Abgeschlossene Projekte

Folgekosten bei den Gesetzlichen Krankenkassendurch Versicherte mit fehlender beruflicher Ausbildung
Team:Dr. A. Mielck, K. Kindermann
Projektträger:Bertelsmann Stiftung
Laufzeit:Oktober 2009  - Dezember 2010
Kurzbeschreibung:Die Bertelsmann Stiftung fördert das Projekt im Rahmen ihres Programms 'Wirksame Bildungsinvestitionen'. Ziel dieses Programms ist es,"ein öffentliches und politisches Bewusstsein für die Notwendigkeit wirksamerer Investitionen in ganzheitliche Bildung zu schaffen". Das hier vorgestellte Projekt konzentriert sich auf den Bereich 'Folgekosten bei den Gesetzlichen Krankenkassen'. Es wird gemeinsam mit Herrn Dr. M. Lüngen und Herrn M. Siegel vom Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) in Köln durchgeführt.
Zielsetzung:Im Mittelpunkt stehen die folgenden Fragen:

  • Welche Unterschiede bei den Leistungsausgaben bestehen nach der beruflichen Bildung und nach anderen sozialen Merkmalen (Einkommen, Alter, Geschlecht etc.)? Gibt es Ausgabenunterschiede, welche über die Erkrankung hinaus auch auf Bildung und die anderen sozialen Merkmale zurückgeführt werden können? Zeigen unterschiedliche Bildungsgruppen unschiedliche Muster der Inanspruchnahme? 
  • Welche Erkrankungen sind in der unteren Bildungsgruppe besonders häufig vorhanden? Welche Gesundheitsausgaben sind pro Person mit diesen Erkrankungen verbunden? Wie zuverlässig lassen sich die Gesundheitsausgaben in den verschiedenen Bildungsgruppen aufgrund von Prävalenz und Gesundheitsausgaben pro Person schätzen? Wie groß sind die Unterschiede bei den Gesundheitsausgaben zwischen der unteren und der oberen Bildungsgruppe?
  • Welche gesundheitlichen Risikofaktoren sind in der unteren Bildungsgruppe besonders häufig vorhanden? Welche Gesundheitsausgaben sind pro Person mit diesen Risikofaktoren verbunden? Wie zuverlässig lassen sich die Gesundheitsausgaben in den verschiedenen Bildungsgruppen aufgrund von Prävalenz und Gesundheitsausgaben pro Person schätzen. Wie groß sind die Ausgabenunterschiede zwischen der unteren und der oberen Bildungsgruppe?
Vorgehen:Im Projekt wird von 'unzureichender Bildung' gesprochen, wenn bei einer erwachsenen Person schulische Bildung bis höchstens zum Realschulabschluss, aber keine formale berufliche Qualifikation vorhanden ist. Im Mittelpunkt stehen die Kosten bei den Gesetzlichen Krankenkassen, die privaten Kosten für Praxisgebühr, Zuzahlungen etc. werden nicht näher betrachtet. Bezogen auf die Erkrankungen werden vor allem Diabetes Mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen berücksichtigt, und bezogen auf die gesundheitlichen Risikofaktoren vor allem Übergewicht/Adipositas und Rauchen.

Das methodische Vorgehen ist zweigeteilt: (a) Im 'Bottom-Up Ansatz' werden aus einem großen Datensatz (TNS Healthcare Access Panel) die Angaben zur Inanspruchnahme (z.B. Arztbesuche) verwendet und in Kosten pro Versichertem umgerechnet. Der Vorteil dieses Ansatzes liegt in der direkten Verfügbarkeit von Angaben zur Inanspruchnahme. Ein Nachteil ist zum Beispiel die statistische Unsicherheit bei kleinen Fallzahlen. (b) Im 'Top-Down Ansatz' werden aus dem oben genannten Datensatz die Angaben zu Morbidität und Risikofaktoren verwendet. Über andere Literaturquellen werden diesen Prävalenzen dann pro-Kopf Leistungsausgaben zugeordnet. Der Vorteil dieser Vorgehensweise liegt darin, dass die Angaben zu Morbidität und Risikofaktoren häufig zuverlässiger sind als die Angaben zur Inanspruchnahme. Ein Nachteil ist hier zum Beispiel die häufig nur unzureichend vorliegende Information über pro-Kopf Ausgaben. Durch Kombination dieser beiden Ansätze soll versucht werden, die jeweiligen Nachteile zu minimieren.