Dr. Fabiana Perocchi

Einblicke in die Welt der Mitochondrien

Powerhouses sind Fabiana Perocchis Leidenschaft. Die Forschung der gebürtigen Römerin dreht sich um die Energiezentralen der Zellen: Mitochondrien bilden ein zentrales Molekül des Energiestoffwechsels und sind an vielen zellulären Aufgaben beteiligt. Mitochondriale Fehlfunktionen können zu einer Reihe von Krankheiten führen. Fabiana Perocchi untersucht die Rolle der Mitochondrien bei der interzellulären Signalübertragung. Mit ihrer Nachwuchsgruppe „Functional Genomics of Mitochondrial Physiology and Pathophysiology“ am Institut für Humangenetik will die Powerfrau die ungelösten Rätsel dieser Organellen lösen.

Fabiana Perrocchi befasst sich mit der Signal-Übertragung zwischen Zellen. Im Visier hat die Genetikerin dabei Mitochondrien und ihr Kalzium-Signalnetzwerk (Bild). Es ist an der Signalgebung zwischen Zellen entscheidend beteiligt. Quelle: HMGU

Auf Fabiana Perocchi haben Ungereimtheiten in den wissenschaftlichen Modellen schon immer einen besonderen Reiz ausgeübt. „Wenn ich ein Puzzlestück entdecke, das nicht zu den allgemeinen Modellvorstellungen zu passen scheint, bin ich elektrisiert. Ich kann nicht aufhören, bis ich seine Funktion herausgefunden habe, und wie es in den Kontext des Gesamtsystems passt“, erzählt die Biologin. Perocchis persönliches Puzzlestück ist das Signalnetzwerk von Mitochondrien. Während ihrer Zeit als Post-Doc an der Harvard Medical School wunderte sie sich, warum Mitochondrien große Mengen des Botenstoffs Kalzium aufnehmen können. Perocchis Forschergeist war geweckt – nicht zuletzt deshalb, weil die Antwort darauf spannende Erkenntnisse für die medizinische Anwendung nahelegt. „Wissen nur um des Wissens Willen, reicht mir nicht“, betont Perocchi, „mir ist es wichtig, dass Wissen hilft, die Gesundheit zu verbessern.“

Perocchi hat herausgefunden, dass der Kalziumvorrat in den Mitochondrien essentiell an der Signalübertragung zwischen den Zellen beteiligt ist. Weil diese bei vielen Volkskrankheiten gestört ist, könnte es sich bei der Kalzium-Signalgebung um eine entscheidende Schaltstelle für neue Therapieoptionen handeln. „Wenn wir die Kalziumwege genau charakterisiert haben, können wir sie später modulieren und daraus Therapien für Diabetes sowie neurodegenerative und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln“, hofft die Wissenschaftlerin. Ihr Team analysiert derzeit den Effekt verschiedener Medikamenten-Wirkstoffe auf die Funktion von Mitochondrien, um später nach neuen Möglichkeiten für zukünftige Medikamente zu suchen.

Von Harvard ans Helmholtz Zentrum München lockte die Italienerin das wissenschaftliche Umfeld. „München ist ein Schmelzpunkt wissenschaftlicher Exzellenz im Bereich Mitochondrienforschung. Die technische Infrastruktur und der Austausch mit Kollegen angrenzender Fachbereiche bringt meine Forschung sehr schnell voran“, freut sich Perocchi. Und auch den Support durch die administrativen Abteilungen am Zentrum schätzt sie sehr: „Ich kann mich hier voll auf die Forschung konzentrieren – ich habe das Gefühl, dass ein ganzes Netzwerk an Abteilungen mir den Rücken frei hält.“ Das A und O ihrer Forschergruppe ist für Perocchi jedoch die Zusammenarbeit. „Man erzielt keine bedeutenden Erfolge, wenn man für sich alleine arbeitet“, ist sie überzeugt. Jeder im Team müsse motiviert, neugierig und selbstständig sein und gleichzeitig offen für Ideen und Einwände der Kollegen. Fabiana Perocchi: „Forschen ist heute ein dynamisches Feld. Nur wenn man Erkenntnisse von Kollegen in die eigenen Überlegungen einbezieht, kann man Schritt halten und Ergebnisse aus der Grundlagenforschung in die Anwendung bringen.“

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