Pressemitteilung/News

Auszeichnung
28.09.2018

Magdalena Götz erhält IRP Schellenberg Forschungspreis

Alle zwei Jahre verleiht die Internationale Stiftung für Forschung in Paraplegie (IRP) den mit 100.000 Schweizer Franken dotierten Schellenberg Forschungspreis. 2018 geht die Auszeichnung zu gleichen Teilen an die Neurobiologin Prof. Dr. Magdalena Götz vom Helmholtz Zentrum München sowie Prof. Dr. Claire Jacob von der schweizerischen Universität Fribourg.

Preisverleihung des IRP Schellenberg Research Prize 2018 in Basel v.l.n.r.: Prof. Dr. Andreas Steck, IRP, Philippe Boissonnas, IRP, Prof. Dr. Magdalena Götz, München, Prof. Dr. Claire Jacob, Fribourg, Prof. Dr. Theodor Landis, IRP. © Urs Albrecht, Fribourg.

Die feierliche Verleihung fand am 27. September im schweizerischen Basel statt. Vor allem Götz‘ entwicklungsbiologische Forschungsarbeiten zur Umprogrammierung von Gliazellen in Nervenzellen würdigte Laudator Prof. em. Andreas Steck, Präsident des wissenschaftlichen Komitees der IRP.

Magdalena Götz ist Direktorin des Instituts für Stammzellforschung am Helmholtz Zentrum München sowie Lehrstuhlinhaberin des Instituts für Physiologische Genomik am Biomedizinischen Centrum der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Seit Jahren beschäftigt sie sich mit den sogenannten Gliazellen im Gehirn, denen man früher lediglich eine Stütz- und Ernährungsfunktion zuschrieb. Magdalena Götz konnte jedoch zeigen, dass diese Gliazellen während der Entwicklung des Gehirns Stammzellen sind, aus denen sich alle möglichen unterschiedlichen Zellarten entwickeln – auch die Nervenzellen des Gehirns. 

Und die Arbeiten gehen weiter: Erst kürzlich gelang Götz und ihrem Team ein Durchbruch bei der direkten neuronalen Reprogrammierung. Im Versuchsmodell konnten sie über 90 Prozent der behandelten Gliazellen in Nervenzellen umprogrammieren. Zudem konnten die Neurowissenschaftler im Versuchsmodell zeigen, dass transplantierte embryonale Nervenzellen zu gleichwertigen Mitgliedern eines bestehenden Nervennetzwerks heranwachsen und so die Aufgaben ihrer neuen Position vollständig übernehmen können. Langfristiges Ziel von Magdalena Götz sind neue Behandlungsoptionen für Patientinnen und Patienten, deren Krankheiten auf geschädigten Nervenzellen beruhen.

Für ihre Leistungen wurde Magdalena Götz mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter der Roger de Spoelberch-Preis, der Ernst Schering Preis, der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis sowie der Familie-Hansen-Preis. Darüber hinaus wurde ihr 2010 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen, bevor sie 2013 einen prestigeträchtigen Advanced Grant des Europäischen Forschungsrates (European Research Council, ERC) erhielt.

Der im Zweijahresrhythmus vergebene IRP Schellenberg Forschungspreis ehrt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die durch wissenschaftliche Beiträge und Publikationen in renommierten Fachzeitschriften das Verständnis für Entwicklungs-, Läsions- und Regenerationsprozesse des Rückenmarks gefördert haben. Der Preis wurde 2003 ins Leben gerufen und erinnert an den 2001 verstorbenen Ulrich Schellenberg, Gründer der Züricher IFP Stiftung und Mitbegründer der IRP Stiftung in Genf.

Weitere Informationen über Magdalena Götz und ihre Arbeit finden Sie in unserem Forscherportrait „Die Suche nach den Mechanismen ist eine besondere wissenschaftliche Herausforderung“.

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus, Allergien und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. 

Das Institut für Stammzellforschung (ISF) untersucht die grundlegenden molekularen und zellulären Mechanismen der Stammzellerhaltung und -differenzierung. Daraus entwickelt das ISF Ansätze, um defekte Zelltypen zu ersetzen, entweder durch Aktivierung ruhender Stammzellen oder Neuprogrammierung anderer vorhandener Zelltypen zur Reparatur. Ziel dieser Ansätze ist die Neubildung von verletztem, krankhaft verändertem oder zugrunde gegangenem Gewebe.

Die LMU ist eine der führenden Universitäten in Europa mit einer über 500-jährigen Tradition. Sie bietet ein breites Spektrum aller Wissensgebiete – die ideale Basis für hervorragende Forschung und ein anspruchsvolles Lehrangebot. Es reicht von den Geistes- und Kultur- über Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bis hin zur Medizin und den Naturwissenschaften. 15 Prozent der 50.000 Studierenden kommen aus dem Ausland – aus insgesamt 130 Nationen. Das Know-how und die Kreativität der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bilden die Grundlage für die herausragende Forschungsbilanz der Universität. Der Erfolg der LMU in der Exzellenzinitiative, einem deutschlandweiten Wettbewerb zur Stärkung der universitären Spitzenforschung, dokumentiert eindrucksvoll die Forschungsstärke der Münchener Universität. 

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