Gestationsdiabetes Kohorten

zur Übersicht

Gestationsdiabetes ist eine Glukosetoleranzstörung, die erstmalig in der Schwangerschaft auftritt. In den Jahren 2014/2015 waren in Deutschland 13,2% aller Schwangeren davon betroffen. Gestationsdiabetes stellt somit eine der häufigsten Begleiterkrankungen während der Schwangerschaft dar und ist sowohl mit akuten als auch mit Langzeit-Komplikationen für Mutter und Kind verbunden.

Obwohl sich die Blutzuckerwerte bei Frauen mit GDM in der Regel nach der Entbindung wieder normalisieren, zeigten Ergebnisse unserer deutschen prospektiven Gestationsdiabetesstudie, dass mehr als 60% der Frauen bis zu 15 Jahre nach der Entbindung an einem Diabetes erkranken. Zur Hochrisikogruppe zählten vor allem Frauen, die in der Schwangerschaft Insulin spritzen mussten, während eine Stilldauer von mindestens 3 Monaten das Risiko der Frauen verringern konnte.

Des Weiteren untersuchen wir, welchen Einfluss Schwangerschaftsdiabetes und andere ungünstige Expositionen während der Schwangerschaft auf die langfristige Gesundheitsentwicklung der Kinder hat.

Als Partner in mehreren europäischen Konsortien (HORIZON 2020 – DynaHEALTH, JPI A Healthy Diet for a Healthy Life) verfolgen wir das Ziel, sowohl bei Frauen mit GDM als auch bei deren Kindern molekulare Mechanismen aufzuklären, die der Entstehung von Übergewicht und Typ-2-Diabetes zu Grunde liegen. Langfristig soll unsere Forschung dazu beitragen, geeignete Präventionsmaßnahmen zu entwickeln, um das Übergewichts- und Typ-2-Diabetes-Risiko von Müttern mit GDM und ihren Kindern zu verringern.

Ansprechpartnerin: PD Dr. oec. troph. Sandra Hummel 
Tel. +49 89 3187-2306