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22.11.2019

Annette Peters stellt Lancet Countdown auf der Bundespressekonferenz vor

Der Lancet Countdown ist eine internationale multidisziplinäre Forschungskooperation aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Seit 2017 macht sie auf Basis aktueller, wissenschaftlich-fundierter Daten auf gesundheitliche Folgen des Klimawandels aufmerksam und kontrolliert, inwieweit politische Entscheidungsträger und Akteure weltweit ihre Klimaschutzversprechen einhalten.

von links: Priv.-Doz. Dr. Peter Bobbert, Prof. Dr. Annette Peters, Prof. Dr. Dr. Sabine Gabrysch, Dr. Klaus Reinhardt © Helmholtz Zentrum München

Zum ersten Mal wurde neben dem globalen Bericht auch ein „Policy Brief“, veröffentlicht, das speziell die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels in Deutschland beschreibt und deutschlandspezifische Empfehlungen gibt. Erstellt wurden sie von der Bundesärztekammer, der Charité – Universitätsmedizin Berlin, dem Institut für Epidemiologie des Helmholtz Zentrum München, dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) sowie der Hertie School.

 

Hier die Empfehlungen des Lancet Countdowns an die politischen Entscheidungsträger und Akteure in Deutschland: 

  1. Gesundheitsrisiken durch zunehmende Hitze werden in Deutschland häufiger und schwerwiegender.
    Es ist notwendig, die Umsetzung von Hitzeaktionsplänen zum Schutz der menschlichen Gesundheit gemäß den bundesweiten Empfehlungen zu beschleunigen, sowohl auf Bundesland-, Landkreis- und kommunaler Ebene, als auch in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen.
  2. Der CO2-Fußabdruck des deutschen Gesundheitssektors ist beträchtlich. Er macht etwa 5 Prozent der nationalen Treibhausgasemissionen aus und trägt direkt zum Klimawandel bei.
    Entscheidungsträger sollten die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks des Gesundheitssektors in Angriff nehmen, indem sie spezifische Klimaschutzpläne zur Eindämmung des Klimawandels auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene entwerfen und umsetzen. 
  3. Die Erkenntnis, dass der Klimawandel eine zunehmende Bedrohung darstellt, muss allgemein verstanden werden, um dann schleunigst zu handeln.
    Die rasche Einbeziehung von Klimawandel und „Planetary Health“ in die Lehrpläne aller Gesundheits- und medizinischen Fakultäten sowie in die Aus-, Fort- und Weiterbildung aller Gesundheitsberufe muss sichergestellt werden.

Der Lancet Countdown wurde auf der Bundespressekonferenz am 14. November 2019 von Prof. Dr. Annette Peters zusammen mit Dr. Klaus Reinhardt (Präsident der Bundesärztekammer), Prof. Dr. Dr. Sabine Gabrysch (Lehrstuhl für Klimawandel und Gesundheit, Charite-Universitätsmedizin Berlin und Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung) und Priv.-Doz. Dr. Peter Bobbert (Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer) vorgestellt. Dabei erklärte Annette Peters unter anderem, wie mithilfe der NAKO Gesundheitsstudie gesundheitliche Folgen des Klimawandels untersucht werden können, beispielsweise die Auswirkungen von Hitze auf chronisch kranke Personen. 

Weitere Informationen:

Lancet Countdown Report

 

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus, Allergien und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 19 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. 

Das Institut für Epidemiologie (EPI) erforscht die Zusammenhänge von Umwelt, Lebensstil und Genetik bei der Entstehung und Progression verschiedener Krankheiten. Im Fokus stehen Stoffwechsel-, Atemwegs- und allergische Erkrankungen, aber auch Herzkreislauferkrankungen und die mentale Gesundheit. Das Ziel ist auf der einen Seite, die molekularen Mechanismen der Krankheitsentstehung in der Bevölkerung besser zu verstehen. Auf der anderen Seite dienen die wissenschaftlichen Studien dazu, neue Wege in der Prävention auf individuellerer Ebene zu gehen als auch eine evidenzbasierte Gesundheitsvorsorge durch verbesserte Umweltbedingungen zu ermöglichen. Die Forschung stützt sich unter anderem auf die einzigartigen bevölkerungsbasierten KORA-Ressourcen (Kohorte, Herzinfarktregister, Aerosol-Messstation). Folgestudien innerhalb der Kohorte ermöglichen die Untersuchung von Frühformen und Komplikationen ausgewählter chronischer Erkrankungen und deren Verbreitung in der Bevölkerung. Darüber hinaus kommen Daten und biologische Proben aus den Geburtskohorten GINI und LISA. Das Institut ist zudem federführend an Planung und Aufbau der NAKO Gesundheitsstudie beteiligt und baut das zentrale Bioproben-Lager der NAKO.