Pressemitteilung/News

06.05.2015

Faszination Pflanze: Signalen und Genen auf der Spur

Um die Bedeutung von Pflanzenwissenschaften aufzuzeigen, koordiniert die Europäische Organisation für Pflanzenwissenschaften (EPSO) einen weltweiten Aktionstag. Das Helmholtz Zentrum München (HMGU) organisiert zusammen mit weiteren Einrichtungen (Ludwig-Maximilians-Universität, TU München-Weihenstephan, Bayerisches Forschungsnetzwerk für Molekulare Biosysteme) den Münchner Beitrag am Sonntag, den 17. Mai 2015. Die Beiträge des HMGU haben die Erforschung von Signalübertragung in Pflanzen sowie die Entschlüsselung der pflanzlichen Geninformation im Fokus.

„Ohne Pflanzen ist unser Leben kaum vorstellbar“, sagt Dr. Anton Schäffner vom Institut für Biochemische Pflanzenpathologie des Helmholtz Zentrums München. Als Beispiele nennt der Wissenschaftler Bereiche rund um Landwirtschaft, nachhaltige Produktion von Nahrungsmitteln, Gartenbau und Forstwirtschaft. Pflanzen spielen als Rohstoff für Papier, Bauholz, Chemikalien, Arzneimittel ebenfalls eine wichtige Rolle. Sie sind auch wichtige Energieträger und tragen zum Klimaschutz bei. Aufgrund der ständigen Herausforderungen durch Umwelteinflüsse wie Schädlinge oder dem Klimawandel haben Pflanzen ein einzigartiges Repertoire an Überlebensstrategien entwickelt, welche es zu erforschen und zu nutzen gilt.

Schäffner wird bei der Veranstaltung zusammen mit Kollegen natürliche Strategien der Schädlingsabwehr von Pflanzen aufzeigen. Interessierte haben außerdem Gelegenheit, sich über Signale in Pflanzen sowie Signale von Pflanzen an deren Umwelt zu informieren. Ein wichtiger Aspekt ist auch die vergleichende Analyse des Wachstums verschiedener Züchtungslinien; hierzu wird das Deutsche Pflanzenphänotypisierungsnetzwerk (DPPN) vorgestellt. Dr. Klaus Mayer (Abteilung Genomik und Systembiologie pflanzlicher Genome, Helmholtz Zentrum München) wird in einem Vortrag über die Bedeutung der genetischen Information im Weizen für unsere Zivilisation sprechen.

Alle Vorträge und Ausstellungen finden in der Botanischen Staatssammlung München (ehemaliges Botanisches Institut), Menzinger Straße 67, 80638 München, am Sonntag, 17. Mai 2015 von 11 bis 17 Uhr statt.

Weitere Informationen

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören.  

Der Schwerpunkt der Forschungsarbeit des Instituts für Biochemische Pflanzenpathologie (BIOP) liegt auf der Untersuchung molekularer Mechanismen, die Pflanzen nutzen, um sich an ihre Umgebung anzupassen. Dazu gehören genetische und biochemische Prozesse, die Wachstum, physiologischen Zustand und Abwehrmechanismen der Pflanzen steuern. Ziel der Forschung ist es, die Grundlagen und Mechanismen der Interaktion zwischen Pflanzen und ihrer Umwelt besser zu verstehen und nachhaltige Strategien für den Anbau und die Nutzung von Pflanzen zum Schutz der natürlichen Ressourcen zu entwickeln. BIOP gehört dem Department of Environmental Sciences an. 

Der Schwerpunkt der Abteilung Genomik und Systembiologie pflanzlicher Genome (PGSB) ist die Genom- und Systemorientierte Bioinformatik pflanzlicher Genome. In diesem Rahmen werden Genomverschlüsselungen, Expressionsmuster, funktionelle und systembiologische Fragestellungen untersucht. PGSB verwaltet außerdem einen großen Datensatz pflanzlicher Genome in Datenbanken und macht diese zusammen mit vergleichenden Analysen der Öffentlichkeit zugänglich. PGSB gehört zum Institut für Bioinformatik und Systembiologie.

Fachlicher Ansprechpartner

Dr. Anton Schäffner, Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, Institut für Biochemische Pflanzenpathologie, E-Mail , Tel.: +49 89 3187-2930