichtszunahme und depressive Verstimmung. Das kann dazu führen, dass die Diagnose häufig erst nach Jahren gestellt wird. Eine der Hauptursachen ist die Adipositas.

Therapie: Viele Diabetes-Typ-2-Patienten könnten auf Medikamente verzichten, wenn sie sich mehr bewegen und abnehmen würden. Durch Bewegung gewinnen die Körperzellen ihre Insulin-Aufnahmefähigkeit zurück, sodass das körpereigene Insulin wieder besser wirkt. Erst wenn diese Maßnahmen ausgeschöpft sind, sollte eine medikamentöse Therapie begonnen werden.

Verbreitung und volkswirtschaftliche Bedeutung: Im Jahr 2006 gab es nach Angaben der WHO in Deutschland acht Millionen Diabetiker, bis 2010 wird diese Zahl vermutlich auf mindestens zehn Millionen steigen. In Deutschland werden bereits 20% der Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen für die Behandlung des Diabetes und seiner Begleit- und Folgeerkrankungen aufgewendet. Ein erheblicher Anteil der diabetesbedingten Folgeerkrankungen, wie z.B. Bluthochdruck, Herzinfarkt, Augen- und Nierenschäden, sowie Amputationen (bedingt durch eine verschlechterte Durchblutung und Wundheilung) und die damit verbundenen Gesundheitsausgaben ließen sich durch Angebote zur Früherkennung und Prävention des Typ-2-Diabetes vermeiden.

Im Rahmen einer KORA-S4-Studie konnte nachgewiesen werden, dass 8% der zufällig ausgewählten und untersuchten Personen im Alter zwischen 55-74 Jahren bislang unentdeckt an Diabetes litten. Sie hatten, ebenso wie Diabetiker, ähnlich häufig Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen und somit ein ähnlich hohes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko.