Allgemeine Zielsetzung von Lysimeteruntersuchungen
Böden und die wasserungesättigte Zone an der Schnittstelle zwischen Atmosphäre und Grundwasser haben eine vielfältige sozioökonomische Bedeutung. Sie regeln Abfluss und Grundwasserneubildung, versorgen Pflanzen mit Nährstoffen und haben ein Potential Schadstoffe abzubauen, ehe diese ins Grund- und Trinkwasser gelangen können. Weiterhin emittieren Böden klimarelevante Gase. Grund genug diesen lebenswichtigen Raum genauer in Augenschein zu nehmen.
Elemente, Strukturen und Funktionen relevanter Böden und der wasserungesättigten Zone werden an Instituten des Helmholtz Zentrum München auf verschiedenen Skalenebenen untersucht. Die Lysimeter ermöglichen eine Kopplung von Labor- und Freilandversuchen. Lysimeter, im Wesentlichen ein Zylinder mit einer porösen Bodenplatte, enthalten Bodenausschnitte in originärer Lagerung oder sind mit anderen Materialien gefüllt.
Das Helmholtz Zentrum München betreibt 32 (weitere 16 Positionen sind für neue Projekte frei) Lysimeter mit unterschiedlichen Böden. Die Lysimeter enthalten für den süddeutschen Raum typische Böden, anthropogen belastete und unbelastete Böden und für spezielle Versuche Mineralhorizonte mit limitierter und unbegrenzter Pufferkapazität (silikatische und karbonatische Gesteine). Die Böden wurden in der Dimension 1,13 x 2 m ungestört, als Monolith in die Lysimeterzylinder eingeführt. Wasserhaushaltsgrößen werden kontinuierlich erfasst und in der internen Datenbank des Helmholtz Zentrum München abgelegt.
Die Lysimeteranlage Neuherberg steht internen und externen Gruppen für Forschungsarbeiten zur Verfügung. Als Serviceleistung erstellt das Helmholtz Zentrum München für alle Lysimeter Sickerwasserbilanzen, die mit hydraulischen und tracerhydrologischen Methoden ermittelt werden und für Untersuchungen zum reaktiven Stofftransport unerlässlich sind.
