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12.09.2017

Carolin Daniel: „Vogelperspektive und Blick aufs Detail?“

In regelmäßigen Abständen lädt die Fachzeitschrift Cell Metabolism weltweit führende Wissenschaftlerinnen ein, Beiträge für das „Rosie-Projekt“ zu verfassen. Dr. Carolin Daniel vom Institut für Diabetesforschung des Helmholtz Zentrums München erzählt in der neuesten Ausgabe, welche Eigenschaften sie heute in der Wissenschaft für wichtig hält – und warum interdisziplinäre Teams die Forschung bereichern.

Carolin Daniel / Quelle: HMGU

„Zu Beginn meines Studiums war ich oft in der Bibliothek des damaligen Max-Planck-Instituts für Physiologische und Klinische Forschung “, erzählt Daniel. Ihr blieb ein Satz aus der Histoire naturelle von Georges-Louis Leclerc, Comte de Buffon (1707-1788), besonders im Gedächtnis haften: „Das Studium der Naturwissenschaften fordert einen Geist mit scheinbar entgegengesetzten Qualitäten: ein weiter Horizont und die präzise Fokussierung auf einen einzigen Punkt.“ Diese Kombination aus der Vogelperspektive für einen weiten Überblick und dem Fokus auf einzelne Details begleiteten Daniel durch viele Stationen ihrer beruflichen Karriere.

Austausch von Ideen und Technologien

„Am Helmholtz Diabetes Zentrum (Direktor: Prof. Dr. Matthias Tschöp) am Helmholtz Zentrum München profitiere ich von einer Arbeitsumgebung, die neue und vielfältige Ideen ermöglicht“, erzählt die Wissenschaftlerin. Sie arbeitet mit ihrem Team am Institut für Diabetesforschung (Direktorin: Prof. Dr. Anette-G. Ziegler). Dort untersucht sie Mechanismen der Immuntoleranz bei Diabetes, z.B. wie sich Autoimmunreaktionen als Auslöser von Typ 1-Diabetes möglicherweise verhindern lassen.

Hier spielt der Austausch von Ideen und Technologien eine große Rolle: „Ich denke, dass spannende Entdeckungen oft an der Schnittstelle zwischen unterschiedlichen Fachgebieten entstehen.“ Genau deshalb sei es auch wichtig, verschiedene Charaktere im Labor zu haben: „Kreative Synergie ist besser als mein Weg oder dein Weg. Es ist unser Weg“. Doch wie spornt die Forscherin ihr Team an? „Ich habe auch gelernt, dass Leidenschaft für die Wissenschaft gleichermaßen ansteckend und motivierend ist“, schreibt sie anlässlich des „Rosie-Projekts“.

Der Name geht ursprünglich auf „Rosie the Riveter“ („Rosie, die Nieterin“) zurück*: eine fiktive US-Amrikanerin des Jahres 1941. Sie versinnbildlichte ein neues Frauenbild und stand als Symbol für die wirtschaftliche Kraft von Frauen. Diesen Gedanken greift Cell Metabolism mit „Women in Metabolism“ („Frauen in der Stoffwechselforschung“) auf.

Weitere Informationen

Cell Metabolism,  http://dx.doi.org/10.1016/j.cmet.2017.08.021
* Übersichtsartikel bei Wikipedia
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