Pressestatement Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler

– Es gilt das gesprochene Wort –

Pressestatement Univ.-Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler, Direktorin des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München zum Start der Fr1da-Studie am 10. November 2014

Univ.-Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler, Quelle: Helmholtz Zentrum München

Sehr geehrte Frau Staatsministerin Huml,
sehr geehrter Herr Wess,
sehr geehrter Herr Laub, sehr geehrte Frau Lange,
sehr geehrte Frau Nennstiel–Ratzel, sehr geehrte Frau Warncke,
sehr geehrte Fr1da-Botschafter Herr Werner Meyer und Frau Margit Sarholz der Kindermusikgruppe Sternschnuppe,
sehr geehrte Damen und Herren von der Presse,  

Am 14. 11. Ist Weltdiabetestag – die Welt wird wie jedes Jahr für einige Tage ihren Blick auf die so oft zitierte„Volkskrankheit Nummer Eins“ richten. Das Hauptaugenmerk gilt dabei meist dem Typ-2-Diabetes, der meist erst im Erwachsenenalter aufgrund von Veranlagung, Übergewicht und mangelnder körperlicher Bewegung entsteht. Typ-2-Diabetes betrifft deutschlandweit geschätzt sechs Millionen Erwachsene, die Tendenz ist weltweit nach wie vor steigend. 

Angesichts dieser erschreckenden Zahlen bleibt oftmals ein anderes Diabetes-Drama ausgeblendet, obwohl es ähnlich gravierende Tendenzen zeigt: Der Typ 1 Diabetes bei Kindern. Bundesweit leben 30.000 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren mit Typ 1 Diabetes, jährlich kommen über 2000 Neuerkrankungen hinzu. Und die Tendenz ist stark steigend – um derzeit etwa vier Prozent pro Jahr!

Der Typ 1 Diabetes wird bei Kindern und Jugendlich oft erst spät erkannt, häufig unter dramatischen, ja lebensbedrohlichen Umständen einer Überzuckerung und Ketoazidose mit Übersäuerung des gesamten Organismus. Betroffene müssen umgehend stationär behandelt werden, in manchen Fällen nehmen solche Notfälle sogar ein tödliches Ende. Dabei können wir heute den Typ 1 Diabetes bereits in einem sehr frühen, noch symptomfreien Stadium erkennen.

Mit Hilfe eines Screening-Programms ließe sich die Früherkennung flächendeckend einen großen Schritt voranbringen, sie ist daher aus medizinischer Sicht absolut sinnvoll und notwendig. Die Fr1da-Studie in Bayern ist Wegbereiter für ein solches Screening. Dank zahlreicher Unterstützer und Förderer, die hier größtenteils am Tisch sitzen, sind wir in der Lage, dieses weltweit bislang einmalige Vorhaben hier in Bayern zu starten. Die Fr1da-Studie in Bayern ist demnach eine Art von Testlauf für ein deutschlandweites Früherkennungs-Screening. Bei Erfolg streben wir eine Aufnahme dieser Untersuchung in das reguläre U-Vorsorgeprogramm für Kinder an.

Unser Ziel ist es, bayernweit im nächsten Jahr 100.000 Kinder zu untersuchen. Eltern, die sich mit ihren Kindern beteiligen, und im Rahmen des Screenings positiv getestet werden, haben genügend Zeit der Vorbereitung, um sich frühzeitig und in aller Ruhe mit dem Krankheitsbild auseinanderzusetzen.

Die Vorteile einer Teilnahme an der Fr1da-Studie gehen aber noch weiter: Das Prä-Diabetes-Stadium bietet auch die Möglichkeit, sich frühzeitig an Präventionsstudien zu beteiligen: Es gibt heute bereits eine Reihe von innovativen Behandlungsstrategien, zum Beispiel eine Art „Impfung“ gegen Typ 1 Diabetes, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Diese werden momentan bereits im Rahmen von klinischen Studien getestet und durchgeführt. Interessierte Familien erhalten die Möglichkeit, an solchen Studien teilzunehmen.

Betroffene erhalten zudem frühzeitig individuelle Schulungsangebote. Diese informieren sie über die Krankheitssymptome, den Umgang mit der Erkrankung sowie Therapiemöglichkeiten. Außerdem erhält jedes Kind einen individuellen Vorsorgeplan.

Ganz persönlich möchte ich mich bei allen Förderern und Unterstützern bedanken, mit deren Hilfe wir die Fr1da-Studie heute an den Start bringen. Ohne sie wäre ein so großes Vorhaben niemals möglich geworden. Insbesondere dank der großzügigen Unterstützung der JDRF haben wir in Bayern mit Fr1da die weltweit erst.- und bislang auch einmalige Chance, einen Meilenstein in Erforschung und Bekämpfung des Typ-1-Diabetes zu setzen.

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