Pressemitteilung/News

24.04.2017

Internationale Experten der Epigenetik in Neuherberg

Unter dem Motto „Chromatin and Epigenetics: From Mechanism to Function“ fand vom 5. bis zum 7. April die erste Konferenz dieser Art auf dem Campus des Helmholtz Zentrums München in Neuherberg statt. Eine Vielzahl internationaler Spitzenforscher aus den Bereichen Epigentik und Chromatinbiologie stellten ihre neuesten Ergebnisse vor. Die Keynote Lecture hielt Nobelpreisträger Sir John Gurdon.

v.l. Maria Elena Torres-Padilla, Sir John Gurdon, Robert Schneider. Foto: HMGU

Die erste der künftig zweijährlich stattfindenden Konferenzen wurde von den Institutsdirektoren Maria Elena Torres-Padilla (Institut für Epigenetik und Stammzellen, IES) und Robert Schneider (Institut für Funktionale Epigenetik, IFE) zusammen mit der Firma Abcam organisiert und brachte Forscher aus aller Welt zusammen. Die Veranstaltung zeigte sich als belebende Plattform für den wissenschaftlichen Austausch, bei der neueste Entwicklungen in den Bereichen Chromatindynamik, Modifikationen von Histonen/DNA/RNA sowie Einzelzellansätze und Gen-Umwelt-Interaktionen erörtert wurden.

Ziel war es, Mitgliedern der internationalen Community die Präsentation ihrer neuesten Arbeiten im Bereich Epigenetik und Stammzellen zu ermöglichen und gemeinsam aktuelle Fortschritte zu diskutieren. Die Organisatoren waren vom Zuspruch zur Konferenz, die sehr zügig ausgebucht war, hocherfreut: „Wir sind begeistert, dass wir so viele führende Experten aus Epigenetik und Stammzellforschung an einem Ort zusammenbringen konnten, um ihre Forschung als weltweite Gemeinschaft zu diskutieren“, sagte Torres-Padilla. „Diese Konferenz ist eine von mehreren Aktivitäten im Bereich der Epigenetik-Forschung, die wir mit viel Elan am Helmholtz Zentrum München starten werden. Wir freuen uns auf die nächsten epigenetics@helmholtz -Veranstaltungen und darauf zu sehen, wo die Forschung hingeht. Es ist eine unglaublich spannende Zeit für das Forschungsfeld“, fügt Professor Schneider hinzu (in Anspielung auf den epigenetics@helmholtz  genannten Zusammenschluss der Epigenetiker am Helmholtz Zentrum München).

Die Keynote Lecture hielt Sir John Gurdon vom Gurdon Institute in Cambridge. Er wurde berühmt für seine Arbeiten zur Umprogrammierung ausgereifter Stammzellen hin zur Totipotenz - eine Entdeckung für die er 2012 den Nobelpreis erhielt. Seine mit Spannung erwartete Vorlesung trug den Titel “The mode of action of transcription factors in oocytes” und gab Anlass zu zahlreichen interessanten Diskussionen über aktuelle Entwicklungen im Feld.

Zusätzlich hatten Forscher (inklusive der Doktoranden und Postdocs) die Möglichkeit, ihre Arbeiten im Rahmen von Vorträgen und Poster Sessions vorzustellen. Außerdem waren fünf Editoren von hochrangigen Fachjournalen während der Veranstaltung vor Ort, um sich über Trends zu informieren (Nature Press, EMBO Press und The Company of Biologists). Das Conference Dinner und eine Abendveranstaltung trugen ebenfalls zum wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Austausch bei und boten die Möglichkeit zum Networking bei. Schon heute darf man gespannt sein, wie sich das Forschungsfeld bis zur nächsten Konferenz in zwei Jahren weiterentwickelt hat.

Weitere Informationen

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. 

 Das Institut für Epigenetik und Stammzellen (IES) befasst sich mit der Erforschung und der Charakterisierung früher Ereignisse in der befruchteten Eizelle von Säugern. Die Wissenschaftler interessieren sich vor allem für die Totipotenz der Zellen, die im Laufe der Entwicklung verloren geht, und wollen aufklären, welche Veränderungen im Zellkern zu diesem Verlust führen. Ziel ist, ein besseres Verständnis der molekularen Abläufe zu bekommen und dadurch therapeutische Ansätze zu entwickeln, diese zu beeinflussen.

Das Institut für Funktionale Epigenetik (IFE) befasst sich mit der Verpackung von Genen. Der Fokus liegt dabei auf den sogenannten Histonproteinen, auf denen die DNA aufgewickelt ist und die den Ausschlag darüber geben können, ob ein Gen abgelesen werden kann oder nicht. Zudem erforschen die Wissenschaftler die Zusammenhänge zwischen Volkskrankheiten und den oben genannten Prozessen. Durch neuartige Methoden sind sie in der Lage, Veränderungen dieser Prozesse sogar in einzelnen Zellen nachzuweisen.