Dr. Larissa Schwarzkopf

Patienten mit Lungenerkrankungen optimal versorgen

Ein Auslandsaufenthalt im indischen Gurgaon prägte die weitere Karriere von Dr. Larissa Schwarzkopf ganz entscheidend. Als Unternehmensberaterin bei Epos Health India sah die Gesundheitsökonomin, welche Herausforderung selbst eine elementare medizinische Gesundheitsversorgung darstellen kann. Zurück in Deutschland stellte sie die Frage, ob unser Gesundheitssystem wirklich ideal funktioniert – und fand etliche Schwachstellen. Seither arbeitet sie an Möglichkeiten, um Patienten mit Lungenerkrankungen effizient und nachhaltig zu versorgen.

Quelle: HMGU

Lungenerkrankungen gewinnen an Relevanz – auch als Kostenfaktor im Gesundheitssystem. Dr. Larissa Schwarzkopf, Leiterin der neuen Nachwuchsgruppe „Economics and Management of Lung Diseases“, hat große Ziele. Sie will die Situation von Patienten mit Lungenkrebs, COPD, interstitiellen Lungenerkrankungen beziehungsweise Lungentransplantationen verbessern. Die über das Deutsche Zentrum für Lungenforschung (DZL) finanzierte Nachwuchsgruppe ist strukturell dem CPC-München angegliedert und ist in ihren Forschungsaktivitäten überdies in das Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen am Helmholtz Zentrum eingebettet.

Arbeiten im Netzwerk

Dank dieser Zusammenarbeit kann die Wissenschaftlerin auf zahlreiche Quellen zugreifen. Ihr stehen anonymisierte, primärdatenbasierte Patienten- und Bevölkerungskohorten zur Verfügung -beispielsweise aus dem CosicoNet, der Children's Interstitial Lung Disease (ChILD)-Kohorte oder der KORA-Plattform (Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg) –sowie personenindividuelle Sekundärdaten  der gesetzlicher Krankenversicherungen. Primärdaten werden im Rahmen eigenständiger  Erhebungen unmittelbar beim Probanden selbst erfragt, wohin gegen Sekundärdaten routinemäßig erfasst werden, ohne dass für ihre Auswertung ein konkreter Forschungsanlass besteht. 

Reibungsverluste vermeiden... 

Larissa Schwarzkopf hat bereits eine Schwachstelle im bestehenden System gefunden: „Bei Patienten mit Lungenerkrankungen gibt es derzeit keinen runden Übergang zwischen ambulanten und stationären Leistungserbringern.“ Stellen niedergelassene Pneumologen ihre Patienten medikamentös gut ein, kommen entsprechende Informationen im Klinikum nicht zwangsläufig an. Gleichzeitig bleiben Daten aus dem Krankenhaus auf der Strecke, sobald ein Patient wieder entlassen wird. Weiterhin wird nur ein geringer Prozentsatz der Patienten ambulant fachärztlich betreut, und nur ein Bruchteil nimmt an Disease-Management-Programmen (DMP) für Asthma oder COPD teil. DMP sind strukturierte, evidenzbasierte Vorgaben zur optimierten Behandlung chronisch kranker Menschen. Als Lösungsansätze sieht die Gesundheitsökonomin Kommunikationsprozesse, aber auch eine einzige Datengrundlagen für alle Behandler. „Es liegt am Gesetzgeber, hier Anreize zu schaffen“, fordert die Wissenschaftlerin. 

... und neue Therapien bewerten 

Die zweite Fragestellung: Welchen Mehrwert haben innovative Behandlungsmethoden tatsächlich? Schwarzkopf stellt die Mehrkosten einer Therapie und deren Zusatznutzen gegenüber. Der Nutzen lässt sich oft über die selbsteingeschätzte Lebensqualität der Betroffenen erfassen. Diese bestimmt Schwarzkopf auf international vergleichbaren Skalen wie dem Gesundheitsfragebogen EQ-5D. Kosten-Nutzwert-Analysen bieten Krankenversicherungen die Möglichkeit, ihre knapp bemessenen Gelder gezielt einzusetzen. Hier plant die neue Nachwuchsgruppe auch detaillierte Krankheitskosten-Analysen: „Schließlich ist das Wissen, welche Gesundheitsausgaben beziehungsweise welche volkswirtschaftlichen Kosten mit einer Erkrankung verbunden sind, der Ausgangspunkt für die Frage: Muss etwas getan werden oder nicht?“ Larissa Schwarzkopfs Ziel: ein Beitrag zur effizienten, nachhaltigen Versorgung von Menschen mit unterschiedlichen Lungenerkrankungen. 

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