Pressemitteilung/News

Forschungsförderung
04.05.2017

BMBF investiert 14,4 Millionen Euro in die Vernetzung deutscher Biobanken

Elf deutsche Biobankstandorte schließen sich ab dem 1. Mai 2017 in der German Biobank Alliance (GBA) zusammen, um den Weg für einen nationalen und europaweiten Bioproben- und Datenaustausch zwischen Biobanken zu ebnen. Der Standort München ist mit einem Konsortium aus Helmholtz Zentrum, Technischer Universität (TUM) sowie Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) Partner in dem Verbund. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Biobankenallianz bis 2020 mit 14,4 Millionen Euro.

Biobanken

Partner der German Biobank Alliance. Quelle: German Biobank Node 2017

„Vernetzte, hochmoderne Biobanken tragen entscheidend dazu bei, innovative diagnostische Methoden und Therapien für die Behandlung von Patienten zu entwickeln“, erläutert Dr. Christian Gieger, Abteilungsleiter der Abteilung Molekulare Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München und Koordinator des Münchner Verbundes. Biobanken sammeln und lagern Blut, Gewebe sowie anderes Körpermaterial und stellen dies für die biomedizinische Forschung zur Verfügung. So entstehen bedeutende Proben - und Datenspeicher für die Erforschung von Erkrankungen.

Biobanken sind essentielle Grundlage biomedizinischer Forschung

Um den Austausch von Biomaterial und den zugehörigen Daten sowohl zwischen deutschen Biobanken als auch innerhalb von Europa zu ermöglichen, ist ein umfangreicher Harmonisierungsprozess notwendig. Standards für den Austausch von Daten und für eine einheitliche Qualität der Biomaterialen, aber auch ethische und rechtliche Aspekte müssen diskutiert und angeglichen werden. Nur so lassen sich Biomaterial und Daten über Biobanken und Ländergrenzen hinweg für die Forschung zusammenführen und nutzen.

Biobanken beschleunigen Entwicklung neuer Diagnostika und Therapeutika

„Der Aufwand lohnt sich, denn vernetzte Biobanken mit einer hohen Probenqualität sind die Basis für eine aussagekräftige, reproduzierbare medizinische Forschung“, erläutert der Koordinator der GBA Prof. Dr. Michael Hummel. Die Qualität und Verfügbarkeit der Biomaterialien und der assoziierten Daten sind von entscheidender Bedeutung.

Gerade im Hinblick auf die individualisierte Präzisionsmedizin ist die Vernetzung von Biobanken und die Harmonisierung von Datenformaten und Prozessen essentiell, um aussagekräftige und vergleichbare Analysen durchzuführen zu können.

"Die German Biobank Alliance ist eine ausgezeichnete Chance für die Biobank-Community in Deutschland", so Prof. Michael Hummel. "Sie wird dazu beitragen, die biomedizinische Forschung auf lange Sicht zu beschleunigen und die Position Deutschlands in der europäischen und internationalen Forschungsgemeinschaft zu stärken."

Weitere Informationen

Hintergrund:
Die German Biobank Alliance wurde 2017 vom German Biobank Node (GBN) initiiert. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) versteht sich GBN als zentrale Kooperationsplattform für die deutsche Biobankengemeinschaft. Unter dem Dach von GBN arbeiten elf BMBF-geförderte Biobanken und zwei IT-Entwicklungszentren in der German Biobank Alliance (GBA) zusammen, um vorhandene Biomaterialen verschiedener Biobanken europaweit für die biomedizinische Forschung verfügbar zu machen. Erfahren Sie in diesem Interview, welche Bedeutung Biobanken für die Zukunft der Medizin haben: www.bbmri.de

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören.

Die Abteilung Molekulare Epidemiologie (AME) analysiert populationsbasierte Kohorten und Fallstudien für bestimmte Krankheiten mit Hilfe von Genomik, Epigenomik, Transkriptomik, Proteomik, Metabolomik und funktionellen Analysen. Ziel ist, die molekularen Mechanismen komplexer Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder Adipositas aufzuklären. Die Abteilung führt die Bioprobenbank der Epidemiologie und übernimmt die Probenverwaltung und -lagerung für nationale und internationale Projekte. 

Das Institut für Epidemiologie II (EPI II) erforscht die Zusammenhänge von Umwelt, Lebensstil und Genetik bei der Entstehung von Diabetes, Erkrankungen des Herzens und der Erhaltung der Gesundheit im Alter. Die Forschung stützt sich auf die einzigartigen bevölkerungsbasierten KORA-Ressourcen (Kohorte, Herzinfarktregister, Aerosol-Messstation). Folgestudien innerhalb der Kohorte ermöglichen die Untersuchung von Frühformen und Komplikationen ausgewählter chronischer Erkrankungen und deren Verbreitung in der Bevölkerung.