Der Optimierer

Wie Jerzy Adamski „sein“ Journal pusht

Von 2 auf 4,561 in vier Jahren: Prof. Jerzy Adamski hat es geschafft, den Impact-Faktor des Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology (Elsevier) deutlich anzuheben. Als Editor-in-Chief hat er so den Einfluss dieser wissenschaftlichen Fachzeitschrift in beeindruckend kurzer Zeit gesteigert. Und auch er selbst profitiert von diesem „Nebenjob“.

Prof. Dr. Jerzy Adamski. Quelle: Helmholtz Zentrum München

„Wenn ich ein konkretes Ziel vor Augen habe, dann optimiere ich hierfür wichtige Prozesse bis ins kleinste Detail“, sagt Prof. Jerzy Adamski. Der Leiter der Core Facility Genomanalysezentrum am Helmholtz Zentrum München hat Erfahrung, Projekte aufzubauen und zum Erfolg zu bringen: Seine Core Facility war die erste am Helmholtz Zentrum München und gilt heute als weltweit gefragte Plattform sowohl für wissenschaftlichen Service als auch für Forschung in den Bereichen Metabolomics, Genomics und Transcriptomics.

Als ihm die Position des Editor-in-Chief des Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology angetragen wurde, stellte sich Adamski als erstes die Frage, warum dessen Impact-Faktor so niedrig ist. Der Impact-Faktor zeigt an, wie häufig publizierte Artikel zitiert werden und gilt daher als Qualitätsmerkmal jedes wissenschaftlichen Journals. „Ursachenanalyse kommt zuerst “, beschreibt der Biochemiker sein Optimierungsprozedere. Er kam zu dem Schluss, dass nur Fachexperten aus der Masse eingereichter Manuskripte jene herausfiltern können, die wirklich hervorstechende neue wissenschaftliche Erkenntnisse beschreiben. Kollegen anderer Gebiete ließen sich oft durch methodische Besonderheiten wie etwa die Empfindlichkeit oder die Präzision verwendeter Messgeräte blenden.

„Tatsächlich interessieren die Science Community neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die helfen, Krankheiten besser zu verstehen und nicht so sehr die verwendete Methode“, weiß Adamski. Für das Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology sucht er nach neu entdeckten Mechanismen, die beispielsweise bei Adipositas, Diabetes und Krebs eine Rolle spielen. Sein Erfolg gibt ihm Recht: Innerhalb von nur vier Jahren ist der Impact-Faktor des Journals von 2 auf 4,561 gestiegen.

„Ich finde diese Arbeit spannend, weil ich immer über den neuesten Stand verschiedenster Forschungsbereiche top-informiert bin“, erzählt Adamski. Auch darüber hinaus profitiert der Perfektionist von diesem Nebenjob: Durch das Rezensieren unzähliger Manuskripte hat er erfahren, wie wichtig es ist, Wissenschaft gut zu verkaufen. „Meine eigenen Datenpräsentationen optimiere ich so, dass die Hauptaussage sofort ins Auge sticht.“ Außerdem hat Adamski einige herausragende Talente für sein eigenes Labor-Team gewinnen können: „Mein wissenschaftliches Netzwerk ist durch meine Funktion als Editor-in-Chief deutlich expandiert.“