Forschungsinteressen

Wir untersuchen die Genexpression in CD4 Helfer-T-Zellen. Diese steuert Prozesse der Aktivierung und Differenzierung sowie die Aufnahme von Effektorfunktionen bzw. deren Inaktivierung und Toleranzinduktion. Unsere gegenwärtigen Projekte umfassen die Analyse der mRNA-Transkription, der mRNA-Stabilität, der RNA-Prozessierung, der Oligo-uridylierung von RNAs sowie die Untersuchung von posttranskriptionaler Repression.

CD4 Helfer-T-Zellen formen und steuern die Immunantwort und erlauben die effektive Bekämpfung von Erregern, die in unseren Körper eingedrungen sind. Neben dieser wichtigen Funktion in der Immunität spielen CD4 T-Zellen auch eine negative Rolle. So ist die Erkennung von Selbstantigenen durch CD4 T-Zellen verbunden mit der Entstehung von Autoimmunerkrankungen und eine einseitige Reaktivität von CD4 T-Zellen gegen Umweltantigene die Grundlage von Allergien.
 
Antigenerkennung durch den T-Zellrezeptor induziert nicht nur Aktivierung und Proliferation, sondern stößt auch die T-Zelldifferenzierung an. Signale vom T-Zellrezeptor in einem spezifischen zellulären Kontext und humoralen Milieu können aus naïven CD4 T-Zellen Th1, Th2, Th17, follikuläre Helfer T-Zellen (Tfh) oder regulatorische T-Zellen (Tregs) entstehen lassen. Die Th1, Th2, Tfh und Th17 Effektor-T-Zellen sekretieren Zytokine und stimulieren selektive Immunantworten bzw. Entzündungsreaktionen oder bieten B-Zellen essentielle Hilfe bei der Bildung von Antikörpern. Im Gegensatz zu diesen Effektorfunktionen unterdrücken regulatorische T-Zellen die Aktivierung von T-Zellen und verhindern eine Immunantwort. Diese Zellen sind notwendig um die Entstehung von tödlicher Autoimmunität zu verhindern, sie können jedoch auch Tumorzellen vor dem Zugriff des Immunsystems schützen.
 
Innerhalb der T-Zellaktivierung, der Differenzierung und der Toleranzentstehung konzentrieren wir uns auf die Regulation durch Transkriptionsfaktoren und microRNAs sowie RNA-bindenden Proteine. Diese können als trans-agierende Faktoren zusammengefasst werden, die cis-regulatorische Sequenzen erkennen. Zum Beispiel erkennen Transkriptionsfaktoren spezifische Sequenzmotive in den Promotoren oder Enhancern der DNA und microRNAs oder RNA-bindende Proteine binden spezifische Erkennungssequenzen in den 3' untranslatierten Bereichen der mRNAs. Es ist anzunehmen, dass eine Koevolution dieser trans-agierenden Faktoren und Erkennungssequenzen, die sich gegenseitig in einer abgestimmten Hoch- und Herunterregulation ergänzen, stattgefunden hat, um schnelle und effektive Veränderungen der Genexpression herbeizuführen, die für spezifische zelluläre Programme notwendig sind.

Wir sehen in der Erforschung der molekularen Mechanismen, die bestimmten T-Zellantworten zu Grunde liegen, die Basis für eine zukünftige therapeutische Intervention bei Erkrankungen, an denen das Immunsystem maßgeblich beteiligt ist.