Einheit für Klinische Allergologie (EKA)

Medizinischer Hintergrund des Projektes

Allergologische Erkrankungen wie z.B. Heuschnupfen oder Neurodermitis sind in industrialisierten Ländern sehr häufig. Diese Erkrankungen stellen teilweise schwere Beeinträchtigungen für Betroffene sowie deren Familien dar und verursachen hohe sozioökonomische Kosten. Trotz großer Fortschritte bei Diagnostik und Therapie bleiben diese Erkrankungen eine große Herausforderung für die moderne Medizin.

Wie genau Allergien entstehen ist noch nicht im Detail verstanden und hochkomplex. Man geht heute davon aus, dass es eine individuelle Bereitschaft gibt, allergische Erkrankungen zu entwickeln. Das Risiko für deren Entstehung hängt dann vor allem von der Auseinandersetzung mit Umweltfaktoren ab, die im Zusammenspiel mit den Oberflächenorganen und dem Immunsystem die Entscheidung zwischen „gesund“ und „allergisch“ mitbestimmen. Eine gestörte Hautbarriere sowie die Keimvielfalt von Umgebung und Oberflächenorganen können den Ausgang dieser Entscheidung beeinflussen.

Warum z.B. manche Personen mit einem bestimmten Hautbarrieredefekt an Neurodermitis erkranken und andere nicht, ist noch offen. Entscheidend hierfür könnte die Gesamtheit der individuellen Besiedelung mit Mikroorganismen sein. Das sogenannte Mikrobiom übt eine besonders starke Wirkung auf das Immunsystem aus und kann so die Entstehung von Allergien beeinflussen.

Projektziel

Ziel des Projekts ist es, zu verstehen, wann und warum allergologische Erkrankungen beim Menschen entstehen. Dazu wird eine Geburtskohorte etabliert, die „Munich atopy prediction study” (MAPS), in der die Wechselwirkungen und Einflüsse des Mikrobioms, des Immunsystems und von Umweltfaktoren (z.B. Nahrungsmittelallergenen) bei der Entstehung von allergischen Erkrankungen untersucht werden. Als Modellerkrankung dienen Neurodermitis, eine entzündliche Erkrankung der Haut, die deren Funktion als natürliche Barriere zur Umwelt beschädigt, sowie die Entwicklung von Nahrungsmittelallergien im frühkindlichen Alter. Mit der Aufklärung dieser komplexen Wechselwirkungen sollen neue Ansätze für die Prävention, Diagnostik und Therapie von Allergien aufgedeckt werden.