Typ-1-Diabetes

Die häufigste Stoffwechselerkrankung bei Kindern und Jugendlichen

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Was ist Typ-1-Diabetes?

Patientinnen und Patienten mit Typ-1-Diabetes sind von einer Fehlfunktion des Immunsystems betroffen. Dieses greift die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse an und zerstört sie. Dadurch müssen Betroffene mehrmals am Tag Insulin spritzen, um ihren Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Gesundheitliche Langzeitschäden sind trotz bester Blutzuckereinstellungen häufig nicht zu vermeiden. Bislang gibt es keine Heilung für Typ-1-Diabetes und der Erkrankung kann auch nicht durch gesunde Ernährung oder einen aktiven Lebensstil vorgebeugt werden.
Etwa 1 von 250 bis 300 Kindern in Deutschland entwickelt Typ-1-Diabetes. Bei Kindern mit einem hohen genetischen Risiko entwickeln sogar 1 von 10 die Erkrankung. Typ-1-Diabetes kann somit jeden treffen.

 

10 Fakten über Typ-1-Diabetes

  1. Typ-1-Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter.
  2. Es gibt derzeit keine Heilung.
  3. Der Ausbruch der Krankheit kann bisher nicht verhindert werden.
  4. Typ-1 ist eine Autoimmunerkrankung und entsteht nicht durch einen ungesunden Lebensstil.
  5. An einem Typ-1 ist niemand schuld. Weder die Kinder, noch die Eltern haben etwas falsch gemacht.
  6. Betroffene brauchen jeden Tag Insulin, um zu überleben.
  7. Typ-1 ist keine familiäre Erkrankung. Diabetes kann jeden treffen. 
  8. Der beeinträchtigte Stoffwechsel schädigt verschiedene Organsysteme und begrenzt die Lebenserwartung. 
  9. Typ-1 ist nicht Typ-2.
  10. Typ-1-Diabetes ist nicht ansteckend.

Doch wir forschen, entwickeln und kämpfen, damit Typ-1-Diabetes in Zukunft früher erkannt und dem Ausbruch der Krankheit vorgebeugt werden kann.

Denn unser Ziel ist eine Welt ohne 1!

Hier finden Sie Informationen zu unseren Studien zur Früherkennung und Prävention von Typ-1-Diabetes.

 

Welche Symptome treten bei Typ-1-Diabetes auf?

Typ-1-Diabetes im Frühstadium bleibt meist lange Zeit unbemerkt, das betroffene Kind fühlt sich gesund und zeigt keinerlei Symptome. Erst wenn die Krankheit bereits weit fortgeschritten ist, äußert sie sich u.a. in Form von Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, starkem Durst, häufigem Harndrang und Azetongeruch in der Atemluft. Unbehandelt kann es im schlimmsten Fall zu einer lebensbedrohlichen Stoffwechselentgleisung, einer Ketoazidose, kommen. Unsere Studien helfen, Typ-1-Diabetes schon im Frühstadium zu erkennen und gefährliche Folgen zu verhindern.

 

Kann man Typ-1-Diabetes durch einen gesunden Lebensstil vorbeugen?

Bislang liegen keine gesicherten Daten vor, dass Typ-1-Diabetes durch einen gesunden Lebensstil vorgebeugt werden kann.

 

Was sind Typ-1-Diabetes-Antikörper bzw. was ist ein Typ-1-Diabetes-Frühstadium?

Typ-1-Diabetes-Antikörper, auch als Inselautoantikörper bezeichnet, sind Zeichen einer Entzündung der Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse; sie können bereits Jahre bevor es zu einem Insulinmangel und zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels kommt, im Blut nachgewiesen werden. Durch den Nachweis von Inselautoantikörpern kann ein Frühstadium erkannt werden, bevor es zu Symptomen kommt. In diesem frühen Stadium fühlen sich die Betroffenen völlig gesund und zeigen keine Auffälligkeiten im Blutzucker, die auf eine Erkrankung hindeuten könnten. Im Verlauf entsteht jedoch aus dem Frühstadium die klinische Erkrankung mit Symptomen. In welchem Zeitraum diese Weiterentwicklung erfolgt, ist allerdings sehr unterschiedlich.

 

In welchem Alter tritt Typ-1-Diabetes auf?

Typ-1-Diabetes kann prinzipiell zu jedem Zeitpunkt im Leben auftreten. Etwa die Hälfte der Betroffenen entwickelt die klinische Erkrankung im Erwachsenenalter. Doch die Inselautoantikörper, das Frühstadium der Erkrankung, bilden sich in aller Regel bereits in der frühen Kindheit. Das häufigste Auftreten der klinischen Erkrankung wird momentan in der Altersgruppe zwischen den 10- und 14-Jährigen beobachtet.

Informationen zur Früherkennung von Typ-1-Diabetes

 

Welche Behandlung gibt es für Typ-1-Diabetes?

Als Behandlung müssen sich Betroffene jeden Tag mehrfach Insulin spritzen. Mittlerweile sorgen technische Entwicklungen zwar für deutliche Verbesserungen in der Diabetesversorgung, aber heilbar ist die Erkrankung noch nicht. Moderne Sensoren und Pumpen erleichtern den Umgang mit der chronischen Erkrankung und es wird intensiv an sogenannten Closed-Loop-Systemen getüftelt, durch die das Diabetes-Management quasi von alleine ablaufen soll. Außerdem wird daran gearbeitet neue Behandlungsansätze im Frühstadium zu entwickeln, die versuchen die klinische Erkrankung zu verhindern oder deren Ausbruch zumindest zu verzögern. Ein Beispiel dafür sind unsere Studien POInT und Fr1da-Insulin-Intervention.

 

Wie erfolgt die Diagnose für Typ-1-Diabetes?

Die Diagnose erfolgt in der Regel über die Feststellung erhöhter Blutzuckerwerte und das Auftreten von Symptomen. Allerdings müssen bei der Diagnose nicht immer Symptome vorhanden sein.
Ob etwas mit dem Zuckerstoffwechsel nicht stimmt, lässt sich anhand des Nüchternblutzucker-Wertes bestimmen. Liegt er zwischen 100 und 125 mg/dl, ist er erhöht – normal sind Werte unter 100 mg/dl. Außerdem gibt es den oralen Glukosetoleranztest (oGTT), um Diabetes eindeutig zu diagnostizieren. Dazu muss nach der nüchternen Blutabnahme in Wasser gelöste Glukose aufgenommen werden. Zwei Stunden später wird erneut Blut abgenommen. Liegt dieser Wert über 200 mg/dl, hat die Person Diabetes.
Einen Hinweis auf Typ-1-Diabetes kann auch der Langzeitzuckerwert (Hämoglobin A1c-Wert, HbA1c) liefern. Er zeigt die durchschnittliche Blutzuckerkonzentration der vergangenen zwei Monate in Prozent an. Bei einem Wert über 6,5 Prozent liegt womöglich ein Diabetes vor.