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17.01.2020

Leuchtturmprojekt für die Medizin der Zukunft

Das Helmholtz Zentrum München beteiligt sich am Projekt DigiMed Bayern des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege. Ziel des Vorhabens ist es, die digitalisierte Medizin im Freistaat voranzutreiben. Rund sechs Millionen Euro fließen dafür bis 2023 ans Zentrum.

© DigiMedBayern

„Von DigiMed Bayern erwarten wir uns einen großen Schritt in Richtung der sogenannten P4-Medizin - prädiktiv, präventiv, personalisiert, partizipatorisch“, erläutert Dr. Christian Gieger. Er leitet die Abteilung Molekulare Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München und ist mit seinem Team ebenso am Projekt beteiligt wie das Institut für Humangenetik (Leitung Prof. Thomas Meitinger) und das Institut für Epidemiologie (Leitung Prof. Annette Peters). „Unser Beitrag wird vor allem darin bestehen, Daten aus der großen Augsburger Bevölkerungsstudie KORA zu untersuchen und teilweise neu zu erheben“, so Christian Gieger weiter. „Konkret geht es dabei um sogenannte OMICs-Messungen, damit bewegen wir uns im Bereich der sprichwörtlichen Big Data.“

Insgesamt soll das Projekt unter Federführung des Deutschen Herzzentrum München in den nächsten fünf Jahren umfassende Datensätze von Patienten kombinieren und folgende Teilaspekte bearbeiten: 

  • Am Beispiel der koronaren Herzerkrankung und des Schlaganfalls erfolgt eine erste Analyse von umfassenden Datensätzen – hier werden die Helmholtz-Forscher ihre Expertise und Ergebnisse einbringen. Die Risikovorhersage für koronare Herzerkrankungen und Schlaganfall soll kurzfristig genauer und eine präventive Behandlung erleichtert werden. Mittel- bis langfristig werden Verbesserungen bei Diagnose und Therapie angestrebt. Die bevölkerungsweite Identifikation der familiären Hypercholesterinämie als gravierender exemplarischer Risikofaktor für die Atherosklerose soll nachhaltig verbessert werden.
  • Die technischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Möglichkeiten und Grenzen der P4-Medizin werden erfasst, vorangetrieben und dokumentiert.
  • Die gewonnenen Erkenntnisse und Strukturen sollen im Gesundheitssystem, in Forschung und Wirtschaft ausbaufähig und auf andere Krankheiten übertragbar sein. Insbesondere soll eine beispielhafte und übertragbare integrierte digitale Infrastruktur geschaffen werden.
  • Bayern soll als Standort für P4-Medizin auch in der internationalen Wahrnehmung entwickelt und vernetzt werden.

„Wenn es uns gemeinsam mit den zahlreichen Partnern gelingt, in unserem Teilprojekt eine bessere Risikovorhersage für Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauferkrankungen zu erreichen, wäre das ein schöner Beitrag für die Umsetzung Digitaler Medizin in Bayern“, sagt Annette Peters, Direktorin des Instituts für Epidemiologie, mit Blick auf die kommenden Aufgaben.

Insgesamt wird das Projekt DigiMed Bayern mit rund 20 Millionen Euro vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflegegefördert. Näheres zu den beteiligten Partnern und Teilprojekten finden Sie auf der Webseite des Projekts http://www.digimed-bayern.de