Pressemitteilung/News

Personalie
30.07.2018

Matthias Tschöp wird neuer wissenschaftlicher Geschäftsführer am Helmholtz Zentrum München

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Matthias Tschöp wird neuer wissenschaftlicher Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung des Helmholtz Zentrums München. Ab dem 1. August 2018 übernimmt er nun die wissenschaftliche Leitung von Prof. Dr. Günther Wess, der das Zentrum 13 Jahre geleitet hatte.

© Astrid Eckert/TUM

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek betont: „Wir sind froh, dass wir Matthias Tschöp für diese Aufgabe gewinnen konnten. Als Mediziner, Wissenschaftler und Forschungsmanager verbindet er erstklassige Grundlagenforschung mit dem Anspruch, wirksame Beiträge zur Bekämpfung von Diabetes zu leisten. Nach erfolgreicher Transformation zu einem modernen biomedizinischen Forschungszentrum unter der Führung von Günther Wess sehen wir das Helmholtz Zentrum München für die Zukunft hervorragend gerüstet. Zugleich erhoffen wir uns neue Impulse durch Matthias Tschöp.“

„Mit Matthias Tschöp tritt ein international renommierter und vielfach ausgezeichneter Top-Wissenschaftler an die Spitze des Helmholtz Zentrums München“, sagt Prof. Dr. Otmar D. Wiestler, der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Ich freue mich außerordentlich, dass wir mit ihm einen wissenschaftlichen Geschäftsführer gewinnen konnten, der dieses exzellente Zentrum seit vielen Jahren kennt und es visionär weiterentwickeln wird.“ Ein vielversprechendes Beispiel dafür sei der Helmholtz Pioneer Campus, den Tschöp als wissenschaftlicher Gründungsdirektor gerade erst mit ins Leben gerufen habe. Dass das Helmholtz Zentrum München heute einen international herausragenden Ruf genieße, sei Anfang 2018 durch eine umfassende Begutachtung bestätigt worden. „Auf diesem Spitzenniveau zu sein, ist auch ein großes Verdienst von Günther Wess, dem bisherigen wissenschaftlichen Geschäftsführer. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist ihm zu großem Dank verpflichtet, auch für sein langjähriges Engagement als Vizepräsident für unseren Forschungsbereich Gesundheit.“

Matthias Tschöp war 2011 an das Helmholtz Zentrum München gewechselt, wo er als Direktor zunächst die Leitung des Instituts für Diabetes und Adipositas übernahm. Zeitgleich wurde er als erster Mediziner mit einer Alexander-von-Humboldt-Professur an den Lehrstuhl für Stoffwechselerkrankungen der Technischen Universität München berufen. Zuvor hatte er mehr als 12 Jahre in den USA gearbeitet, wo er immer noch als Gastprofessor an der Yale University tätig ist.

Mit seinem Engagement in München widmete sich Matthias Tschöp zunächst dem integrativen Zusammenschluss der Diabetesforschung - auch über das Helmholtz Zentrum München hinaus. Heute gehören dem Helmholtz Diabetes Center (HDC) und seinen Kooperationsgruppen an beiden Münchner Universitäten sowie den Außenstellen in Tübingen, Dresden und Leipzig etwa 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an. Als HDC Direktor und mit seinen eigenen wissenschaftlichen Arbeiten trug Matthias Tschöp wesentlich zur Positionierung der deutschen Diabetesforschung in der Weltspitze bei. Mit seinem Team entdeckte er wichtige Prozesse der Kommunikation zwischen Magen-Darm Trakt und Gehirn und entwickelte – darauf aufbauend – innovative Wirkstoffe gegen Diabetes und Adipositas, die sich aktuell in vielversprechenden klinischen Studien befinden.

Visionär über Fachgrenzen hinweg

Matthias Tschöp ist national wie international engmaschig vernetzt, wie unter anderem die von ihm ins Leben gerufene Helmholtz Diabetes Conference zeigt, die jedes Jahr zahlreiche internationale Spitzenforscher in die bayerische Landeshauptstadt lockt. Dabei denkt der Mediziner aber auch immer über die Grenzen des eigenen Forschungsfeldes hinaus und sucht stets den Austausch mit anderen Wissenschaftsdisziplinen: Als Gründungsdirektor des neuen Helmholtz Pioneer Campus hat er bereits ein für die Helmholtz-Gemeinschaft neues Konzept etabliert, wonach sich junge internationale Spitzenforscherinnen und –forscher aus den Ingenieurwissenschaften, der Chemie, Physik, Mathematik, Informatik und Biologie sowie Kliniker gemeinsam der Entwicklung und Anwendung bahnbrechender neuer Technologien widmen, um in der Zukunft eine personalisierte, präventive beziehungsweise therapeutische Präzisionsmedizin zu ermöglichen.

„Dem integrierten Zusammenspiel verschiedenster Schlüsseldisziplinen unter einem Dach gehört die wissenschaftliche Zukunft“, erklärt Matthias Tschöp. „Darum bietet das Helmholtz Zentrum München als Bayerns größtes biomedizinisches Forschungszentrum mit seinem breiten wissenschaftlichen Spektrum - von der Pflanzengenetik bis zur Neurobiologie - und mit seinen zahlreichen jungen Spitzentalenten aus aller Welt jetzt einzigartige Voraussetzungen, um gemeinsam mit den beiden Münchner Universitäten und den lebenswissenschaftlich ausgerichteten Helmholtz-Zentren in Deutschland neue Lösungen für die großen medizinischen Herausforderungen unserer Gesellschaft zu finden. In diesem strategischen Verbund werden wir beispielsweise massiv in die bereits am Zentrum etablierten neuesten Strategien der künstlichen Intelligenz investieren, um die komplexen Wechselwirkungen zwischen Umwelt und Gesundheit schneller zu verstehen und Entdeckungen der Grundlagenforschung rasch und spürbar zum Wohle der Gesellschaft umzusetzen.“

Die wissenschaftlichen Leistungen von Matthias Tschöp wurden mit zahlreichen Ehrungen gewürdigt, unter anderem dem Erwin-Schrödinger-Preis, dem Paul-Martini-Preis, dem Familie-Hansen-Preis, dem Innovation Award der Endocrine Society, einem ERC Advanced Grant sowie den Outstanding Scientific Achievement Awards der American Diabetes Association und der Obesity Society. 2017 verlieh ihm die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina die Carus-Medaille, 2018 folgte die Aufnahme in die Bayerische Akademie der Wissenschaften. Darüber hinaus hält Tschöp einen Ehrendoktortitel der Universität Leipzig.

Nun folgt Matthias Tschöp auf Günther Wess, der nach 13 Jahren als CEO die Geschicke des Helmholtz Zentrums München in neue Hände legt: „Ich bin überzeugt, dass Matthias Tschöp eine hervorragende Besetzung für dieses Amt ist. Ich wünsche ihm und natürlich auch dem Zentrum für den eingeschlagenen Weg alles Gute!“

Matthias Tschöp wird das Zentrum gemeinsam mit Heinrich Baßler, kaufmännischer Geschäftsführer, und Dr. Alfons Enhsen, Geschäftsführer für die wissenschaftlich-technische Infrastruktur, leiten.

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