Pressemitteilung/News

Innovationsmanagement
18.01.2019

Medigene lizenziert Helmholtz Molekül zur Krebstherapie

Die Medigene AG und das Helmholtz Zentrum München haben einen exklusiven Lizenzvertrag über einen sogenannten chimären kostimulatorischen Rezeptor abgeschlossen. Das Molekül soll das Immunsystem von Krebspatienten in die Lage versetzen, solide Tumoren verstärkt anzugreifen.

Mehrere T-Zellen attackieren eine Tumorzelle und schütten lytische Proteine (rot/gelb) aus, um sie zu zerstören. © Helmholtz Zentrum München

Mit zahlreichen verschiedenen Ausprägungen und Millionen Betroffenen ist Krebs nach wie vor eine der größten Volkskrankheiten weltweit. Wissenschaftler suchen mit Hochdruck nach neuen Behandlungsmöglichkeiten und haben seit einiger Zeit das körpereigene Immunsystem für sich entdeckt. „Vor allem interessieren uns dabei die T-Zellen, die Angriffsmechanismen einleiten könnten, jedoch oft durch die feindliche Mikroumgebung des Tumors gehemmt werden“, erklärt Prof. Dr. Elfriede Nößner, Leiterin der Forschungseinheit Tissue Control of Immunocytes am Helmholtz Zentrum München. „Konkret gesagt: T-Zellen werden an Kontrollpunkten, den sogenannten Checkpoints aufgehalten.“

Um den T-Zellen zu helfen, diese Hürde zu überwinden, haben sie und ihr Team ein Molekül entwickelt – genauer gesagt zwei bekannte Moleküle zusammengeführt. Dabei entstand ein sogenanntes Fusionsprotein: Ein Teil geht auf das Molekül PD-1 zurück, das Tumorzellen oft nutzen, um die Immunzellen auszubremsen. Allerdings wird es nicht in seiner ursprünglichen Form verwendet, sondern ist hier mit dem Protein 4-1BB fusioniert, was eine Aktivierung der T-Zellen fördert. „In der Konsequenz reagieren die T-Zellen besonders aggressiv, wenn die Tumoren versuchen, die T-Zellen auszubremsen“, so Nößner. Das PD-1/4-1BB-Molekül soll also durch die Umkehr des Stopp-Befehls zu einem Go-Signal den T-Zellen helfen, die Checkpoints zu überwinden.

Medigene erwirbt eine weltweite, exklusive Lizenz zur therapeutischen und diagnostischen Verwendung des kostimulatorischen Fusionsmoleküls auf dem Gebiet der TCR-T-Therapien sowie ihren Impfstoffen mit dendritischen Zellen (DCs). Im nächsten Schritt wird das Unternehmen nun den lizenzierten chimären kostimulatorischen Rezeptor in Kombination mit seinen T-Zell-Rezeptor-modifizierten T-Zellen (TCR-Ts) zur Behandlung solider Tumoren in präklinischen Modellen überprüfen. „Der aktuelle Lizenzvertrag ist ein gutes Beispiel, wie aus der exzellenten Forschung am Helmholtz Zentrum München ganz konkrete Wertschöpfung entstehen kann“, erklärt Dr. Annette Janz, Leiterin der Abteilung Innovationsmanagement am Helmholtz Zentrum München. „Wir freuen uns, mit diesem Ansatz die erfolgreiche Partnerschaft mit Medigene weiter ausbauen zu können.“


Weitere Informationen

Hier geht es zur Meldung von Medigene.

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus, Allergien und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 19 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. 

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