Pressemitteilung/News

31.07.2017

Weltwirtschaftsforum: Maria Elena Torres-Padilla thematisiert Grundlagenforschung

Maria Elena Torres-Padilla. Quelle: WEF

Bereits zum elften Mal tauschten sich Führungskräfte der nächsten Generation beim „Jahrestreffen der New Champions“ (Annual Meeting of the NewChampions, AMNC) aus. Das Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum, kurz WEF) lud vom 27. bis 29.Juni 2017 Experten aus Wissenschaft, Technologie und Innovation ein. Prof. Dr. Maria Elena Torres-Padilla, Direktorin des Instituts für Epigeneik und Stammzellen (IES) am Helmholtz Zentrum München und Mitglied der WEF Young Scientist Community, leitete das Treffen zusammen mit fünf anderen Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Technologie. Es war das erste Mal, dass ein Mitglied der Young Scientist Community den Mitvorsitz übernahm. Zum diesjährigen Thema trafen sich Wirtschaftsführer, politische Entscheidungsträger und Wissenschaftler trafen sich zum diesjährigen Thema „Erlangen von integrativem Wachstum in der vierten industriellen Revolution“, um gemeinsam an einer Zukunft im Dienste der Gesellschaft zu arbeiten.

Das Weltwirtschaftsforum ist vor allem durch die Jahrestreffen im Davos bekannt. Eingeladen werden international führende Wirtschaftsexperten, Politiker, Intellektuelle und Journalisten, um zusammen über aktuelle globale Fragen zu diskutieren und das Wohlergehen der Welt zu fördern. Thema ist neben der Wirtschafts- auch die Gesundheits- und Umweltpolitik.

„Grundpfeiler des Fortschritts“

2007 führte das Forum das „Jahrestreffen der New Champions“ ein, das alljährlich in China stattfindet und auch als „Sommer-Davos“ bezeichnet wird. Das diesjährige Treffen wurde mit einer Pressekonferenz eröffnet, in welcher Maria Elena Torres-Padilla vor nationalen und internationalen Medien die Bedeutung der Grundlagenforschung als einen „Grundpfeiler des Fortschritts“ und als eine „Notwendigkeit für erfolgreiches Wachstum in der vierten industrielle Revolution“ hervorhob.

Als Teil des Vorsitzes konnte Torres-Padilla die Agenda des Treffens bedeutend mitgestalten und stellte die Bedeutung der Grundlagenforschung und -förderung auf dem Gebiet der Epigenetik heraus. „Als mir das Angebot unterbreitet wurde Teil des AMNC Vorsitzes zu werden war dies eine große Ehre für mich, die ich gerne angenommen habe“, sagt die Wissenschaftlerin. „Das Forum war eine perfekte Gelegenheit, um darauf  hinzuweisen, wie wichtig es ist Grundlagenforschung zu fördern und Wissenschaft und Gesellschaft zusammenzubringen: zwei Dinge, von denen ich überzeugt bin, dass sie von wesentlicher Bedeutung zur Sicherstellung des zukünftigen wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts sind.“

Wissenschaftliche Fakten gewinnen an Bedeutung

ERC-Präsident Jean-Pierre Bourguignon und Torres Padilla wiesen während der gemeinsamen Pressekonferenz des Europäischen Wissenschaftsrats (ERC) „Wissenschaft unter Beschuss“ auf die Bedeutung wissenschaftlicher Fakten in unserer heutigen Zeit hin. Bourguignon plädierte ebenfalls für mehr Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und ermutigte Forscher sich Zeit zu nehmen,  mit der Öffentlichkeit in Dialog zu treten, über wissenschaftliche Fakten aufzuklären, Verständnis zu schaffen und sie in die vierte industrielle Revolution mit einzubinden.

Torres-Padilla bekräftigte im Interview „Die Zukunft der Wissenschaft formen“ mit Wissenschaftskorrespondent Joe Palca die Bedeutung von Forschungszentren wie dem Helmholtz Zentrum München, welche sich sowohl die Grundlagenforschung als auch die translationale Forschung zur Aufgabe gemacht haben.

Darüber hinaus leitete Maria Elena Torres-Padilla die Ideenlabor-Podiumsdiskussion zum Thema „Exploring Epigenetics“ mit Experten und Laien. Am Podium waren außerdem neben der Vorsitzenden Vivienne Parry von Genomics England noch die ERC-Preisträger Maria Elena Torres-Padilla, Andrew Posposilik (Max-Planck-Institut für Immunologie und Epigenetik, Freiburg) und Ueli Grossniklaus (Universität Zürich, Schweiz) mit Kurzvorträgen vertreten. Die Runde endete mit einer offenen Diskussionsrunde sowie einer Fragen- und Antwortrunde mit dem Publikum.

Das „Jahrestreffen der New Champions“ schloss mit einer weiteren Podiumsdiskussion zur Frage, wie es gelingt, die vierte industrielle Revolution zu einem Gewinn für alle Menschen zu machen, ab. Neben Torres-Padilla nahmen Hao Jingfang (Ökonom und Science-Fiction-Autor), Daan Roosegaarde (Künstler und Innovator) und Lauren Woodman (CEO von NetHope Inc) daran teil. 

Weitere Informationen

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. 

Das Institut für Epigenetik und Stammzellen (IES) befasst sich mit der Erforschung und der Charakterisierung früher Ereignisse in der befruchteten Eizelle von Säugern. Die Wissenschaftler interessieren sich vor allem für die Totipotenz der Zellen, die im Laufe der Entwicklung verloren geht, und wollen aufklären, welche Veränderungen im Zellkern zu diesem Verlust führen. Ziel ist, ein besseres Verständnis der molekularen Abläufe zu bekommen und dadurch therapeutische Ansätze zu entwickeln, diese zu beeinflussen.