Press Release

01.08.2019

NAKO Gesundheitsstudie in Augsburg startet in zweite Untersuchungsrunde

Am 1. August 2019 feierte das NAKO Studienzentrum Augsburg einen Meilenstein: 20.000 Männer und Frauen aus der Region Augsburg haben an der NAKO Gesundheitsstudie teilgenommen. Damit ist die Basisuntersuchung, die in Augsburg Mitte 2014 begonnen hat, abgeschlossen. Jetzt startet die NAKO in Augsburg in die zweite Runde: alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden zur Folgeuntersuchung eingeladen.

Von links: Prof. Dr. Michael Beyer, drei NAKO-Teilnehmende, Prof. Dr. Annette Peters, Prof. Dr. Martina Kadmon, Heinrich Baßler ©Helmholtz Zentrum München

Die NAKO Gesundheitsstudie ist die größte Langzeitstudie, die jemals in Deutschland durchgeführt wurde. Bundesweit haben mehr als 200.000 Frauen und Männer im Alter von 20 bis 69 Jahren an der Basisuntersuchung teilgenommen. Die NAKO wird von Bund, Ländern und der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert. Ziel der Studie ist es, chronische Erkrankungen, wie zum Beispiel Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma, Infektionen und Depression genauer zu erforschen, um neue und zielgenaue Strategien zu Prävention, Vorhersage und Früherkennung zu entwickeln. „Mit der NAKO wird eine einzigartige Ressource für die deutsche Gesundheitsforschung aufgebaut“, betont Prof. Dr. Matthias Tschöp, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München, das das NAKO Studienzentrum in Augsburg betreibt.

Das NAKO Studienzentrum Augsburg zählt zu den größten der bundesweit 18 NAKO Studienzentren. Etwa jeder zehnte Proband der Studie stammt aus der Stadt Augsburg oder den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg. Die Teilnehmenden wurden mithilfe der Einwohnermeldeämter zufällig ausgewählt und zur Basisuntersuchung ins Studienzentrum eingeladen. Im bundesweiten Vergleich nahmen in der Region Augsburg besonders viele Menschen diese Einladung wahr. Ein Erfolg, der zeigt, wie hoch das Engagement der Augsburger für die Gesundheitsforschung ist. „Als ich zu NAKO eingeladen wurde, war mir sofort klar, dass ich diese Chance nutzen möchte, um mehr über meinen Körper zu erfahren und diese deutschlandweite Studie aktiv zu unterstützen“ erklärt Michael Maier, NAKO Teilnehmer des Studienzentrums Augsburg.

In der Basisuntersuchung wurden die Teilnehmenden medizinisch untersucht und zu ihren Vorerkrankungen, Gewohnheiten und dem Lebensumfeld befragt. Außerdem wurden verschiedene Biomaterialen wie Blut, Speichel und Urin gesammelt. Über die Untersuchungsergebnisse wurden die Teilnehmenden auf Wunsch informiert. Eine Untergruppe von mehr als 6.000 Personen erhielt zusätzlich eine einstündige Ganzkörperuntersuchung via Magnetresonanztomographie.

Die Folgeuntersuchung ist in Augsburg bereits gestartet. Seit Mai werden die ersten Probanden zum zweiten Mal befragt und untersucht. Die Wissenschaftler hoffen wieder auf eine hohe Teilnahmebereitschaft. „Je mehr Teilnehmende zur Folgeuntersuchung wiederkommen, desto aussagekräftiger und repräsentativer werden die Ergebnisse“ betont Prof. Dr. Michael Beyer, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Augsburg, auf dessen Gelände das NAKO Studienzentrum angesiedelt ist.

Hohe Teilnehmerzahl und Langzeitcharakter machen die NAKO Studie aus wissenschaftlicher Sicht besonders wertvoll. „20.000 Teilnehmenden alleine in Augsburg, deren Gesundheitszustand über einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren nachverfolgt wird. Dieser Datenschatz ermöglicht es, Risikofaktoren durch Umwelteinflüsse in der Region, wie z.B. Luftqualität oder klimatische Einflüsse, viel genauer als bisher zu untersuchen“, sagt Prof. Dr. Martina Kadmon, Gründungsdekanin der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg.

Der multizentrische Ansatz der Studie ermöglicht zudem regionale Vergleiche. Die NAKO läuft in allen 18 Studienzentren in Deutschland fast zeitgleich ab, die Methoden und Abläufe sind standardisiert. „Aus kleineren, regionalen Gesundheitsstudien wissen wir beispielsweise, dass Typ 2 Diabetes und seine Vorstufen im Nordosten und Osten Deutschlands doppelt so häufig vorkommen wie im Süden“, sagt Prof. Dr. Annette Peters, Vorstandsvorsitzende der NAKO Gesundheitsstudie und Direktorin des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München. „Unterschiede im Design der Studien erschweren es aber, den Ursachen für diese regionalen Abweichungen auf den Grund zu gehen. Durch die Standardisierung der Untersuchungen in allen Studienzentren, den Einsatz neuer biomedizinischer Verfahren und die Berücksichtigung des Lebensumfeldes, kann die NAKO diese Lücke schließen.“

Weitere Informationen

Interview mit Prof. Annette Peters im Bayerischen Rundfunk (Abendschau vom 01.08.2019) zur NAKO-Gesundheitsstudie und den ersten Ergebnissen

Fachliche Ansprechpartnerin:
Dr. Susanne Vogt
Referentin der Vorstandsvorsitzenden der NAKO Gesundheitsstudie
Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH)
Institut für Epidemiologie
Tel. +49 89 3187-1137


Die NAKO Gesundheitsstudie
(kurz: NAKO) ist eine deutschlandweite Langzeit-Bevölkerungsstudie (Dauer 20-30 Jahre) mit 200.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Seit 2014 werden in der NAKO zufällig aus den Melderegistern gezogene Männer und Frauen zwischen 20 und 69 Jahren bundesweit in 18 Studienzentren medizinisch untersucht und nach ihren Lebensumständen befragt. Ziel ist es, chronische Erkrankungen, wie zum Beispiel Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma, Infektionen und Depression genauer zu erforschen, um Prävention, Früherkennung und Behandlung dieser in der Bevölkerung weit verbreiteten Krankheiten zu verbessern. Das multizentrische Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, den beteiligten Ländern und der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert.

Das NAKO Studienzentrum in Augsburg wird vom Helmholtz Zentrum München in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Augsburg betrieben und befindet sich auf dem Gelände des Universitätsklinikums. Im NAKO Studienzentrum Augsburg wurden 20.000 Personen untersucht, von denen mehr als 6.000 Personen zusätzlich an der MRT-Ganzkörperuntersuchung teilgenommen haben.

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus, Allergien und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 19 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. 

Das Institut für Epidemiologie (EPI) erforscht die Zusammenhänge von Umwelt, Lebensstil und Genetik bei der Entstehung und Progression verschiedener Krankheiten. Im Fokus stehen Stoffwechsel-, Atemwegs- und allergische Erkrankungen, aber auch Herzkreislauferkrankungen und die mentale Gesundheit. Das Ziel ist auf der einen Seite, die molekularen Mechanismen der Krankheitsentstehung in der Bevölkerung besser zu verstehen. Auf der anderen Seite dienen die wissenschaftlichen Studien dazu, neue Wege in der Prävention auf individuellerer Ebene zu gehen als auch eine evidenzbasierte Gesundheitsvorsorge durch verbesserte Umweltbedingungen zu ermöglichen. Die Forschung stützt sich unter anderem auf die einzigartigen bevölkerungsbasierten KORA-Ressourcen (Kohorte, Herzinfarktregister, Aerosol-Messstation). Folgestudien innerhalb der Kohorte ermöglichen die Untersuchung von Frühformen und Komplikationen ausgewählter chronischer Erkrankungen und deren Verbreitung in der Bevölkerung. Darüber hinaus kommen Daten und biologische Proben aus den Geburtskohorten GINI und LISA. Das Institut ist zudem federführend an Planung und Aufbau der NAKO Gesundheitsstudie beteiligt und baut das zentrale Bioproben-Lager der NAKO.

Aus dem Kommunalunternehmen Klinikum Augsburg wurde mit Wirkung vom 1. Januar 2019 das Universitätsklinikum Augsburg (UKA), das sich nun in der Trägerschaft des Freistaates Bayern befindet. Forschungsschwerpunkte der Universitätsmedizin sind Environmental Health Sciences (Umwelt und Gesundheit) und Medical Information Sciences (Medizinische Informatik) mit einer Verbindung zu den klinischen Profilzentren Tumormedizin, Gefäßmedizin und Allergologie. Im Endausbau werden in Augsburg jährlich 1.500 Medizinstudierende ausgebildet und 100 Professoren lehren. Der Bachelor-Studiengang Medizinische Informatik ist bereits im Wintersemester 2018/19 mit 44 Studierenden gestartet. Neben dem neuen Auftrag für Forschung und Lehre wird das UKA auch weiterhin seinem Anspruch auf die beste medizinische Versorgung der Bevölkerung gerecht werden. Mit den tagesklinischen Plätzen stehen am UKA 1.740 Betten zur Verfügung. 24 Kliniken, drei Institute und 18 Zentren stellen Diagnose und Therapie in nahezu allen medizinischen Fachdisziplinen sicher. Ein Kooperationsvertrag zwischen der Universität und den Bezirkskliniken Schwaben garantiert Forschung, Lehre und Krankenversorgung auch für die Fachrichtungen Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Psychosomatische Medizin. Am UKA werden jährlich rund 250.000 ambulante und stationäre Patienten versorgt. Mit zirka 80.000 Patienten pro Jahr ist die Notaufnahme des UKA die zweitgrößte Notaufnahme der Bundesrepublik. Jedes Jahr erblicken hier mehr als 2.450 Kinder das Licht der Welt. Mit 560 Ausbildungsplätzen ist die an das UKA angeschlossene Akademie für Gesundheitsberufe einer der größten Ausbildungsträger der Region. Mehr Informationen über das Universitätsklinikum Augsburg gibt es im Internet auf www.uk-augsburg.de.

 

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