Pressemitteilung/News

15.09.2017

Laleh Haghverdi erhält Helmholtz Doktorandenpreis 2017

Für ihre herausragende Forschungsarbeit wurde Dr. Laleh Haghverdi mit dem diesjährigen Helmholtz Doktorandenpreis im Forschungsbereich Gesundheit ausgezeichnet. In ihrer Dissertation „Geometric Diffusions for Reconstruction of Cell Differentiation Dynamics” am Institute of Computational Biology am Helmholtz Zentrum München befasste sie sich mit Methoden der Datenanalyse im Bereich der Einzelzell-Sequenzierung. Die Verleihung fand im Rahmen der Helmholtz-Jahrestagung am 14. September in Berlin statt.

Bild: Michael Reinhardt

Durch moderne Sequenzierungstechnologien ist es heutzutage möglich, das Transkriptom einzelner Zellen zu bestimmen. Dies spielt für viele Forschungsfelder eine große Rolle, da so Einblicke in Mechanismen möglich werden, die die Zelldifferenzierung bestimmen. Die Entwicklung neuer statistischer Methoden zur Analyse der daraus gewonnenen Daten ist das Forschungsgebiet von Laleh Haghverdi. Die junge Wissenschaftlerin hat das bestehende Konzept der Diffusion maps auf die Einzelzell-Datenanalyse übertragen. Mit der von ihr entwickelten Methode Diffusion Pseudotime lassen sich Zellen auf einer virtuellen Zeitachse anordnen, entlang derer sie kontinuierliche Veränderungen im Transkriptom aufweisen. Dadurch lässt sich rekonstruieren, welche Gene nacheinander abgelesen werden und wie sich die Entwicklungspfade unterschiedlicher Zelltypen verzweigen. „Lalehs wissenschaftliche Erkenntnisse und die von ihr entwickelten Methoden sind für eine Reihe von wissenschaftlichen Fragestellungen von großer Bedeutung. Ich bin stolz, dass diese herausragende junge Forscherin Teil meiner Arbeitsgruppe war und wir auch weiterhin in verschiedenen Projekten zusammenarbeiten werden“, sagt Prof. Dr. Dr. Fabian Theis, Direktor des ICB und Doktorvater der Preisträgerin.

Die Forscherin ist eine von insgesamt sechs Preisträgerinnen und Preisträgern aus den unterschiedlichen Forschungsbereichen der Helmholtz-Gemeinschaft. Die weiteren Preisträger sind:

  • Benjamin Korth, UFZ (Forschungsbereich Energie)
  • Emma Järvinen, KIT (Forschungsbereich Erde und Umwelt)
  • Estefania Munoz Diaz, DLR (Forschungsbereich Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr)
  • Christoph Bäumer, FZJ (Forschungsbereich Schlüsseltechnologien)
  • Johann Haber, DESY (Forschungsbereich Materie)

Kurzinterviews mit allen Preisträgern bei helmholtz.de

Zur Person:
Laleh Haghverdi erwarb ihren Bachelor-Abschluss in Physik im Iran und absolvierte anschließend ein Physik-Masterstudium an der Universität Köln. Mit dem Ziel, ihren wissenschaftlichen Fokus auf die Bereiche Systembiologie und Datenanalyse zu verlagern, begann sie 2012 ihre Promotion in der Arbeitsgruppe „Machine Learning“ am Institute of Computational Biology am Helmholtz Zentrum München. Seit Januar forscht Haghverdi als Postdoc am European Bioinformatics Institute in Cambridge.

Über den Helmholtz Doktorandenpreis:
Um talentierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler gezielt zu unterstützen und sie langfristig für die Forschung zu gewinnen vergibt die Helmholtz-Gemeinschaft seit 2013 jährlich in jedem der sechs Helmholtz-Forschungsbereiche einen  Doktorandenpreis. Die erfolgreichen Kandidatinnen und Kandidaten erhalten einmalig 5.000 Euro. Zusätzlich wird eine Reise- und Sachkostenpauschale von 2.000 Euro pro Monat für einen Auslandsaufenthalt von bis zu sechs Monaten an einer internationalen Forschungseinrichtung zur Verfügung gestellt.