Pressemitteilung/News

Auszeichnung
20.01.2017

Helmholtz International Fellow Award für Sarah Amalia Teichmann

Als eine von fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erhält Dr. Sarah Amalia Teichmann den diesjährigen Helmholtz International Fellow Award. Für die Bioinformatikerin vom Wellcome Trust Sanger Institute ist die Auszeichnung mit 20.000 Euro und einer Einladung zu einem Forschungsaufenthalt am Helmholtz Zentrum München verbunden.

Dr. Sarah Amalia Teichmann

Dr. Sarah Amalia Teichmann, Copyright: Pari Naderi

„Ich kann mir keine bessere Preisträgerin vorstellen“ freut sich Prof. Dr. Dr. Fabian Theis, Direktor des Institute of Computational Biology (ICB) am Helmholtz Zentrum München, der Teichmann für die Auszeichnung vorgeschlagen hatte. „Ihre hohe wissenschaftliche Qualifikation und die thematische Nähe zu unseren Fragestellungen am Zentrum machen sie zur optimalen Kandidatin für diese Auszeichnung.“ Bereits jetzt arbeiten Teichmann und Theis im Rahmen des Projekts ‚Human Cell Atlas‘ eng zusammen. Die in Karlsruhe geborene Forscherin ist in dieser Ausschreibungsrunde zudem die einzige Preisträgerin aus dem Bereich Medizin.

Einen Namen machte sich die heute 41-Jährige zunächst im Bereich der Strukturanalyse von Proteinen. Bereits während ihrer Doktorarbeit an der Universität Cambridge war sie an 15 Publikationen beteiligt. Während ihrer weiteren Laufbahn kamen dann die Analysen von DNA beziehungsweise kompletten Genomen hinzu. Das war Mitte der 90er Jahre besonders spannend, da genau zu dieser Zeit die ersten Genome entschlüsselt wurden.  

Weitere Arbeiten führten sie in das gerade entstehende Forschungsfeld der Netzwerkbiologie, bevor es sie 2013 an das EMBL-European Bioinformatics Institute und das Wellcome Trust Sanger Institute zog. Ihre aktuelle Forschung als Leiterin der zellulären Genetik dort widmet sich nun vor allem der globalen Regulation von Genexpression und der Erforschung von Einzelzelldaten (Genom, Epigenom, Tranksriptom), um die Entwicklungen einzelner Zellen nachzuzeichnen.

Insgesamt mehr als 120 Publikationen in Fachmedien sowie über 16.000 Zitierungen unterstreichen eindrucksvoll ihre bisherigen Leistungen. Zudem steht sie als Studienleiterin auf Publikationen in Fachjournalen wie ‚Science‘ und ‚Cell‘ und ist ein Fellow of the Academy of Medical Sciences. Zahlreiche Fördermaßnahmen, unter anderem ein ERC Consolidator Grant zum Thema Einzelzellanalysen, zeugen ebenfalls davon, welchen Stellenwert ihre Forschung genießt.

Die feierliche Übergabezeremonie des Helmholtz International Fellow Awards findet voraussichtlich am fünften Mai 2017 auf dem Campus Neuherberg statt.



Weitere Informationen

Erstmals verliehen wurde der Helmholtz International Fellow Award im Jahr 2012. Seitdem wurde der Award jährlich an insgesamt zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in jeweils zwei Ausschreibungsrunden verliehen. Insgesamt haben ihn bislang 63 Persönlichkeiten erhalten. Finanziert wird der Preis aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds des Helmholtz-Präsidenten. Nominiert werden die Kandidaten von den Helmholtz-Zentren. Die Auswahl der Preisträger trifft das Helmholtz-Präsidium. Der Stichtag für die Anträge der nächsten Auswahlrunde wird der 11. Mai 2017 sein. Die Auswahl findet auf der Präsidiumssitzung Ende Juni 2017 statt.


Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. 

Das Institut für Computational Biology (ICB) führt datenbasierte Analysen biologischer Systeme durch. Durch die Entwicklung und Anwendung bioinformatischer Methoden werden Modelle zur Beschreibung molekularer Prozesse in biologischen Systemen erarbeitet. Ziel ist es, innovative Konzepte bereitzustellen, um das Verständnis und die Behandlung von Volkskrankheiten zu verbessern.