Dr. Stefanie Eyerich

Kommunikationsfaktoren unter Beobachtung

Ausgefallene Ideen sind in Stefanie Eyerichs Team willkommen. „Sie sind inspirierend und eröffnen neue Wege“, freut sich die Leiterin der Nachwuchsgruppe „T Cell Biology in Health and Disease“ am Institut für Allergieforschung des Helmholtz Zentrums München. Neue Wege beschreitet Stefanie Eyerich auch, um Patienten zu helfen, die an Neurodermitis und Schuppenflechte leiden. Sie erforscht die Rolle unterschiedlicher T-Zellen für die Barrierefunktion der Haut und sucht nach Ansatzpunkten für Medikamente.

Stefanie Eyerich will die immunologischen Ursachen entzündlicher Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte aufklären. Ein Untersuchungsschwerpunkt ihrer Nachwuchsgruppe sind die Botenstoffe spezifischer T-Zellen, die mit Hautzellen (im Bild ein Keratinozyt) reagieren und die Entzündungsreaktion auslösen; Quelle: HMGU

Wie wichtig es ist, neue Therapieoptionen für entzündliche Erkrankungen der Haut zu entwickeln, erfährt Stefanie Eyerich jeden Tag in der Praxis. „Die Patienten haben einen sehr hohen Leidensdruck. Mein Ziel ist es, ihre Lebensqualität zu verbessern“, erklärt die Immunologin. Neurodermitis und Schuppenflechte gehören zu den häufigsten Erkrankungen der Haut. In Deutschland sind von Neurodermitis circa vier Millionen Menschen betroffen, zumeist Kinder, weitere drei Millionen Menschen von Schuppenflechte. Beiden Erkrankungen liegt eine Imbalance im Immunsystem zugrunde, die zur Ausprägung der Symptome führt.

Eine wichtige Rolle im Erkrankungsprozess spielen T-Zellen, die eigentlich Schutzfunktionen im Immunsystem erfüllen. T-Zellen, auch T-Lymphozyten genannt, initiieren im Körper eine Abwehrreaktion, sobald sie mit Stoffen in Kontakt kommen, die sie als körperfremd erkennen. Bestimmte T-Lymphozyten merken sich eine solche spezifische Abwehrreaktion und lösen, wenn sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf denselben Fremdstoff treffen, eine schnelle und sehr wirkungsvolle Immunreaktion aus. Gerät das Immunsystem jedoch aus der Balance, stuft es körpereigene Strukturen oder harmlose Substanzen aus der Umwelt als gefährlich ein. Es kommt zu einer vermehrten Ausschüttung von Botenstoffen, die dann allergische und entzündliche Reaktionen auslösen.

Mit ihrem Team analysiert Stefanie Eyerich, welche spezifischen T-Zellen diese Reaktion auslösen. Unter Beobachtung stehen dabei vor allem die Kommunikationsfaktoren der T-Zellen, die sogenannten Zytokine. Sie interagieren mit den im Gewebe ansässigen Epithelzellen und instruieren diese zu Entzündungsreaktionen. Das Team will verstehen, welche Kommunikationsfaktoren produziert werden, um sie dann beispielsweise mit Hilfe von Antikörpern auszuschalten. Dann nämlich würde der Befehl, eine Entzündungsreaktion auszulösen, unterbleiben. Die Erkrankung käme nicht zum Ausbruch und den Patienten könnte wirkungsvoll geholfen werden.

„Mir war es immer wichtig, medizinisch relevante Forschung zu machen“, betont die Biologin. Das Institut für Allergieforschung bietet dafür ein ideales Umfeld: Zwei Mitarbeiter in Eyerichs Team arbeiten als Ärzte an der Dermatologischen Klinik der Technischen Universität München und forschen gleichzeitig im Labor. „Wir können T-Zellen direkt aus Patientenproben analysieren und Beobachtungen aus der Praxis in unsere Forschung einbeziehen“, erzählt die Wissenschaftlerin.

Eyerich hat sich bereits während ihrer Zeit als Post-Doc am Imperial College in London der Immunologie und Allergieforschung verschrieben. Als besonders wertvolle Erfahrung hat sie die im dortigen Großraumlabor „intensiv gelebte“ interdisziplinäre Kommunikation mit nach Hause genommen. Diese Kommunikationsstrukturen hat sie am Helmholtz Zentrum München wieder gefunden – ein weiterer Grund für sie „warum Forschung hier Spaß macht“. Auch von ihren Mitarbeitern erwartet sie, „dass sie motiviert und mit Spaß an die Sache heran gehen“. Stefanie Eyerich selber empfindet es als besonders motivierend, ihr Wissen an junge Mitarbeiter weitergeben zu können, um gemeinsam Projekte entwickeln und zum Erfolg führen zu können.

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