Kohorten und Genomik

COVID-19-Befragung in der NAKO Gesundheitsstudie

Im Rahmen der bundesweiten NAKO-Studie wurde eine COVID-19-Befragung aller 205.000 Teilnehmer*innen durchgeführt mit dem Ziel, Erkenntnisse über Verbreitung, Verlauf und Auswirkungen von COVID-19 in Deutschland zu gewinnen.

Die Befragung umfasste Fragen zum Infektionsstatus, zu Verhaltensänderungen aufgrund der Pandemie und zu den Sozialkontakten während der Pandemie. Darüber hinaus wurden die psychosozialen Auswirkungen der Pandemiesituation, darunter mögliche Veränderungen des Erwerbsstatus, des Lebensstils und des Soziallebens abgefragt.

Erste Ergebnisse weisen darauf hin, dass es während der ersten Welle der Pandemie und der ergriffenen Gegenmaßnahmen in der Bevölkerung eine signifikante Zunahme von depressiven sowie Angst- und Stresssymptomen gegeben hat.


Die NAKO und in diesem Rahmen die COVID-19-Befragung wird von Bund, Ländern und der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert. Das NAKO Studienzentrum Augsburg zählt zu den größten der bundesweit 18 NAKO Studienzentren, es wird vom Helmholtz Zentrum München in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Augsburg betrieben.

Weiterführende Informationen zu den ersten Ergebnissen und zur COVID-19-Befragung in der NAKO-Gesundheitsstudie.

SARS-CoV-2-Antikörpertests in der Fr1da plus-Früherkennungsstudie zu Typ-1-Diabetes

In die etablierte Screening-Studie „Fr1da-plus“, die Kinder in Bayern auf ein Frühstadium von Typ-1-Diabetes testet, werden nun auch Antikörpertests gegen das neue Coronavirus SARS-CoV-2 einbezogen. Sie könnten dabei helfen, realistische Werte über die Infektionshäufigkeit mit dem Erreger zu erhalten. Darüber hinaus könnten die Tests Erkenntnisse über das Verbreitungsmuster liefern sowie eventuelle Unterschiede in Region, Alter und Geschlecht erfassen.
Unter der Leitung des Helmholtz Zentrums München und gemeinsam mit einem bestehenden Netzwerk aus rund 600 Kinder-und Jugendärztinnen und -ärzten konnten bereits rund 30.000 Kinder aus der Fr1da-plus-Studie getestet werden. (Stand Ende März 2021, aktuelle Zahlen siehe Dashboard). Das Forschungsprojekt wird in Kooperation mit dem San Raffaele Hospital in Mailand durchgeführt, in dem der Antikörpertest entwickelt wurde. 

Erste Ergebnisse zeigen, dass sechsmal mehr Kinder in Bayern mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert waren als gemeldet. Dies verdeutlicht die Relevanz bevölkerungsweiter Antikörper-Screenings zur Überwachung des Pandemieverlaufs. Zudem wird ein neuer Ansatz beschrieben, um Antikörper gegen SARS-CoV-2 mit besonders hoher Genauigkeit zu messen. Mehr dazu hier

Die Fortführung der Studie kommt zu dem Ergebnis, dass während der zweiten Corona-Welle im Untersuchungszeitraum von Oktober 2020 bis Februar 2021 drei- bis viermal mehr Kinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert waren, als über PCR-Tests gemeldet. Zudem wiesen am Ende der zweiten Welle etwa achtmal mehr Kinder Antikörper gegen das Coronavirus auf als am Ende der ersten Welle. Die Häufigkeit von SARS-CoV-2-Infektionen bei Kindern im Vorschul- und Schulalter ist ein wichtiger Maßstab, um über Kindergarten- und Schulöffnungen zu entscheiden. Mehr dazu hier


Originalpublikationen:
Hippich et al. 2020: Public health antibody screening indicates a six-fold higher SARS-CoV-2 exposure rate than reported cases in children. Med, DOI: 10.1016/j.medj.2020.10.003

Hippich et al., 2021: A Public Health Antibody Screening Indicates a Marked Increase of SARS-CoV-2 Exposure Rate in Children during the Second Wave. Med, DOI: 10.1016/j.medj.2021.03.019

KoCo19 - Prospektive COVID-19 Kohorte München

Mit einer großangelegten Stichprobenanalyse von rund 3.000 zufällig ausgewählten Haushalten wird die Verbreitung der Corona-Pandemie und die Wirksamkeit von Gegenmaßnahmen im Raum München untersucht. Die Ergebnisse von KoCo19 sollen zu einer evidenzbasierten, politischen Entscheidungsfindung während der Pandemie beitragen.

Ein Zusammenschluss Münchner Forschungseinrichtungen, darunter das Helmholtz Zentrum München, führt die Studie unter der Leitung des Tropeninstituts des LMU Klinikums durch. Die Bayerische Staatsregierung fördert die Initiative.

Zwischenergebnisse (Stand 13.12.2020) zeigen unter anderem, dass die Positivitätsrate unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Zeitraum zwischen Anfang Juni 2020 und Anfang November von 1,74% auf 3,27% angestiegen ist. Die Dunkelziffer der unerkannten Infektionen hat sich seit der ersten Welle bis zum Herbst nahezu halbiert. Dies könnte sowohl durch niedrigere Fallzahlen und dadurch bessere Verfolgbarkeit im Sommer als auch durch ein gesteigertes Bewusstsein und eine verbesserte Teststrategie bedingt sein.

Weitere Informationen und Ergebnisse:
LMU Klinikum und Helmholtz Zentrum München: Die Dynamik der COV-19-Pandemie im Blick - Zwischenergebnisse zur zweiten Runde der KoCo-19-Antikörperstudie - Pressemitteilung vom 23.12.2020

GEMEINSAM GEGEN COVID: Prospektive COVID-19 Kohorte München (KoCo19)