Zwischenbilanz Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler

– Es gilt das gesprochene Wort –

Pressestatement Univ.-Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler, Direktorin des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München zum Start der Fr1da-Studie am 10. November 2014

Univ.-Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler, Quelle: Helmholtz Zentrum München

Sehr geehrte Medienschaffende,

vor etwas mehr als einem halben Jahr startete die erste flächendeckende Typ 1 Diabetes-Früherkennungsstudie Fr1da. In dieser kurzen Zeit gelang es nicht nur, in der bayerischen Bevölkerung eine bislang nicht dagewesene Aufklärung über die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter zu erreichen. In nur sieben Monaten haben wir bereits knapp 14.000 Kinder untersucht – ein weltweit bisher einmaliges Unterfangen. Im Rahmen der Untersuchungen sind inzwischen 49 Kinder positiv getestet worden, was  in etwa den von uns prognostizierten 0,3 Prozent Erkrankten in der bayerischen Bevölkerung gleichkommt. Dabei ist die Testung von vier Inselautoantikörpern entscheidend: der Insulin-Autoantikörper IAA, der Glutamatdecarboxylase-Autoantikörper GAD65, der Phosphatase-Autoantikörper IA-2 und der Zinktransporter-Autoantikörper. Das Testergebnis ermöglicht den Familien, sich frühzeitig mit der Erkrankung vertraut zu machen. Dieses Wissen wird hoffentlich alle diese Kinder vor schweren Stoffwechselentgleisungen bei Ausbruch der Erkrankung bewahren.

Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit den teilnehmenden Kinderärzten, Psychologen und unseren 15 Schulungszentren ist es uns überdies gelungen, die betroffenen Familien bestmöglich zu schulen und optimal zu betreuen. Dabei stehen vor allem Themen wie „Warnsymptome des Typ 1 Diabetes“, „Wirkungsweise von Insulin und Grundlagen der Therapie“, „Zukunftsprognose: Leben mit Diabetes“ oder auch ein „Vorsorgeplan“ im Mittelpunkt der Schulung, die den  betroffenen Eltern mehr Sicherheit und Zuversicht im Hinblick auf die Erkrankung geben sollen. Zwei Familien werden heute ihre Erfahrungen mit Fr1da und dem Umgang mit der neuen Situation schildern. Frau Dr. Warncke, Kinderdiabetologin und Leiterin des Fr1da-Schulungszentrums der Kinderklinik München Schwabing, wird uns mehr über das Schulungskonzept und die vielfältigen Vorteile einer langsam beginnenden Diabetes-Therapie erzählen.

Ich freue mich aber auch ganz besonders darüber, dass es dank Ihrer Unterstützung – dank der tatkräftigen Unterstützung der Medienschaffenden – gelungen ist, eine breite Aufklärung zu Typ 1 Diabetes in der bayerischen Bevölkerung und Ärzteschaft erreicht zu haben. Eine langfristig sehr positive Folge dessen ist, dass neben den teilnehmenden Fr1da-Familien auch alle anderen Eltern einen „Diabetes-Check“-Einleger in das U-Heft ihres Kindes erhalten. Dieser informiert über die wichtigsten Symptome und hilft den Eltern rechtzeitig zu reagieren und einen Arzt aufzusuchen, falls ihr Kind von einem akuten Ausbruch der Erkrankung und einer möglichen Ketoazidose betroffen sein sollte. Diese schwere Form der Stoffwechselentgleisung gehört leider heute noch zu den führenden Todesursachen bei Kindern mit Typ 1 Diabetes.

Ganz persönlich möchte ich mich an dieser Stelle nochmals herzlich bei allen teilnehmenden Kinderärzten, allen voran auch beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V., Landesverband Bayern und PaedNetz Bayern bedanken. Ohne Ihr Engagement und Ihre große Unterstützung wären wir nicht da, wo wir jetzt stehen. Auch möchte ich nochmals die Möglichkeit nutzen, mich bei allen Förderern und Unterstützern, insbesondere der Fr1da-Schirmherrin und Bayerischen Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Frau Melanie Huml, zu bedanken, mit deren Hilfe wir die Fr1da-Studie überhaupt erst starten konnten. Ohne sie wäre ein so großes Vorhaben niemals möglich geworden.

Ich hoffe auch weiterhin auf die Unterstützung der bayerischen Pädiater und darauf, dass möglichst viele Familien in Bayern das noch verbleibende Halbjahr, in dem die Typ 1 Diabetes-Früherkennungsstudie Fr1da läuft, als Chance für Ihr Kind wahrnehmen und diese ergreifen.

Wir hoffen, dass möglichst viele Kinder in Bayern von der kostenlosen Fr1da-Studie profitieren. Damit dies so ist, setzen wir weiterhin auf Ihre Unterstützung.

Ihre

 

Univ.-Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler

 

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