Prof. Dr. Stephan Herzig

Helmholtz Diabetes Center: Direktor Stephan Herzig will Translation und innovative Technologien fördern

Staus vermeiden – das ist das Motto von Stephan Herzig. Bei der Vielzahl seiner Funktionen eine hilfreiche Devise. Neueste Aufgabe seit August 2018: Der Molekularbiologe ist neuer Direktor des Helmholtz Diabetes Centers. Arbeitsstaus umgeht er, indem er Aufgaben, für die scheinbar keine Zeit ist, vorne dran setzt. Zeitpunkt dieses Interviews: 7.30 Uhr.

Prof. Dr. Stephan Herzig. © Helmholtz Zentrum München

Prof. Stephan Herzig treibt das Ziel an, Menschen mit Diabetes zu helfen. Um hierfür verschiedene Forschungsbereiche zusammenzubringen und optimal zu positionieren, hat er die entscheidenden Funktionen inne. Er ist Direktor des Helmholtz Diabetes Center und leitet unter diesem Dach das Institut für Diabetes und Krebs. Er ist außerdem Sprecher der Helmholtz Graduate School Environmental Health (HELENA), Koordinator des Helmholtz-Programms AMPro (Aging and Metabolic Programming), Co-Sprecher des Sonderforschungsbereichs „Reaktive Metabolite als Ursache diabetischer Folgeschäden“ und Lehrstuhlinhaber an der Technischen Universität München. „Mein wissenschaftlicher Traum ist, dass auf Basis unserer Grundlagenforschung eine wirksame Prävention oder Therapie für Diabetiker entwickelt wird“, sagt Herzig.

Nutzen generieren

Um seine Ziele effektiv umzusetzen, ist er Anfang 2015 vom Deutschen Krebszentrum ans Helmholtz Zentrum München gekommen. „Themen, Technologie und Translation, diese 3 T’s sind hier in einer Kombination und Qualität vorhanden, die es mir ermöglichen, Diabetes umfassend zu erforschen und neue Erkenntnisse gezielt in Therapien zu überführen“, begründet Herzig seinen Wechsel nach München.

Die  Leitung des Helmholtz Diabetes Center (HDC) übernahm Herzig von Prof. Matthias Tschöp, nachdem dieser im August 2018 als wissenschaftlicher Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung des Helmholtz Zentrums München berufen wurde. Als HDC-Direktor ist Herzig Koordinator von neun Diabetesinstituten, darunter das von ihm geleitete Institut für Diabetes und Krebs. Das HDC ist mit seinen vielzähligen klinischen und industriellen Kooperationen der deutschlandweit größte Diabetesforschungsstandort. „Know-how und Manpower sind einmalig, die Startphase des HDC war überaus erfolgreich“, konstatiert Herzig. Um die Diabetesforschung weiter voranzutreiben, in München und weltweit, setzt er nun zwei neue Meilensteine: Er will die Translation intensivieren und zusammen mit den Wissenschaftlern des Helmholtz Pioneer Campus neue, innovative Technologien exakt auf Anforderungen in der Diabetesforschung entwickeln und anwenden.

Gleiche Muster bei unterschiedlichen Erkrankungen

Als Direktor des Instituts für Diabetes und Krebs will er vor allem Folgeerkrankungen und Komorbiditäten von Typ-2-Diabetes erforschen und dabei Kontrollstellen finden, mit denen Störungen der Energiehomöostase behoben werden können. Weitere Schwerpunkte sind die Mechanismen des Krebsrisikos bei Stoffwechselerkrankungen sowie das metabolische Auszehrungssyndrom bei Tumorpatienten. „Es fasziniert mich, dass es ähnliche Vorgänge bei ganz unterschiedlichen Krankheitsbildern gibt, wie bei  Krebs und Diabetes“, sagt Herzig. „Während die unfreiwillige Gewichtsabnahme bei Krebs lebensbedrohlich ist, könnte sie das Krankheitsbild von Diabetikern entscheidend verbessern.“

Entscheidend ist für Herzig immer: Was hilft den Menschen? „Wir erforschen eine Krankheit, unsere Ergebnisse müssen Besserung bringen“, betont er. Während ihn seine absolute Arbeitsdisziplin manchmal auch Überwindung kostet, lebt er seinen Forscheralltag mit Passion: „Man entdeckt Neues – unbekannte Mechanismen, Moleküle und Funktionalitäten – und hat die Freiheit, neue Bereiche zu erschließen, sich selbst Herausforderungen zu stellen“, beschreibt Herzig. „Das reizt mich und bedeutet für mich Lebensqualität.“

Netzwerke bilden

Enthusiasmus und Erfahrungen gibt Herzig an die HELENA-Doktoranden weiter. Die Helmholtz Graduate School Environmental Health ist für ihn ein beidseitiger Qualitätsgarant:  Während der wissenschaftliche Nachwuchs eine strukturierte, erstklassige Ausbildung bekommt, kann die Führungsebene aus einem hochqualifiziertem Pool neue Talente rekrutieren. Außerdem „entsteht ein Netzwerk der nächsten Generation“, so HELENA-Sprecher Herzig.

Einen entscheidenden Beitrag für das weltweite Diabetesnetzwerk wird Herzig 2019 leisten: Er organisiert zum ersten Mal hauptverantwortlich die Helmholtz Diabetes Conference in München, auf der sich Diabetesexperten aus der ganzen Welt treffen, um neueste Erkenntnisse zu teilen. Erfahrung hat er aus den vergangenen Jahren bereits als Co-Organisator. Herzig ist überzeugt: „Ergebnisse müssen öffentlich gemacht werden: Indem sie in der Fachwelt diskutiert werden und indem sie allgemeinverständlich der Öffentlichkeit präsentiert werden. Dieser Austausch beschleunigt den Forschungsfortschritt und die Translation.“

 

 

Video zum Helmholtz Diabetes Center

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