Dr. Vigo Heissmeyer

Begeisterung und Aufbruchstimmung als Motor für die Karriere

Die Leidenschaft für die Forschung erfasste Dr. Vigo Heissmeyer in den USA. An der Harvard Medical School in Boston erlebte er unter hoch ambitionierten Wissenschaftlern eine regelrechte Aufbruchstimmung.

Die Zeit in Harvard wirkte auf Heissmeyer und damit auf seine Karriere wie ein Katalysator: Weil dort Nobelpreisträger jeglicher Fachbereiche ein- und ausgehen, „und man für ein wissenschaftliches Problem innerhalb von fünf Minuten Fußweg weltweit führende Experten findet, die Anregungen zur Lösung geben können. Die Atmosphäre dort erlaubt es einem Studenten, jederzeit die Koryphäen anzusprechen.“ Hier erfuhr er auch, dass es „vor allem darauf ankommt, sich Sachen zuzutrauen, sich Expertise zu holen und sich mit Engagement auf etwas Neues einzulassen“.

Arbeitsgruppe Heissmeyer
Arbeitsgruppe Heissmeyer

Heissmeyer arbeitet jetzt am Helmholtz Zentrum München als Leiter der Arbeitsgruppe „Molekulare Programmierung der T-Zell-Toleranz“ im Institut für Molekulare Immunologie. Sein Forschungsgebiet ist das Roquin-Protein. Dieses Protein spielt eine zentrale Rolle in der Immunabwehr. Gemeinsam haben sie herausgefunden, dass Roquin selbst Autoimmunerkrankungen verhindern kann. Heissmeyers Ziel ist nun, die Funktion des Proteins so zu verändern, dass Immunerkrankungen geheilt werden können.

Forschung als Schatzsuche

„Was wir machen, ist eine Art Schatzsuche“, sagt Heissmeyer, „wir betreten absolutes Neuland, um biomedizinisch bedeutsame Entdeckungen zu machen, denn man weiß bis jetzt nicht wirklich, wie das Protein funktioniert.“
Von seinem Team erwartet er, was er selbst als Schlüssel zu seinem Erfolg betrachtet: eigenverantwortliches Arbeiten, mit Pioniergeist Neues zu entwickeln und das Projekt, die Promotion bewusst zu gestalten. Dieser Ansatz hat seiner Meinung nach auch das European Research Councils (ERC) überzeugt: 2011 bekam er den ERC-Grant verliehen. „Die finden es gut, wenn man Neuland betritt“, freut sich Heissmeyer. Der Grant ermöglicht ihm mit rund 1,4 Millionen Euro Forschungsmittel, sein junges Team aufzustocken und seinen Forschungsantrag zu realisieren.

Erfolgreich durch Zusammenarbeit


„Zelluläre Immunologen allein wären nicht in der Lage, ein Krankheitsgeschehen auf die molekulare Ebene herunterzubrechen und Möglichkeiten zur therapeutischen Intervention zu entwickeln, hierzu braucht man ein interdisziplinäres Forschungsdesign“, erklärt Heissmeyer. Weil er genau diese Voraussetzungen am Helmholtz Zentrum München findet, schlug er einen Ruf an die Universität von Toronto ebenso aus wie jenen an die Universität Magdeburg und engagiert sich heute aktiv in Kooperationen am Zentrum (siehe unten).

Forschungsergebnisse therapeutisch nutzen


Roquin besitzt eine molekulare Schlüsselfunktion, die in verschiedenen pathophysiologischen Veränderungen — so auch Diabetes mellitus — entscheidend ist. „Unsere Grundlagenforschung ist so ausgerichtet, dass daraus therapeutische Anwendungen entstehen werden“, ist sich Heissmeyer sicher.

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Vita

  • seit 2011: Förderung durch einen European Research Council Starting Grant.
  • seit 2009: Gruppenleiter am Helmholtz Zentrum München – Institut für Molekulare Immunologie
  • seit 2008: Habilitand am Fachbereich Biologie der Ludwig Maximilians Universität in München
  • 2005-2009: Nachwuchsgruppenleiter am GSF/ Helmholtz Zentrum München – Institut für Molekulare Immunologie
  • 2001-2005: Postdoktorand an der Harvard Medical School, Center for Blood Research
  • 2000-2001: Postdoktorand am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin
  • 2000: Doktorgrad an der Freien Universität Berlin
  • 1995-1999: Doktorarbeit am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin
  • 1995: Diplom in Biologie an der Freien Universität in Berlin
  • 1994-1995: Diplomarbeit am Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik in Berlin
  • 1989-1994: Studium der Biologie an der Freien Universität Berlin

Kooperationen am Zentrum

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