Aktuelle Projekte

ACHT – Adipositas Care & Health Therapy zur strukturierten, disziplinen- und sektorenübergreifenden Versorgung nach bariatrisch-metabolischer Operation

Leitung

R. Leidl, M. Laxy, R. Stark

Projektförderer

Das Projekt wird mit Mitteln des Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss unter dem Förderkennzeichen 01NVF18023 gefördert.

Konsortialführung

Die Deutsche Stiftung für chronisch Kranke, Dr. Thomas M. Helms, Dr. Bettina Zippel-Schultz

Konsortialpartner

Universitätsklinikum Würzburg Interdisziplinäres Adipositaszentrum (Prof. Dr. M. Fassnacht, PD Dr. F. Seyfried); Adipositaszentrum Klinikum Memmingen (Dr. H. Schlosser); Chirurgische Klinik München-Bogenhausen (Prof. Dr. T. Hüttl); Schön Klinik Nürnberg Fürth (Prof. Dr. T. Horbach); Chirurgisches Zentrum der WolfartKlinik, München-Gräfelfing (PD Dr. G. Meyer); RoMed Klinik Bad Aibling Adipositas Zentrum (PD Dr. S. Schopf); Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie Klinikum Nürnberg Nord (Prof. Dr. U. Hesse); Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax-, Gefäß- und Kinderchirurgie der Stadt Passau (Dr. K. E. Gerauer); Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen, Helmholtz Zentrum München (Prof. Dr. R. Leidl., Dr. R. Stark); symeda GmbH (Dr. N. Hellrung); AOK Bayern - Die Gesundheitskasse (P. Krase); Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (Dr. W. Krombholz); Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (Prof. Dr. H.-J. Buhr).

Laufzeit

42 Monate, bis 31.12.2022

Kurzbeschreibung

Schwer adipöse Menschen, die mit herkömmlichen Therapien keinen ausreichenden Gewichtsverlust erzielen, erhalten mit einer bariatrisch-metabolische Operation (OP) eine effektive Hilfe. Der Therapieerfolg ist nur durch eine lebenslange Nachsorge gesichert. Da es noch keine strukturierten Nachsorgeprogramme nach bariatrisch-metabolischer OP gibt, erfolgt aktuell die Nachsorge der Betroffenen hauptsächlich durch die jeweiligen Adipositaszentren.

Zielsetzung

Ziel von ACHT ist es, über die Etablierung eines digital gestützten, strukturierten, sektorenübergreifenden und wohnortnahen Nachsorgeprogramm den Therapieerfolg zu sichern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.

Vorgehen

Das Versorgungskonzept in ACHT besteht aus acht ineinander-greifenden Bausteinen: 1) die strukturierte, wohnortnahe Nachsorge in speziell geschulten ACHT-Nachsorgepraxen, 2) regelmäßige Ernährungsberatung, 3) individuell definierte Bewegungsziele durch einen Sportmediziner, 4) Begleitung durch einen Adipositas-Lotsen, 5) einer digitalen Fallakte zur Vernetzung der beteiligten Akteure, 6) eine mit der Fallakte verknüpften Patienten App zur Dokumentation der täglichen Zielerreichung, 7) Psychologische Stabilisierung der Pateinten und 8) der Venetzung mit der Qualitätssicherungsmassnahme StuDoQ. Durch diese Maßnahmen, sollen mögliche Komplikationen vermieden und frühzeitig erkannt werden.

Die acht Bausteine des Versorgungskonzeptes ACHT:

Patienten werden für das 18-monatige Programm rekrutiert. Eine Gruppe erhält eine frühe Intervention und startet das Programm kurz nach der bariatrischen Operation. Eine weitere Gruppe, die schon vor 18 Monate operiert wurde, werden für eine späte Intervention rekrutiert. Beide Interventionsgruppen werden mit Kontrollen zum Zeitpunkt 18 Monate bzw. 36 Monate nach bariatrischer Operation verglichen.

Zeitplan der Studie und Übersicht über die Interventions- bzw. Kontrollgruppen:

Primärer Endpunkt der Studie ist die Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes der Patienten, gemessen am modifizierten King‘s Score. Dieser wird bei den Interventions- und Kontrollgruppen erhoben und ausgewertet.

Sekundäre Endpunkte:

1. Verbesserung der Lebensqualität,

2. Verbesserung der Depressivität.

Weitere Endpunkte:

Einzelne Dimensionen des King‘s Score, Komplikationen der metabolischen Chirurgie (Dumping Syndrom, Mangelerscheinungen), Patientenzufriedenheit, Krankheitstage.

Prozessevaluation:

Folgende Parameter werden evaluiert: Patienten-Adhärenz (Nachsorge-Compliance, Therapie-Adhärenz), Strukturelle Effekte (Etablierung der Adipositas-App, Vernetzung der Akteure mit Hilfe der digitalen Fallakte), Stärkung der Nachsorgestrukturen im ambulanten Sektor, Sicherung der wohnortnahen Versorgung, Zufriedenheit mit dem Nachsorgekonzept.

Die ökonomische Evaluation betrachtet Versorgungskosten basierend auf Krankenkassendaten, Programmkosten und vergleicht die medizinischen Kosten und Effekte.