Zwischenbilanz Dr. med. Katharina Warncke

Sehr geehrte Medienschaffende,

zu Beginn der Fr1da-Studie gab es neben der großen Begeisterung bei den behandelnden Pädiatern, den bayerischen Eltern und der Presse auch kritische Stimmen: Wie würden betroffene Familien ein positives Typ 1 Diabetes-Testergebnis verkraften? Würde sie die frühe Diagnose vielleicht eher be- als entlasten?

Innerhalb von knapp 7 Monaten wurden fast 14.000 Kinder untersucht. Davon wurden 49 Kinder positiv getestet. Sie und ihre Familien haben die betreuenden Kinderärzte über den Befund informiert. Im Rahmen dieser Befundübermittlung ist es den Kinderärzten gelungen, den Eltern meist schon die ersten, großen Ängste zu nehmen und den Kontakt zum nächstgelegenen Schulungszentrum zu vermitteln. Bei einem Großteil der betroffenen Kinder wurden  bereits eine orale Glukosetoleranztestung sowie die Messung des HbA1c-Wertes durchgeführt. Auch erhielten die meisten Familien bereits eine intensive, präventive Schulung. Die restlichen Familien haben bereits einen für sie passenden Termin vereinbart und wissen, an wen sie sich bei Fragen im Vorfeld der Schulung wenden können.

Bei den ersten Schulungen zeigte sich bereits, dass die betroffenen Familien ein unterschiedliches Vorwissen zu Typ 1 Diabetes aufwiesen. Einige kamen bereits zufällig durch Bekannte oder Verwandte mit Diabetes in Kontakt und befragten diese. Andere hatten sich bereits selbständig über das Thema informiert. Wieder andere  zogen es vor, unvoreingenommen in die Schulung zu gehen. Sie hatten im Vorfeld keine größeren Recherchen getätigt. Eines jedoch hatten alle betroffenen Familien gemein: Sie schienen durch die betreuenden Kinderärzte bereits im Vorfeld sehr gut über das Thema aufgeklärt worden zu sein. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen kooperierenden Pädiatern bedanken.

Eine weitere Gemeinsamkeit aller betroffenen Kinder: Sie waren in einem sehr guten Allgemeinzustand. Bei keinem einzigen Kind musste bislang eine Insulintherapie begonnen werden. Also sind die betroffenen Kinder durch die Fr1da-Studie wunschgemäß in einem sehr frühen Stadium der Erkrankung erfasst worden.

In den Schulungen haben die Diabetesteams der jeweiligen Diabeteszentren die Angehörigen der positiv getesteten Kinder umfassend informiert und beraten. Sie wussten bereits durch den Kinderarzt, was die Diagnose „Frühstadium Typ 1 Diabetes“ bedeutet und dass es sich um eine gesicherte (durch wiederholte Kontrolle der Antikörper) Diagnose handelt. Die Eltern waren beruhigt, durch die frühe Diagnose schwere Komplikationen bei Ausbruch der klinischen Erkrankung verhindern zu können. Ihnen war es sehr wichtig, einen möglichst normalen Alltag beizubehalten und ihrem Kind nicht das Gefühl zu geben, dass es krank ist. Dieser Aspekt wurde in der Schulung besonders betont. Insgesamt äußerten sich die Betroffenen durchweg positiv über die Abläufe und das Beratungs- und Behandlungsangebot.

An dieser Stelle möchte ich allen beteiligten Diabeteszentren, den dort tätigen Ärzten und Diabetesberaterinnen, ein ganz herzliches Dankeschön aussprechen. Es ist Ihnen gelungen, die Familien durch Ihre hervorragende Arbeit und Beratung im Umgang mit der Diagnose „Frühstadium des Typ 1 Diabetes“ zu unterstützen und zu bestärken. Durch Ihr hervorragendes Engagement konnten Sie den Familien Ängste und Sorgen in Bezug auf den Diabetes nehmen.

Ich hoffe auch weiterhin auf die tatkräftige Unterstützung der Kinderärzte und Diabeteszentren. Ich wünsche möglichst vielen Familien in Bayern, deren Kind von einem Frühstadium des Typ 1 Diabetes betroffen ist, dass sie von dieser hervorragenden Betreuung profitieren werden.

Ihre

Dr. med. Katharina Warncke


Dr. Katharina Warncke, Kinderklink München Schwabing, katharina.warncke(at)lrz.tum.de

Wir verwenden Cookies um Ihnen den Besuch der Webseite so angenehm wie möglich zu machen. Wir benötigen Cookies um die Dienste ständig zu verbessern, bestimmte Features zu ermöglichen und wenn wir Dienste bzw. Inhalte Dritter einbetten, wie beispielsweise den Videoplayer. Durch die Nutzung unserer Webseite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Wir verwenden unterschiedliche Arten von Cookies. Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Cookie-Einstellungen zu personalisieren:

Einstellung anzeigen.
In unserer Datenschutzerklärung finden Sie weitere Informationen.

Dort können Sie Ihre Cookie-Einstellungen jederzeit ändern.