Dr. Micha Drukker

Auf der Suche nach dem Ursprung

Sein Zuhause ist immer dort, wo Top-Wissenschaftler gemeinsam untersuchen, wie sich Stammzellen zu spezialisierten Einheiten entwickeln. Micha Drukker forschte über das Thema bereits an der Hebrew-Universität in Israel und an der Universität Stanford, USA. Seit 2012 leitet er am Helmholtz Zentrum München die Nachwuchsgruppe „Human Pluripotent Stem Cell Lineage-Choice Research“ am Institut für Stammzellforschung – und ist angekommen: „Ich kannte meine Kollegen und wusste, dies ist das Umfeld, um der Entstehung multifaktorieller Erkrankungen auf die Spur zu kommen.“

Durch induzierte pluripotente Stammzellen Krankheiten zu heilen, ist Ziel von Micha Drukker. Sein Team reprogrammiert funktionslose Betazellen von Diabetespatienten oder Nervenzellen von Parkinsonkranken (Bild) mit Hilfe mRNA-kodierter Signalstoffe; Quelle: HMGU

Schon in seiner Kindheit faszinierte Micha Drukker die Frage nach dem Ursprung des Lebens: Wie entsteht aus einer einzigen befruchteten Eizelle ein fein abgestimmtes System aus Organen? Wie interagieren diese miteinander? Die Antwort darauf zu finden, treibt Drukker an.

Der Biologe spezialisierte sich auf die Erforschung von Stammzellen. Sie bieten die Möglichkeit, im Labor die Entwicklung einer undifferenzierten, noch nicht auf eine bestimmte Funktion festgelegten Zelle bis hin zu ihrer finalen Bestimmung im Gewebeverband zu untersuchen und damit dem Beginn des Lebens auf die Spur zu kommen. Drukker nutzt hierfür zwei Zelltypen: embryonale Stammzellen und Hautzellen. Letztere reprogrammiert er in deren Ursprungszustand zurück, sodass auch sie pluripotent sind, sich also je nach Umfeld in jeden Zelltyp entwickeln können. Anhand von embryonalen Stammzellen definiert der Wissenschaftler, wann genau sich pluripotente zu spezialisierten Zellen entwickeln und welche Mechanismen und Moleküle dafür verantwortlich sind. „Wenn wir diesen Prozess analysiert haben, können wir ein weites medizinisches Anwendungsgebiet eröffnen“, ist sich Drukker sicher.

In Stanford hat er eine Technik entwickelt, mit der Stammzellen sehr effizient aus einer Mixtur ähnlicher Zellen isoliert werden können. Am Helmholtz Zentrum München wendet er sie nun an, um aus den pluripotenten Zellen Betazellen zur Therapie von Typ-1-Diabetes zu züchten. „Mein Ziel ist es, funktionslose oder ineffizient arbeitende Zellen bei Diabetes- oder Parkinson-Patienten durch funktionierende Zellen zu ersetzen“, erklärt der Wissenschaftler.

Mithilfe des zweiten Zelltyps, reprogrammierten Hautzellen, will Drukker herausfinden, inwiefern sich die Entwicklung normaler pluripotenter Zellen von jenen aus Patientenproben unterscheidet: „Reprogrammierte Zellen eignen sich sehr gut, um in vitro zu untersuchen, wo die Weichen für die Entstehung multifaktorieller Leiden wie Diabetes oder neurodegenerative Erkrankungen gestellt werden.“

Expertise und Techniken bietet der Nachwuchsgruppenleiter auch anderen Wissenschaftlern an. Es ist überzeugt, dass Forschung heute nur gelingen kann, wenn die Experten verschiedener Spezialbereiche synergetisch zusammenarbeiten. „Die Zeiten der Generalisten sind vorbei“, betont er. Deshalb schätzt er es besonders, direkt am Zentrum auf ein breites Wissensspektrum zu treffen. „Ich arbeite hier wie in einem Kibbuz: Meine Kollegen und ich sind eine große Gemeinschaft, die zusammen versuchen, die Rätsel des Lebens zu verstehen. Jeder ist in seinem Gebiet top. Das inspiriert mich“, sagt Drukker.

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