Therapeutika

COVPHA – Mit Phagen Koinfektionen bei COVID-19-Patienten bekämpfen

© Helmholtz Zentrum München

Nicht selten treten bei COVID-19-Patienten im Krankenhaus Super- oder Koinfektionen mit multiresistenten Bakterien auf, insbesondere wenn sie auf der Intensivstation behandelt werden. In dem COVPHA-Projekt sollen die koinfizierenden Bakterien bei COVID-19-Patienten zunächst auf Speziesebene identifiziert werden. Darauf aufbauend wird das Forschungsteam anhand einer neuartigen Phagen-Isolationsmethode ("viral-tagging") die wirksamsten therapeutischen Phagen zu Phagencocktails kombinieren und ihre Wirksamkeit und Sicherheit in vivo mit einem Maus-Lungeninfektionsmodell testen. Diese Phagencocktails sollen dazu beitragen, das Leben von COVID-19-Patienten zu retten, die an einer bakteriellen Koinfektion leiden. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

RAIDCOVID – Suche nach neuen antiviralen Wirkstoffen zur Therapie von COVID-19

Mittels bereits etablierter Untersuchungssysteme soll getestet werden, ob verschiedene Pflanzenextrakte mit antiviralen Eigenschaften und bereits für andere Anwendungsgebiete zugelassene Wirkstoffverbindungen gegen SARS-CoV-2 Stämme eingesetzt werden können. Dies soll eine schnellere Identifizierung und Entwicklung neuer Wirkstoffe zur Behandlung von COVID-19 ermöglichen.

RNACoVIN - Innovative Wirkstoffe für die Behandlung von Coronavirus-Infektionen

©Jezper; Adobe Stock

Im Projekt RNACoVIN arbeiten Wissenschaftler*innen des Helmholtz Zentrums München gemeinsam mit Kolleg*innen der Firma Dynamic Biosensors GmbH an der Entwicklung neuer Wirkstoffe zur Behandlung einer Infektion mit dem Coronavirus. Ziel ist es, geeignete RNA-abgeleitete Moleküle zu entwickeln, die den SARS-CoV-2-RNA-Polymerase-Proteinkomplex wirksam hemmen.

In Vorarbeiten konnte das Forschungsteam bereits eine Reihe von Inhibitoren entwickeln, die eine höhere Effizienz als Remdesivir versprechen. Jetzt sollen in dem Projekt ihre Stabilität, Zellgängigkeit und Anwendbarkeit verbessert werden.

Die RNA-abgeleiteten Inhibitoren stellen ein neuartiges und innovatives Wirkstoffkonzept dar, um die Replikation des viralen Genoms zu unterdrücken. Die Zusammenarbeit mit Dynamic Biosensors GmbH ermöglicht eine effiziente und schnelle Entwicklung und Überprüfung der Wirkstoffe.

RiPCoN – Identifikation zugelassener Medikamente gegen COVID-19 mit künstlicher Intelligenz

Über molekulare Netzwerkansätze und künstliche Intelligenz sollen bereits zugelassene Medikamente identifiziert werden, die sich für die Behandlung von COVID-19 eignen. Hierzu werden experimentell alle Interaktionen zwischen viralen und menschlichen Proteinen gemessen, um zu verstehen wie Coronaviren die Wirtsnetzwerke verändern.

In der zweiten Phase wird untersucht, wie genetische Varianten bei Menschen und Viren die Wirts-Virus-Interaktion beeinflussen und wie sich dies auf die Schwere der Erkrankung und die Behandlungsmöglichkeiten auswirkt. Das Projekt wird von der EU gefördert.