Prof. Dr. Ulrike Protzer

Gemeinsam gegen tödliche Maschinen

Die wundersame Welt der Viren zu verstehen, das erfordert ein Zusammenspiel vieler Fachleute aus unterschiedlichen Disziplinen. Prof. Dr. Ulrike Protzer weiß, wie das geht.

„Das Virus ist kein Lebewesen, sondern eine kleine Maschine, die Organismen dazu bringt, es zu vermehren. Wer infiziert ist, lebt für das Virus.“ So beschreibt Prof. Dr. Ulrike Protzer den Gegenstand ihrer Forschung.  Sie hat sich zum Ziel gesetzt, diese fatale Abhängigkeit zu beenden:  Allein an Hepatitis B- und C-Viren sterben jährlich weltweit eine Million Menschen. Als Institutsdirektorin des Instituts für Virologie am Helmholtz Zentrum München, Leiterin des Instituts für Virologie der Technischen Universität München und Mitglied eines Dreier-Vorstands im Mega Netzwerk „Deutsches Zentrum für Infektionsforschung“ steht sie im Mittelpunkt eines engmaschigen Netzes.

Gemeinsam gefunden:  neue Therapie-Option zur Heilung von Hepatitis B

Portrait von Prof. Dr. Ulrike Protzer
Prof. Dr. Ulrike Protzer

2011 veröffentlichte Protzer mit Kollegen von der TUM und der Uni Bonn eine von ihr geleitete Studie, die eine neue Therapie-Option zur Heilung der chronischen Hepatitis B-Infektion (Link auf Studie) eröffnet. Mit gezielt modifizierten kurzen RNA-Stücken, den sogenannten siRNA, ist es gelungen, die Vermehrung  des Hepatitis B-Virus im Körper zu hemmen – und zugleich das Immunsystem dazu anzuregen, selbst gegen das Virus vorzugehen. Ein großer Schritt in die richtige Richtung.


Ergebnis einer Zusammenarbeit: Vorhersagen über Resistenzen

Auch wenn nicht immer alle gleicher Meinung sind, Rückmeldungen jeglicher Art sind es, aus denen Protzer unmittelbar anzuwendenden Nutzen zieht. Ein gutes Beispiel hierfür ist das BMBF-geförderte Netzwerk für Resistenz- Analyse HOPE, das im Rahmen einer personalisierten antiviralen Therapie Vorhersagen über die Entwicklung der Viren macht.

Die Ergebnisse kann jetzt jeder Arzt auf der Seite des Max Plank Institus für Informatik kostenlos abrufen und so  Vorhersagen über Resistenzen in den eigenen Fällen machen. Es war ein kleiner Kampf - aber inzwischen sind die wichtigsten diagnostischen Verfahren in den medizinischen Leitlinien abgebildet.

Standort München: optimal für Kooperationen

Seit vier Jahren arbeitet Protzer nun schon in München und betont, dass es ein hervorragender Standort ist. Im Bereich Infektion und Immunologie gebe es „sehr viele starke Gruppen“, sie habe optimale Interaktionspartner durch Sonderforschungsbereiche und klinische Kooperationsgruppen, und jetzt auch im „Deutschen Zentrum für Infektionsforschung“.

Und im Bereich der Immuntherapien gibt es Kollaborationen mit Firmen, zum Beispiel mit Dynavax Europe zur Entwicklung eines therapeutischen Impfstoffes für chronische Hepatitis B. Wieder ein Verbündeter mehr im Kampf gegen die Maschine.

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