Medikamente

Nach einem Herzinfarkt wird bereits in der Klinik eine Behandlung mit mehreren Medikamenten in Kombination zur Reperfusionstherapie ( Behandlung in der akuten Phase) durchgeführt, da diese die Wahrscheinlichkeit, den Herzinfarkt zu überleben, erhöhen. Medikamente sind wesentlicher Therapiebestandteil mit dem Ziel, einen erneuten Gefäßverschluss und somit einen Re-Infarkt zu verhindern. Ebenso konnte in einigen Studien nachgewiesen werden, dass durch eine frühzeitige Gabe und eine anschließende Fortführung der Therapie mit beispielsweise ACE-Hemmern und Betablockern dem krankhaften Veränderungsprozess in den Herzmuskelzellen, der durch den Herzinfarkt angetrieben wird, positiv entgegen gesteuert werden kann. Ein weiteres Ziel der Medikation kann es sein, Begleiterkrankungen oder Komplikationen wie Herzstillstand, Herzmuskelschwäche, Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und Stoffwechselstörungen (hohe Zucker- bzw. Cholesterinwerte) zu vermeiden bzw. zu behandeln.

Bei allen Betroffenen ist eine Fortführung der in der Klinik verabreichten Medikamente nach der Entlassung weiterhin sinnvoll. Häufig wird eine Kombination von vier oder mehr Medikamenten aus verschiedenen Arzneistoffgruppen (s. u. „Herz“-Medikamente) verabreicht. Diese Kombination der Medikamente richtet sich zum einen nach den allgemeinen Empfehlungen der kardiologischen Fachgesellschaften für alle Herzinfarktpatienten und zum anderen nach den klinischen Besonderheiten des Betroffenen. Um einen positiven Effekt zu erzielen, ist eine regelmäßige Einnahme notwendig, sofern keine schweren Nebenwirkungen auftreten oder Kontraindikationen gegen die Arzneistoffe bekannt sind. Bei manchen Medikamenten kann sogar eine lebenslange Behandlung sinnvoll sein. Aus diesen Gründen sollten die „Herz“-Medikamente nicht ohne Rückfrage mit dem behandelnden Arzt abgesetzt werden. Die Medikamente werden wie Nahrungsmittel vom Körper laufend abgebaut und über die Nieren bzw. den Darm ausgeschieden. Es muss nicht befürchtet werden, dass sich Arzneistoffe bei einer Langzeittherapie im Körper ansammeln, sofern die Leber und Nieren gut arbeiten und keine wesentlichen Veränderungen bei dem Patienten stattfinden. Wichtig für den Betroffenen und seine Angehörigen ist: Sobald neue Arzneimittel dazu kommen sollten, z.B. auf Grund einer anderen Erkrankung oder einer schweren Infektion oder Erkältungskrankheit, sollte zur Sicherheit und Wirksamkeit der Therapie von der Apotheke bzw. vom behandelnden Arzt ein umfassender Check aller Arzneimittel vorgenommen werden.

In einer Studie mit Daten aus dem Augsburger Herzinfarktregister wurde die Medikamentengabe von fast 4.000 Patienten im Alter von 28 bis 74 Jahren über den Zeitraum 2000 bis 2008 analysiert. Die Studie zeigt, dass im Jahr 2002 bereits 73% der Betroffenen mit Herzinfarkt alle vier leitlinienempfohlenen Arzneistoffklassen („alle 4 Med.“) als Sekundärprävention zum Zeitpunkt der Klinikentlassung bekamen. Dieser Anteil erhöhte sich auf 81% in 2008 (siehe Abb. 1). Das heißt, zum Zeitpunkt der Klinikentlassung bekamen 81% aller Herzinfarkt-Patienten die empfohlene Kombination aus den folgenden vier Arzneistoffklassen („alle 4 Med.“): ein Medikament zur Blutdruck- und Herzfrequenzsenkung (Betablocker), ein weiteres Medikament zur Blutdrucksenkung (ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker bei Unverträglichkeit gegen ACE-Hemmer), ein Medikament zur Cholesterinsenkung (Statin) und mindestens ein Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung.

Grafik: KORA Herzinfarktregister Klinikum Augsburg, Stenglinstr. 2, 86156 Augsburg

Ebenso belegt die Studie, dass eine Verabreichung dieser vier Medikamente mit einem signifikanten Rückgang der Sterblichkeit im Zusammenhang steht. Unter Berücksichtigung weiterer Faktoren, die die Sterblichkeit nach einem Herzinfarkt erhöhen können, wie z.B. die Art der durchgeführten Akuttherapie im Krankenhaus, das Alter des Betroffenen, seine Begleiterkrankungen (z.B. Bluthochdruck, Diabetes) und andere Risikofaktoren (z.B. Rauchen, starkes Übergewicht), konnte gezeigt werden, dass Patienten mit der Vierer-Kombinationstherapie im Vergleich zu den Patienten, die nur drei oder weniger der empfohlenen Arzneistoffklassen bekamen, ein um 37% geringeres Risiko aufweisen, innerhalb von sechs Jahren nach ihrem Herzinfarkt zu sterben.

Die Realität im Alltag ist jedoch häufig die, dass einige Betroffene ihre vom Arzt verordneten Medikamente nicht regelmäßig einnehmen oder sogar die Therapie eigenmächtig beenden. Untersuchungen bei Personen mit einem überlebten Herzinfarkt zeigen, dass die empfohlenen Medikamente zur Prävention eines erneuten Herzinfarktes oder einem anderen lebensbedrohlichem Ereignis wie Aussetzen der Herztätigkeit (Herzstillstand) oder unzureichende Versorgung des Körpers mit Blut und Sauerstoff (Herzschock), nicht selten nur wenige Monate nach Entlassung aus dem Krankenhaus eingenommen werden.

Im Folgenden werden die verschiedenen Gruppen von Medikamenten, die häufig nach einem Herzinfarkt verschrieben werden, kurz vorgestellt. Die Angabe der Nebenwirkungen ist nicht vollständig, die Auswahl wurde auf wesentliche Nebenwirkungen bzw. auf relevante Informationen für den Betroffenen eingeschränkt. In Klammern werden zu den Arzneistoffen nur 1-2 Produktbeispiele ohne Wertung genannt. Die meisten der eingesetzten Arzneistoffe (z.B. Clopidogrel, ASS, Metoprolol) werden inzwischen von verschiedenen Herstellern auf den Markt gebracht und die Auswahl der Herstellerfirma (z.B. ratiopharm, ct, TEVA) richtet sich in der Regel nach der Krankenkasse des Betroffenen.

Folgende Gruppen von „Herz“-Medikamenten werden eingesetzt:

  • Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung
  • Betablocker senken Puls und Blutdruck
  • ACE-Hemmer senken den Blutdruck
  • Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker  senken den Blutdruck
  • Statine senken den Cholesterin-Spiegel
  • Diuretika wirken harntreibend und senken die Herzbelastung und den Blutdruck
  • Kalziumkanal-Blocker entlasten das Herz und senken den Blutdruck
  • Nitrate unterbrechen Angina-pectoris-Anfälle und senken den Blutdruck

Details dazu finden Sie hier:

Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung

Das bekannteste Medikament zur Hemmung der Blutgerinnung ist ASS (Acetylsalicylsäure, Aspirin), das den meisten Menschen als Schmerzmittel bekannt ist, aber bereits in einer niedrigen Dosierung von täglich 100 mg das Zusammenlagern (Aggregation) von Blutplättchen (Thrombozyten) hemmt. Dadurch soll eine Blutgerinnselbildung in den Gefäßen verhindert werden, die einen weiteren Herzinfarkt auslösen könnte. Neben ASS gibt es weitere Thrombozyten-Aggregationshemmer wie Clopidogrel (Plavix, Iscover), Prasugrel (Effient) und Ticagrelor (Brilique). Wird beispielsweise ASS nicht vertragen, wird meist Clopidogrel oder Prasugrel eingesetzt. In den meisten Fällen – insbesondere bei Patienten mit Stent – sind sogar zwei Thrombozyten-Aggregationshemmer sinnvoll. Sollte nach einem Herzinfarkt ein Stent eingesetzt worden sein, so wird häufig ASS und Clopidogrel für die nächsten 12 Monate gegeben. ASS sollte generell mit reichlich Flüssigkeit (z.B. mit einem Glas Wasser) und möglichst nicht auf nüchternen Magen eingenommen werden. Bei Personen mit empfindlichem Magen oder Patienten, die auch Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac regelmäßig einnehmen sollen, wird zusätzlich zu ASS ein Magenschutz (z.B. Pantoprazol) gegeben.  

Vertreter: ASS (Aspirin protect 100, ASS 100 ratiopharm), Clopidogrel (Plavix, Iscover, Clopidogrel-ratiopharm), Prasugrel (Effient) und Ticagrelor (Brilique)

Nebenwirkungen: Erhöhte Blutungsneigung, Magen-Darm-Blutungen, Magengeschwür, allergische Reaktionen, Erkrankungen der Haut wie Hautausschlag oder Bluterguss

Selten ist es notwendig, nach einem Herzinfarkt stärkere gerinnungshemmende Mittel wie Marcumar oder die neueren Medikamente wie Xarelto, Pradaxa oder Eliquis einzusetzen; diese werden nur gegeben, wenn zusätzlich chronische Herzrhythmusstörungen (z.B. Vorhofflimmern) vorhanden sind. Da die Blutungsneigung bei diesen Medikamenten deutlich erhöht ist im Vergleich zu den Thrombozyten-Aggregationshemmern, wird zumindest für Marcumar eine regelmäßige Kontrolle der Gerinnungswerte empfohlen. Außerdem sollte der Patient im Hinblick auf das Blutungsrisiko über den richtigen Umgang mit diesen Medikamenten und auf mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und auch Lebensmitteln von seiner Apotheke informiert bzw. geschult werden.

Betablocker senken Puls und Blutdruck

Betablocker besetzen bestimmte Bindungsstellen am Herzen und an den Blutgefäßen, an denen körpereigene, erregungsfördernde Botenstoffe wie Adrenalin und Noradrenalin andocken. Dadurch wirken Betablocker gewissermaßen beruhigend: Der Puls wird langsamer, das Herz verbraucht weniger Sauerstoff, der Blutdruck sinkt. Dies alles sind Eigenschaften, die sich für das Herz nach einem Herzinfarkt positiv auswirken können.

Vertreter: Bisoprolol (Concor, Bisoprolol-ratiopharm), Metoprolol (Belok Zok, Metoprolol-ratiopharm), Atenolol (Atenolol-ratiopharm), Nebivolol (Nebilet, Nebivolol-Heumann).

Nebenwirkungen: Betablocker können die Erregungsleitung am Herzen beeinflussen oder die Bronchien verengen. Menschen mit Diabetes sollten wissen, dass unter Betablocker-Therapie die Anzeichen einer Unterzuckerung fehlen können.

ACE-Hemmer senken den Blutdruck

ACE-Hemmer blockieren die Bildung des körpereigenen Hormons Angiotensin, das den Blutdruck erhöht, indem sie ein dafür benötigtes Enzym im Körper, das sogenannte Angiotensin Converting Enzyme (ACE) hemmen. Eine medikamentös gehemmte Angiotensinbildung führt somit zur Blutdrucksenkung, hierdurch erweitern sich die Gefäße, und die Nieren scheiden mehr Salz und Wasser aus. ACE-Hemmer verhindern außerdem den krankhaften Umbau des Herzens nach einem Herzinfarkt, und stärken das Herz; bei Diabetikern wird zudem auch die Niere geschützt.

Vertreter: Ramipril (Delix, Ramipril-ratiopharm), Enalapril (Xanef, Enalapril-ratiopharm), Lisinopril (Lisinopril-ratiopharm, Lisinopril Heumann)

Nebenwirkungen: Starker Hustenreiz, sowie allergische Reaktionen bzw. Überempfindlichkeitsreaktionen wie z.B. Anschwellung im Gesicht, der Zunge, Lippen oder des Kehlkopfs (Quincke-Ödem), die bei Neuverordnung des Medikamentes auftreten können. Beobachtet der Betroffene Symptome eines Quincke-Ödems sollte umgehend der Hausarzt kontaktiert werden. Die blutdrucksenkende Wirkung kann bei ACE-Hemmern besonders ausgeprägt sein, besonders zu Beginn der Einnahme, so dass es zu Schwindelsymptomatik kommen kann.

Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker senken den Blutdruck

Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker (Sartane) heben die Wirkung des blutdrucksteigernden Hormons Angiotensin auf, indem sie die Bindungsstellen des Hormons an den Blutgefäßen und den Nieren besetzen. Sie wirken somit wie ACE-Hemmer, und senken so den Blutdruck, verhindern den krankhaften Umbau des Herzens und schützen bei Diabetikern die Nieren. Man gibt die Sartane insbesondere, wenn ACE-Hemmer nicht vertragen werden.

Vertreter: Candesartan (Atacand, Candesartan-ratiopharm ), Valsartan (Diovan, Valsartan-ratiopharm), Olmesartan (Votum), Irbesartan (Aprovel, Irbesartan-ratiopharm), Losartan (Lorzaar, Losartan-ratiopharm)

Nebenwirkungen: Seltener Reizhusten, häufiger allergisches Quincke-Ödem. Beobachtet der Betroffene Symptome eines Quincke-Ödems (siehe Abschnitt ACE-Hemmer) sollte umgehend der Hausarzt kontaktiert werden.

Statine senken den Cholesterin-Spiegel

Erhöhte Blutfette, besonders LDL-Cholesterin, stellen ein Risiko für Arteriosklerose und koronare Herzkrankheit dar (Was ist ein Herzinfarkt - Koronare Herzkrankheit). Cholesterin-Synthese-Hemmer (CSE-Hemmer, Statine) senken den Cholesterinspiegel im Blut, indem sie die körpereigene Cholesterinbildung bremsen. Darüber hinaus wirken Statine positiv auf die Gefäßinnenwand und hemmen wahrscheinlich Entzündungs- und Thromboseprozesse. All diese Wirkungen machen Statine unentbehrlich sowohl in der Blutfettsenkung als auch zur Verhütung von arteriosklerotisch bedingten Herzkrankheiten wie koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt. Wichtigste Wirkung ist jedoch die Plaquestabilisierung der krankhaft veränderten Arterien des Herzens, hierdurch lassen sich weitere Herzinfarkte verhindern. Deswegen kann es auch sein, dass ein Betroffener nach einem Herzinfarkt Statine einnehmen soll, obwohl seine Cholesterolwerte gar nicht sehr hoch sind (Risikofaktoren – Fettstoffwechselstörung). Es wird empfohlen, Statine möglichst abends einzunehmen, da nachts vom Körper am meisten Cholesterin gebildet wird. Jedoch ist dieser Sachverhalt noch nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Somit spricht auch nichts dagegen, Statine gemeinsam mit anderen „Herz“-Medikamenten morgens einzunehmen.

Vertreter: Simvastatin (Zocor, Simvastatin-ratiopharm), Atorvastatin (Sortis, Atorvastatin-ratiopharm), Pravastatin (Pravasin, Pravastatin-ratiopharm), Fluvastatin (Locol, Fluvastatin-ratiopharm).

Nebenwirkungen: Statine können Magen-Darm-Beschwerden wie Verstopfung, Blähungen und Übelkeit, aber auch Muskelschmerzen und -entzündungen verursachen. Bei Muskelschmerzen sollte umgehend der Hausarzt kontaktiert werden, denn in sehr seltenen Fällen (bei circa 1 von 10.000 Personen) kann es unter Statinen zu einer sogenannten Rhabdomyolyse kommen. Dabei lösen sich Muskelfasern langsam auf und es können bleibende Lähmungen auftreten; die frei werdenden Stoffe können auch die Nieren schwer schädigen. Nach Rücksprache mit dem Hausarzt sollte dann das Medikament sofort abgesetzt werden. Zusätzlich können Statine den Blutzuckerwert erhöhen; regelmäßige Blutzuckerkontrollen sind somit zu empfehlen.

Diuretika wirken harntreibend und senken die Herzbelastung und den Blutdruck

Diuretika („Wassertabletten“) sind harntreibende Medikamente: Indem sie dem Körper Wasser und Salze entziehen und diese über die Nieren ausscheiden, entlasten sie das Herz und senken den Blutdruck. Diuretika werden nach einem Herzinfarkt manchmal gegeben, um die Herzbelastung durch übermäßiges Körperwasser zu verringern.

Vertreter: Furosemid (Lasix, Furosemid-ratiopharm), Piretanid (Arelix), Torasemid (Unat, Torasemid-ratiopharm), Hydrochlorothiazid = HCT (Esidrix, HCT-ratiopharm), Xipamid (Aquaphor, Xipamid-ratiopharm), Spironolacton (Aldactone, Spirobeta), Amilorid (Amilorid comp-ratiopharm), Triamteren (Dytide H, Triamteren HCT AL)

Nebenwirkungen: Salzverlust und dadurch ausgelöste Wadenkrämpfe und zu starke Erniedrigung des Blutdrucks mit Schwindelsymptomatik.

Kalziumkanal-Blocker entlasten das Herz und senken den Blutdruck

Kalziumkanal-Blocker hemmen den Kalziumeinstrom in die glatten Muskelzellen des Herzens und der Blutgefäße, wodurch die Muskelkontraktion abgeschwächt wird. Das Herz schlägt dadurch weniger stark und seltener, es kann sich erholen und sein Sauerstoffbedarf sinkt. Die Koronararterien, die das Herz versorgen, weiten sich. Der Herzmuskel wird so besser durchblutet. Durch die Weitstellung der Gefäße sinkt außerdem der Blutdruck. Diese Medikamentengruppe wird in der Regel nur dann nach Herzinfarkt angewendet, wenn der Blutdruck durch die anderen Medikamente wie Diuretika, Betablocker und ACE-Hemmer/Sartane unzureichend gesenkt wird.

Vertreter: Amlodipin (Norvasc, Amlodipin Dexcel), Nitrendipin (Nitrendipin-ratiopharm), Lercanidipin (Carmen, Lercandipin STADA), Nifedipin (Adalat, Nifehexal), Felodipin (Felodipin AL)

Nebenwirkungen: Müdigkeit, Verstopfung, Hitzewallungen, Ohrensausen, Herzklopfen, Wassereinlagerungen in den Beinen

Nitrate unterbrechen Angina-pectoris-Anfälle und senken den Blutdruck

Die rasche und oft eindrucksvolle Wirkung der Nitrate ist seit langem bekannt: Sie können in kürzester Zeit einen Angina-pectoris-Anfall unterbrechen. Diesen beeindruckenden Effekt verdanken sie einer Weitstellung der Herzkranzgefäße. Der Herzmuskel wird sofort besser durchblutet und die Schmerzen lassen nach. Außerdem senken Nitrate in geringem Masse den Blutdruck und entlasten so das Herz. Nitrate werden nur noch selten nach Herzinfarkt angewendet, weil sie keinen größeren Effekt auf die Herzgesundheit haben, sondern nur kurzzeitig die Herzdurchblutung verbessern. Nitrate dürfen nicht gemeinsam mit Potenzmitteln aus der Medikamentengruppe der Phosphodiesterase-5-Hemmern wie z.B. Viagra, Levitra und Cialis eingenommen werden, da es dabei zu einem lebensbedrohlichen Blutdruckabfall kommen kann.

Vertreter: Isosorbidmononitrat (ISMN STADA, Corangin), Glyceroltrinitrat (Nitrolingual, Corangin Nitro, ), Isosorbiddinitrat (ISDN STADA, Isoket)

Nebenwirkungen: "Nitratkopfschmerz". Er entsteht durch eine Erweiterung von Hirngefäßen. Bei manchen Patienten lässt er im Verlauf nach, bei anderen zwingt er dazu, das Medikament abzusetzen. Ein weiterer Nachteil ist die Gefahr der Gewöhnung, auch Toleranzentwicklung genannt. Werden höhere Nitratdosen ohne Pausen längere Zeit eingenommen, lässt die Wirkung merklich nach.

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