Pressemitteilung/News

Förderung
04.09.2019

Konfliktlösung im Genom – ERC Starting Grant für Dr. Stephan Hamperl

Dr. Stephan Hamperl vom Institut für Epigenetik und Stammzellen (IES) erhält für seine Forschung eine Förderung des Europäischen Forschungsrates in Form eines Starting Grants. Durch die Förderung will der Wissenschaftler herausfinden, wie Zellen Transkriptions-Replikations-Konflikte lösen. Diese Konflikte sind Ursache für DNA-Schäden, die dann entstehen, wenn grundlegende, an Transkription und Replikation beteiligte Mechanismen, miteinander „kollidieren“. Die Förderdauer des Zuschusses beträgt fünf Jahre mit einem Gesamtbudget von rund 1,5 Millionen Euro.

© Helmholtz Zentrum München

Viele grundlegende Prozesse laufen auf menschlichen Chromosomen ab, von denen einer die Transkription von Genen und ein zweiter die Replikation ist, die unsere DNA-Stränge kopiert. Diese molekularen „Maschinen“ durchlaufen unser Genom gleichzeitig mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und oft in entgegengesetzte Richtungen, wodurch sie sich manchmal begegnen. Dies kann zu Konflikten zwischen Transkription und Replikation führen und katastrophale Auswirkungen auf unser Genom und Epigenom haben sowie zu einer Vielzahl von Erkrankungen des Menschen, einschließlich Krebs und Entwicklungsstörungen, führen.

Wie solche „Unfälle“ in unseren Zellen vermieden und behoben werden, ist unbekannt. „Wenn wir die grundlegenden Mechanismen und molekularen Folgen solcher Konflikte verstehen, können wir möglicherweise neue Strategien entwerfen und die Konfliktlösung in diesen Regionen im Genom verbessern. Dies könnte die Grundlage für zukünftige therapeutische Maßnahmen sein, die für Krebs und andere menschliche Erkrankungen relevant sind", sagt Hamperl.

Dies ist das 28. ERC-Stipendium, das an Forscher vergeben wurde, die bereits am Helmholtz Zentrum München ansässig sind oder sich für einen Wechsel entschieden haben. „Ich freue mich sehr auf Stephans Beitrag zu diesem Forschungsfeld. Er hatte einen großartigen Start und gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen am Helmholtz Zentrum München hat Stephan mit seiner Forschung die einzigartige Chance, weltweit neue Durchbrüche zu erzielen. Wir werden ihm die notwendige Unterstützung bieten, um diese Chance zu nutzen und den nächsten Schritt für seine Karriere als Forscher zu machen“, sagt Maria-Elena Torres-Padilla, Direktorin des Instituts für Epigenetik und Stammzellen am Helmholtz Zentrum München.

Weitere Informationen

Der Europäische Forschungsrat fördert mit ERC Starting Grants unabhängige Nachwuchsforscher jeder Nationalität mit zwei bis sieben Jahren Erfahrung nach Abschluss der Promotion (oder eines gleichwertigen akademischen Grads) und einer vielversprechenden wissenschaftlichen Erfolgsbilanz. Sie müssen einen exzellenten Forschungsvorschlag einreichen und das Projekt in einer öffentlichen oder privaten Forschungsorganisation mit Sitz in einem EU-Mitgliedstaat oder einem assoziierten Staat durchführen. Dafür erhalten sie bis zu 1,5 Millionen Euro innerhalb von fünf Jahren.

Das Institut für Epigenetik und Stammzellen (IES) befasst sich mit der Erforschung und der Charakterisierung früher Ereignisse in der befruchteten Eizelle von Säugern. Die Wissenschaftler interessieren sich vor allem für die Totipotenz der Zellen, die im Laufe der Entwicklung verloren geht, und wollen aufklären, welche Veränderungen im Zellkern zu diesem Verlust führen. Ziel ist, ein besseres Verständnis der molekularen Abläufe zu bekommen und dadurch therapeutische Ansätze zu entwickeln, diese zu beeinflussen.

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus, Allergien und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.500 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 19 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. 

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