KKG1

Klinische Kooperationsgruppe „Personalisierte Radiotherapie bei Kopf-Hals-Tumoren“ zwischen Abteilung Strahlenzytogenetik/HMGU und Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie/LMU

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 20.000 Menschen an Krebs im Hals- und Kopf-Bereich. Die Klinische Kooperationsgruppe „Personalisierte Radiotherapie bei Kopf-Hals-Tumoren“ hat sich zum Ziel gesetzt, molekulare Marker in den Tumoren zu identifizieren, mit denen sich die Wirksamkeit einer Strahlentherapie vorhersagen lässt. Damit wird ein wichtiger Schritt in Richtung einer Verbesserung und Individualisierung der Therapie getan. Die enge Verzahnung von Klinik und Forschung gewährleistet dabei, dass die Erkenntnisse der Forscher möglichst rasch den Patienten zugutekommen.

Die Integration von „omics“ Daten unterschiedlicher molekularer Ebenen ermöglicht den Nachweis von prognostischen Biomarkern sowie eine Rekonstruktion veränderter Signalwege, die bei der Therapieresistenz von Bedeutung sind. Quelle: ZYTO

Die Klinische Kooperationsgruppe (KKG) „Personalisierte Radiotherapie bei Kopf-Hals-Tumoren“ ist eine gemeinsame Einrichtung des „Helmholtz Zentrums München - deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt“ und der „Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Klinikum der Universität München“. KKGs fördern translationale Forschung. Diese Art der Forschung dient dazu, Erkenntnisse aus der Grundlagenwissenschaft möglichst zeitnah auch für die klinische Praxis verwertbar zu machen.

Forschern der Abteilung Strahlenzytogenetik1  des Helmholtz Zentrums München ist es in Vorarbeiten gelungen, chromosomale Veränderungen zu identifizieren, die gehäuft bei Plattenepithel-Karzinomen des Kopf-Hals-Bereiches auftreten, die wenig empfindlich auf Strahlentherapie reagieren. Im Rahmen der neuen KKG soll die Aussagekraft dieser Marker durch Untersuchungen an weiteren Patientengruppen validiert werden. Zugleich wird mit neuesten genetischen und epigenetischen Methoden genomweit nach weiteren, für den Therapieerfolg relevanten, Veränderungen gesucht. Systembiologische Ansätze ermöglichen die Integration der verschiedenen experimentellen Datensätze sowie eine Verknüpfung mit den klinischen Daten. Sie verfolgen das Ziel, prädiktive, also vorhersagende, Marker und Signaturen für die Wirkung von Strahlentherapie zu identifizieren. Die Kenntnis derjenigen Stoffwechselwege, die zu einer Resistenz der Tumorzellen gegenüber ionisierender Strahlung beitragen, erlaubt es gleichzeitig nach Wirkstoffen zu suchen, die für eine Verbesserung der Therapieempfindlichkeit der Tumoren eingesetzt werden können. Ziel der gemeinsamen KKG ist somit die Verbesserung der Heilungschancen bei gleichzeitiger Minimierung der Nebenwirkungen der Therapie von Kopf-Hals-Tumoren, indem individuelle Konzepte für Prognose und Therapie entwickelt werden.

Die Leiterin der KKG ist PD Dr. Anna Friedl von der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Klinikum der Universität München.


 1Bauer et al., Chromosomal changes characterize head and neck cancer with poor prognosis. J Mol Med 2008; 86(12):1353-65.
Foto der Mitarbeiter der KKG der Klinischen Kooperationsgruppe am Helmholtz-Zentrum München. Leiterin ist PD Dr. Anna Friedl (vordere Reihe, 3. von links)
Mitarbeiter der Klinischen Kooperationsgruppe am Helmholtz-Zentrum München. Leiterin ist PD Dr. Anna Friedl (vordere Reihe, 3. von links)“; Quelle: ZYTO